09.08.2018 - 15:02 Uhr
RiedenOberpfalz

Bio-Masthähnchenstall: Gemeinde Rieden erklärt's

"Bio-Masthähnchen-Produktion ist keine Massentierhaltung": Darauf macht Riedens 3. Bürgermeister Gerhard Schnabel aufmerksam. Und Gemeindechef Erwin Geitner wundert sich, wie ein Gemeinderat zuerst für das Projekt war - und nun dagegen ist.

Vor dem Baugelände für den geplanten Bio-Masthähnchenstall informierten (von links) Riedens 3. Bürgermeister Gerhard Schnabel, Bürgermeister Erwin Geitner und 2. Bürgermeister Josef Weinfurtner über den einstimmigen Gemeinderats-Beschluss zum Bio-Masthähnchenstall.

(sön) "Es ist schon verwunderlich, wie mit dem Bezug auf fehlende Information ein Marktgemeinderat gegen den geplanten Bio-Masthähnchenstall argumentiert", betonte Bürgermeister Erwin Geitner. Bei einem Pressegespräch am Baugelände östlich des Wertstoffhofs, bei dem auch seine beiden Stellvertreter, Josef Weinfurtner und Gerhard Schnabel teilnahmen, erinnerte er an die öffentliche Ratssitzung vom 5. Juli. Damals sei unter dem Tagesordnungspunkt Bauanträge "die Errichtung des Bio-Masthähnchenstalls ausgiebig diskutiert" worden. Der Bauherr sei selbst anwesend gewesen und habe zahlreiche Fragen beantwortet.

Keine Geruchsbelästigung

Eine Stellungnahme des Bauamts wurde verlesen und über die von den Projektgegnern in einem Presseartikel angeführten Punkte diskutiert. Dass das Bauvorhaben im Landschaftsschutzgebiet liege, sei in der Marktgemeinde Rieden oft so, machte Geitner deutlich: Schließlich sei "alles auf der rechten Vilsseite Landschaftsschutzgebiet". In dieser Sitzung sei alles besprochen worden zum geplanten Stall - wie Fütterung, Reinigung, Kontrolle, Geruchsbelästigung und Bio-Voraussetzungen. Das geschah laut Geitner ohne Zeitbeschränkung. Jeder Marktgemeinderat habe Fragen stellen können. Bei dieser Art von Hähnchenmast sei keine Geruchsbelästigung zu erwarten, betonte der Bürgermeister, der das genau wissen wollte. Er habe deshalb "mit einem Teil der Gegner des Projekts am Sonntag, 22. Juli, einen Bio-Mastbetrieb in Nittenau besucht". Bei diesem Ortstermin sei keinerlei Geruchsbelästigung festzustellen gewesen. Zudem seien 9600 Masthähnchen beim Anfall von Mist und Futterverbrauch gleichzusetzen mit 17 Kühen. Das einstimmige Votum im Gemeinderat für das Projekt, das betonten alle drei Riedener Bürgermeister jetzt, sei in der kleinen Einheit, in der biologischen Mast und im nicht störenden Standort begründet: "Versagungsgründe rechtlicher Natur standen nicht entgegen, somit war der Antrag zu befürworten", machte Geitner deutlich.

Selbstverständlich würden Aspekte wie Emissionen, wasserrechtliche Fragen und Naturschutzbelange von den zuständigen Behörden geprüft. Dies sei auch in der Sitzung klar zum Ausdruck gebracht worden. Genehmigungsbehörde für den Bauantrag sei allerdings nicht die Gemeinde, sondern das Landratsamt mit den dazugehörenden Fachstellen.

Zudem handle es sich um einen ganz normalen landwirtschaftlichen Bauantrag, unterstrich Geitner - nicht um ein Großprojekt. "Würde ein Maststall für konventionelle Mast errichtet werden, wäre der Baukörper bei gleichem Tierbesatz halb so groß", verdeutlichte er.

Die Vorgeschichte

2. Bürgermeister Josef Weinfurtner fügte hinzu, "wir nehmen die Unterschriftenaktion und die Bedenken der Bürger ernst, setzen uns aber auch für eine naturnahe Landwirtschaft ein". Wenn nötig, werde auch bei einer Versammlung über das Projekt informiert. Ins gleiche Horn stieß 3. Bürgermeister Gerhard Schnabel. Er stellte klar: "Bio-Masthähnchenproduktion ist keine Massentierhaltung, darüber habe ich mich bereits im Vorfeld informiert." Und er ist überzeugt: "Wenn ein Kuhstall für 17 Kühe gebaut würde, wären die Bedenken wesentlich.".

Kühe wären etwas anderes

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