Bayern ist ein Wasserland. Hier fließen rund 100 000 Kilometer Gewässer von kleinen Quellbächen bis zu den großen Flüssen Donau und Main. Etwa 92 000 Kilometer davon sind kleine Gewässer, auch als Gewässer Dritter Ordnung (GW III) bezeichnet. Deren Unterhaltung, Pflege, Entwicklung und Ausbau sind in der Regel eine Pflichtaufgabe der Gemeinden und Städte sowie von Wasser- und Bodenverbänden, die diese im Zuge der wasserrechtlichen Vorgaben wahrnehmen. Dabei werden sie von den Gewässer-Nachbarschaften und vom zuständigen Wasserwirtschaftsamt unterstützt.
Die Gemeinde Kastl hatte schon seit längerer Zeit vor, die Unterhaltung für die Gewässersanierung zu beantragen. Jetzt erfolgten die Arbeiten am sogenannten "Reuthigraben" im Bereich der Ortschaft Reuth. Dafür ist nach dem Bayerischen Wassergesetz (BayWG) die Gemeinde Kastl verantwortlich. Besser bekannt ist das Gewässer in Löschwitz und Reuth unter dem Namen Silberbach. Bei der Flurbereinigung in den Jahren von 1954 bis 1963 ist es mit der Bezeichnung "Reuthigraben" im Grundstückskataster eingetragen worden. Er schlängelt sich zwischen dem Feuerwehrgerätehaus und der Herz-Jesu-Kapelle durch und prägt das Ortsbild entscheidend mit.
"Die letzte Unterhaltungsmaßnahme dieses Grabens liegt bereits über 50 Jahre zurück", weiß Stadtbaumeister Ludwig Hafner. "Jetzt hat sich die Gelegenheit ergeben, dass der Zweckverband zur Unterhaltung von Gewässern der Dritten Ordnung die schon lange notwendigen Arbeiten durchführen kann", erklärte er, als er mit dem neuen Kastler Bürgermeister Hans Walter die Arbeiten in Augenschein nahm. Mit dabei waren auch Robert Schraml, der Leiter des Bauhofs Kastl, Wolfgang Murr und Markus Schwab. Nachdem mehrere Tage daran gearbeitet wurde, sei somit auch die Überschwemmungsgefahr in der Ortschaft minimiert worden.
Die Arbeiten erfolgten in Zusammenarbeit und unter Aufsicht des Wasserwirtschaftsamtes Weiden. Die Gemeinde erhält hierfür eine Förderung in Höhe von 30 Prozent. Die Gesamtkosten betragen rund 4500 Euro.
Bürgermeister Hans Walter dankte beim Ortstermin für das Verständnis für die Maßnahmen, die nach all den Jahren notwendig waren und umfassend umgesetzt werden mussten. Nun werde man hier die nächsten Jahre nicht mehr tätig werden müssen.













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