Das Konzept ist einfach und bietet viele Vorteile: Rahmenlose Glas-Glas-Photovoltaikmodule sollen auf einer Weidefläche so installiert werden, dass die Kühe eines Biolandwirts sie als Schutzraum nutzen können. Die Module werden in einer Höhe von bis zu 3,3 Metern errichtet, anstatt nur wenige Zentimeter über dem Boden wie bei vielen Freiflächenanlagen. Dadurch ergeben sich viele Vorteile, erklärte der Landwirt den Reuther Gemeinderäten in der Junisitzung. Die dachflächenähnlichen Module bieten Schattenplätze, die Hitzestress reduzieren, sowie Wetter- und Windschutz bei starkem Regen oder Gewitter. Zudem kann das wertvolle Gras unterhalb der Module weiter wachsen. Die Module dienen auch als Schutzschild gegen Erosion und Verdunstung von Wasser, was eine höhere Bodenfeuchtigkeit zur Folge hat und damit die Ertragschancen erhöht. So werde die Weide widerstandsfähiger gegen die durch den Klimawandel bedingten Wetterveränderungen.
Die Doppelnutzung einer Agri-PV-Anlage mit Weideland war auf bis zu 14 Hektar Fläche angedacht. Die Gemeinderäte wollten diesem Konzept jedoch nicht zustimmen. Der Grund: Es gibt einen Grundsatzbeschluss, dass nur zwei Prozent der landwirtschaftlichen Flächen in der Gemeinde für Freiflächenanlagen genehmigt werden dürfen, was etwa 25 Hektar entspricht. „Mit bestehenden Anlagen und der von der Gemeinde geplanten Anlage auf der ehemaligen Bauschuttdeponie stehen nur noch rund 5,4 Hektar zur Verfügung“, erläuterte Bürgermeister Werner Prucker (Freie Wähler). Alle drei Fraktionsführer – Albert Bader (Freie Wähler), Helmut-Stefan Neugirg (CSU) und Irene Meinzinger (SPD) – stimmten dem einstimmig zu. Zudem äußerte Bader Bedenken hinsichtlich der Sichtbarkeit der Anlage auf den vordersten geplanten Flächen.
Erschwerte Jagd
Stefan Adam (CSU) trug Kritik von der Jagdgenossenschaft vor. Die Jäger seien gegen neue Zäune, da diese die Jagd deutlich erschwerten. Daher könne Adam dem Bau einer solchen Anlage nicht zustimmen. Dass die Fläche als notwendiges Weideland sowieso eingezäunt werde, wie der Landwirt erklärte, spielte in dieser Argumentation jedoch keine Rolle. Mit einer Gegenstimme befürwortete der Gemeinderat letztlich das Vorhaben auf nur einem der drei möglichen Grundstücke (rund 1,4 Hektar). Ob dies realisiert wird, liegt nun beim potenziellen Betreiber.
Keine Einwände hatte der Gemeinderat bezüglich der Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Sondergebiet "Solapark Thann" des Marktes Falkenberg. Hier war die Gemeinde als Träger öffentlicher Belange um Stellungnahme gebeten worden. "Wenn die Gemeinde Falkenberg diese Freiflächenanlage wünscht, werden wir hier nicht dagegensprechen", sagte Prucker nach dem Votum und informierte, er werde entsprechende Rückmeldung geben.
Bürgermeister Werner Prucker gab bekannt, dass der Kindergarten in den kommenden Jahren starken Zuwachs erwartet. Die für 25 Kinder ausgelegte Einrichtung plant mit 33 Kindern im kommenden Kindergartenjahr, 34 Kindern im darauffolgenden Jahr und bis zu 41 Kindern im Herbst 2028. „Ich werde mit der Kirchenverwaltung, dem Träger der Einrichtung, klären, wie das zu erwartende Raumproblem gelöst werden kann.“ Übergangsweise könne man den Mehrzweckraum umgestalten und die alte Schule für die Sportstunden nutzen. Mittelfristig müsse jedoch eine bauliche Lösung geschaffen werden. Ob und welche Förderungen es beispielsweise vom Landkreis oder der Regierung der Oberpfalz geben wird, will der Bürgermeister ebenfalls in Erfahrung bringen.
Neuer Grüngutsammelplatz
Ein neuer Grüngutsammelplatz müsse gefunden werden, informierte Prucker weiter, da der aktuelle nicht mehr geeignet sei. Bis Ende des Jahres könne dieser jedoch noch genutzt werden. In diesem Zusammenhang fragte SPD-Gemeinderat Raimund König, ob es eine Mulde für Kleinstmengen Bauschutt geben könnte. „Wenn wir eine eingezäunte und überwachte Lösung anbieten können, ist das vielleicht machbar“, antwortete Prucker. Auf Nachfrage von Irene Meinziger (SPD) würden einzelne Grundstücksbesitzer angeschrieben, wenn beispielsweise Hecken oder Bäume auf den Gehweg oder die Fahrbahn ragen, um hier einen entsprechenden Rückschnitt zu veranlassen.
Gute Neuigkeiten hatte Prucker bezüglich der Kriminalstatistik. Im vergangenen Jahr wurden 18 Taten vermerkt. „Einige sind jedoch nicht von unseren Einwohnern verübt, sondern lediglich auf Gemeindegebiet festgestellt worden“, erklärte Prucker. Als Beispiel nannte er Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, die aufgrund einer Durchsuchung eines Fahrzeugs an der B299 festgestellt wurden. „Da war es Zufall, dass die Fahnder in unserem Gebiet fündig wurden“, erklärte er. Vor der Sitzung besichtigten einige Gemeinderäte zum vierten Mal die Baustelle zur Errichtung einer Metzgerei mit Gaststätte und Fremdenzimmern in Premenreuth, um sich selbst ein Bild vom Baufortschritt zu machen. Laut Bürgermeister Prucker sei die Eröffnung weiterhin für den Herbst dieses Jahres geplant.














Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.