13.01.2020 - 12:35 Uhr
RiedenOberpfalz

Wirtshaus brodelt beim Wurstsuppnfoahrn in Rieden

Kein Fasching in Rieden ohne das Wurstsuppnfoahrn beim Bärenwirt, einer Faschingsveranstaltung der besonderen Art. Und so war am Samstag der Saal auch heuer wieder proppenvoll.

"Darf's noch ein Schlag Wurstsuppn sein?“ Die Bärenwirtsküche hatte alles im Griff.
von Hubert SöllnerProfil

Vorab aber gab es zur Einstimmung für die Besucher eine schmackhafte, ganz ordinäre Wurstsuppn. Dann aber kam Leben in die Bude: Sechs urige Musikanten zogen ein.

Voran Toni Reindl und Richard Zapf Richard mit ihren Ziehharmonikas, Wastl Zapf bearbeitete seine kleine Trommel, Erhard Richthammer sein Tamburin und Walter Lochner setzte mit seiner Quetschn noch eins drauf - für die Teufelsgeige wurde ein Besucher aus dem Saal rekrutiert. Zünftig spielten sie auf: Zwiefache, Bairische, Polka, Walzer und Landler. "Guten Abend, liebe Leut', wir kommen aus der Fern, mir ham g'hört, dass g'schlacht is worn beim Bärn" psalmodierte Erhard Richthammer mit der Kraxn auf dem Buckl. Und er versprach: "Da geht's heit auf und da is ganz toll, da haun ma uns die Wampen voll." Er fuhr fort: "Es gibt Fleisch und Wurst und Sauerkraut, roh, gekocht, zur Not auch vorgekaut."

Alles war halt so wie früher, wenn zur Hauschlachtung beim Bauern ab und zu die Wurschtsuppnfahrer begleitet von einem Quetschnspieler kamen und mit lustigen Reimen um eine Wurstsuppe bettelten. Wenn dann einmal der Wursterer nicht aufgepasst hatte und einige Würste platzten, war die Wurstsuppe erst "so richtig guat", hieß es.

Bevor es aber beim Bärenwirt an die Fleischtöpfe ging, mussten sich die Gäste noch einiges gefallen lassen. So erfuhren Leut aus Franken: "Die schmecken meilenweit as Fressen und Saufen auch schon in der Dunkelheit." Zu Thorsten Hottner meinte er: "Ein Mannsbild, eine wahre Pracht. Einen Tisch voll Hungriger hat er wieder mitgebracht. Ich kann euch sagen, Gott sei Dank, es ist gesorgt für Speis und Trank." Von der Annemarie am Vilshofener Tisch, Dienstälteste Bedienung beim Bärenwirt, wusste er: "Und seid froh, dass sie alle Montage geht zur Gymnastik für Busen, Beine und Po." Und er lobte sie, denn "heute tut sie mal nicht die Beine recken, heut' bleibt sie sitzen und lässt es sich schmecken."

Über die Gäste, auch aus Ebermannsdorf, Schmidmühlen und bis aus Weiden waren sie gekommen, wusste der Erhard noch einiges, bis er alle aufforderte: "Haut's eich nur voll und lasst's es eich schmeckn, dann kinnt's eich wieda d' Goschn ablecka."

Das ließ sich keiner zweimal sagen, denn die Bärenwirts-Susanne und ihre Mutter fuhren auf, was sie in ihrer Kuchl aus der Sau gezaubert hatten: Saure Lunge, gebackene Zunge, Brüstl, Fleischpflanzerln, knusprige Ripperl, saure und gebratene Würstl, Kesselfleisch und a G'selchts. Dazu Dotsch, Bratkartoffeln, Kartoffelstampf und Sauerkraut. Eine reichhaltige Tombola rundete den Abend ab. Die Musikanten spielten weiter zünftig auf und sorgten für Stimmung.

Erhard Richthammer (vorne) und Kollegen beim Musizieren.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.