08.04.2019 - 15:38 Uhr
Reuth bei ErbendorfOberpfalz

Siedler brauchen Nachwuchs

Ob Stromtrassen, Grundsteuerreform oder Straßenausbaubeiträge - die Siedlervereine befassen sich mit vielen politischen Themen. Kreisvorsitzender Otmar Zeitler unterstreicht, dass die Beratung der Mitglieder Vorrang hat.

Für die anstehende Wahl zum Bezirksvorsitzenden des Verbandes Wohneigentum wünschte Kreisvorsitzender Otmar Zeitler (links) dem stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Reinhard Ott (rechts) viel Erfolg.
von Bernhard SchultesProfil

Ob Stromtrassen, Grundsteuerreform oder Straßenausbaubeiträge - die Siedlervereine befassen sich mit vielen politischen Themen. Kreisvorsitzender Otmar Zeitler unterstreicht, dass die Beratung der Mitglieder Vorrang hat.

Im TSV-Sportheim in Premenreuth freute sich der Vorsitzende über den Besuch der angeschlossenen Siedlergemeinschaften und über den stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Reinhard Ott als Ehrengast. Als Schwerpunkt im Landesverband nannte Zeitler den Einsatz für alters- und familiengerechtes Bauen. Hierzu zählte er auch die Barrierefreiheit. "Die Kommunen müssen mehr darauf achten und diese auch umsetzen", forderte Otmar Zeitler.

"Die geplanten Stromtrassen haben auch bei einigen Siedler-Gemeinschaften für rege Diskussion gesorgt. Man muss nun abwarten, wie es weiter geht." Ein weiteres Hauptthema war die abgeschaffte Straßenausbaubeitrags-Satzung. "Endlich haben es auch die Politiker kapiert, dass diese undemokratisch, im Alter für Rentner ruinös und für die Zukunft untragbar war. Jedoch gibt es jetzt in fast allen Kommunen Klagen über die Finanzierung der Straßen", wusste der Vorsitzende.

Werbung für Verband

"Auch die Grundsteuer wird zum großen Streit-Thema in der Politik und sie hat vor allem die Hausbesitzer im Visier. Da die Belastungen durch Eigenheim oder Miete jetzt schon hoch sind, könnte ein weiterer Anstieg durch die Grundsteuer-Reform erfolgen." Eine Reform sei nötig, weil das Bundesverfassungsgericht die bisherige Berechnungsgrundlage für verfassungswidrig erklärt habe. Dem Gesetzgeber sei eine Neuregelung bis Ende 2019 vorgeschrieben.

Auf teils große Resonanz stießen nach Aussage von Otmar Zeitler die zahlreichen Aktivitäten des Kreisverbandes. Der traditionelle Neujahrsempfang beim "Rechersimer" als kleines Dankeschön an die Vereine für ihre Mitarbeit kam demnach sehr gut an.

Die Ausflugsfahrten nach Lichtenfels mit Floßfahrt im Sommer und Gut Wolfgangshof zum Weihnachtsmarkt waren Volltreffer. Die Radsternfahrt nach Mitterteich mit Gartenfest der dortigen Siedlergemeinschaft waren eine schöne Abwechslung für die Geselligkeit, meinte der Vorsitzende und erinnerte auch an die Teilnahme am Nordgautag in Wiesau: "Es war eine Werbung für unseren Verband."

Kleine Anerkennungsprämien für ihre Arbeiten und Anschaffungen erhielten die Gemeinschaften in Reuth/Premenreuth, Oberölbühl und Wiesau. Nicht verschweigen wollte Zeitler, dass im Kreisverband mittlerweile verschiedene Siedlervereine Nachwuchsprobleme hätten. Auch die Besetzung der Vorstandsteams werde immer problematischer. Der Kreisvorsitzende forderte, die ganze Region müsse für junge Leute attraktiver gemacht werden. Dies gelte insbesondere für Familien und junge Frauen, die auch berufstätig sein wollten. "Nur so gibt es auch wieder Ärzte auf dem Land und in kleineren Gemeinden, zumindest mit Zweigpraxen durch kommunale Förderung."

Sternfahrt nach Pleußen

Hauptkassier Edgar Wagner berichtete über eine solide geführte Kasse. Auf Interesse stießen auch die geplanten Veranstaltungen des Kreisverbandes. Otmar Zeitler lud zur Radsternfahrt nach Pleußen am 9. Juni ein. Auch die am 27. Juli stattfindende Sommerfahrt nach Eichstätt und Berching mit Treidelkahnfahrt fand bereits Anklang. Den Bezirkstag der Oberpfalz in Regensburg wollen die Siedler am 16. Dezember besuchen.

Hintergrund:

Rechtsberatung und Internet

Der stellvertretende Bezirksvorsitzende Reinhard Ott vom Verband Wohneigentum dankte dem aktiven Kreisverband Tirschenreuth für die Einladung. Ott kandidiert demnächst für das Amt des Bezirksvorsitzenden. Neben aktuellen Informationen aus der Verbandsarbeit interessierten die Mitglieder deshalb besonders die künftigen Themen und Inhalte seiner Arbeit im Falle einer Wahl. So will Ott für alle Vereine eine einheitliche EDV-Abwicklung für Mitgliederverwaltung mit einheitlichen Mitgliedsnummern und Kassenführung einführen. Hierzu zählte er auch eine kostenlose Internet-Seite für jeden Siedlerverein über den Landesverband. Außerdem will er die Rechtsberatung für Vereine und Mitglieder auf neue Füße stellen.

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