Rieden
13.01.2019 - 15:55 Uhr

Mehr laut als schön: Aber allen schmeckt's

Vor 25 Jahren ließ Erhard Richthammer mit seiner Hildegard die Tradition des Wurstsuppnfoahrns beim Bärenwirt wieder aufleben. Die Veranstaltung wurde zum Renner weit über den Landkreis hinaus. Auch am Samstag war der Saal proppenvoll.

Deftige Schmankerln aus der Bärenwirts-Kuchl standen bereit. Da muss man doch einfach kräftig zulangen, denn „… da haun ma uns heit n’ Ranzen voll.“ Bild: sön
Deftige Schmankerln aus der Bärenwirts-Kuchl standen bereit. Da muss man doch einfach kräftig zulangen, denn „… da haun ma uns heit n’ Ranzen voll.“
„Derf’s nu a Schlog Wurstsuppn sei?“ – denn die gab es zur Einstimmung. Bild: sön
„Derf’s nu a Schlog Wurstsuppn sei?“ – denn die gab es zur Einstimmung.
… und der Pilhofer Ernst bearbeitet seine Teufelsgeig’n. Bild: sön
… und der Pilhofer Ernst bearbeitet seine Teufelsgeig’n.
Der Zapf Wastl mit seiner Trommel ist als jüngster, der 84-jährige Lochner Walter mit seiner Quetschn der älteste bei den Wurstsuppenmusikanten mit von der Partie. Bild: sön
Der Zapf Wastl mit seiner Trommel ist als jüngster, der 84-jährige Lochner Walter mit seiner Quetschn der älteste bei den Wurstsuppenmusikanten mit von der Partie.
Ernst Dobmeier bearbeitete seine Gitarre, Richard Zapf sein Akkordeon, Erhard Richthammer (von links) sein Tamburin, und sie sangen mehr laut als schön dazu. Bild: sön
Ernst Dobmeier bearbeitete seine Gitarre, Richard Zapf sein Akkordeon, Erhard Richthammer (von links) sein Tamburin, und sie sangen mehr laut als schön dazu.
„Da geht’s heit auf und da is ganz toll, da haun mir uns heit d’ Wampn voll“ psalmodierte der Bärenwirts-Erhard. Bild: sön
„Da geht’s heit auf und da is ganz toll, da haun mir uns heit d’ Wampn voll“ psalmodierte der Bärenwirts-Erhard.

Schon bevor es zur Einstimmung eine normale Wurstsuppn gab, kam Leben in die Bude: Sieben urige Musikanten zogen ein, voran mit seinem Schifferklavier Toni Reindl, dann Richard Zapf mit seinem Akkordeon. "Dem sei Bua, der Wastl", bearbeitete die kleine Trommel, Walter Lochner seine Quetschn, Ernst Dobmeier seine Gitarre, Erhard Richthammer sein Tamburin, und Ernst Pilhofer setzte mit der Teufelsgeige einen drauf. Sie spielten zünftig auf und sangen mehr laut als schön dazu.

"Guten Abend, liebe Gemeinde, wir kommen aus der Fern, mir ham g'hört, dass g'schlacht is worn, beim Bärn", sagte Erhard Richthammer und fuhr fort: "Da geht's heit auf und da is ganz toll, da haun mir uns heit d' Wamp'n voll." Es war so wie früher, wenn zur Hausschlachtung beim Bauern ab und zu, manchmal auch verkleidet, die Wurschtsuppnfahrer, begleitet von einem Quetschnspieler, kamen und mit lustigen Reimen um Nahrung bettelten. Bevor es aber an die Fleischtöpfe ging, mussten sich die Gäste von Richthammer einiges gefallen lassen. Sie hörten, dass aus dem Siegentanner Gei ein Haufen Hungriger angereist sei: "Und die fressen heit eine, dass's raucht und ihr Wei drei Tog nix kocha braucht."

Auch Gäste aus Thanheim bekamen ihr Fett weg. Über viele Besucher aus Rieden, Vilshofen und der Regensburger Gegend wusste Erhard Richthammer ebenfalls allerlei. Dann aber fuhren Jung-Chefin Susanne mit ihrer Mutter Hildegard auf, was sie in ihrer Kuchl aus der Sau gezaubert hatten: sauere Lüngerl und Nierchen, Sur- und Kesselfleisch, Ripperl, Schweinebraten, Schnitzel, Fleischpflanzerl und Bratkartoffeln. Eine Tombola rundete das Ganze ab.

 
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