24.05.2019 - 11:49 Uhr
Riglasreuth bei NeusorgOberpfalz

Baustellen über der Fichtelnaab

Verkehrsteilnehmer müssen bei Riglasreuth vom "rechten" Weg abkommen. Sowohl der Landkreis Tirschenreuth als auch das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach schicken Baufirmen zu Brückenarbeiten. Doch nur ein Vorhaben erfordert einen Umweg

Noch steht die 64 Jahre alte Fichtelnaabbrücke der Staatsstraße 2177 bei Riglasreuth. Ab Juni lässt sie das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach abbrechen und einen Ersatzneubau errichten. Der Verkehr läuft in dieser Zeit über eine Behelfsbrücke.
von Hubert Lukas Kontakt Profil
Nicht mehr befahrbar ist in Riglasreuth die Brücke der Kreisstraße TIR 21. Bis voraussichtlich Ende August werden die Sanierungsarbeiten dauern.
Nicht mehr befahrbar ist in Riglasreuth die Brücke der Kreisstraße TIR 21. Bis voraussichtlich Ende August werden die Sanierungsarbeiten dauern.

Auf die ausgeschilderte Alternativstrecke über die Staatsstraßen 2177 und 2665 müssen Last- und Autofahrer bereits ausweichen, die bei Riglasreuth auf der Kreisstraße TIR21 unterwegs sind. Seit Montag ist dort die Strabag AG (Ingenieurbau Roding) mit Sanierungsarbeiten beschäftigt. Diese machen eine Totalsperrung des Streckenabschnitts erforderlich, die voraussichtlich bis Ende August Bestand haben wird.

Das Bauwerk über die Fichtelnaab wird bis auf den Überbau, das Widerlager und die Flügelwände und komplett zurückgebaut, teilt das Landratsamt Tirschenreuth mit. Die Rückwandbereiche der beiden letztgenannten Bestandsteile werden freigelegt und gereinigt. Darauf kommt eine bituminöse Deckschicht. Weitere Maßnahmen sind Verpressen von Rissen, Abdichten des Überbaus mit Harz, Erneuerung von Kappen, Schrammborde und Geländer sowie Wiederherstellen des Fahrtbahnbelags (Asphalttrag- und Deckschicht). Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 355 000 Euro.

Noch größer fällt das Projekt des Staatlichen Bauamtes Amberg-Sulzbach aus. Die Behörde lässt voraussichtlich ab Montag, 3. Juni, die Fichtelnaabbrücke im Zuge der Staatsstraße 2177 komplett erneuern. Eine Behelfsbrücke im Osten des bestehenden Bauwerks soll aber hier "den Verkehr dauerhaft aufrecht erhalten", erläutert Bauoberrat Hannes Neudam. Baubedingt könne aber die kurzfristige Umleitung über das "parallele Straßennetz" erforderlich werden.

Errichtet worden ist die Fichtelnaabbrücke 1955. In der Regel seien Brücken nach 50 bis 60 Jahren erneuerungsbedürftig, erklärt Neudam. Die bisherige sogenannte Drei-Feld-Brücke, unter der die Fichtelnaab und ein Radweg verlaufen, mit einer Gesamtlänge von 29 Metern wird durch eine Zwei-Feld-Variante mit fast identischem Ausmaß ersetzt. Sie wird dann statt zwei nur noch einen Pfeiler aus Stahlbeton benötigen, auf dem - wie auf den beiden Widerlagern - Spannbetonfertigteile aufliegen werden. Das neue Bauwerk werde "kompakter, um nicht zu viel Fläche zu verbrennen", führt Neudam aus. Etwas größer fällt dagegen mit 11,6 Meter der Querschnitt zwischen den Geländern aus. Dadurch verbreitert sich - abzüglich der Kappen und Schutzeinrichtungen - die Fahrbahn auf 7,5 Meter und "entspricht dann dem aktuellen Regelwerk". Zum Schutz wird der Radweg "eingehaust" und bleibt dadurch laut Neudam während der gesamten Arbeiten benutzbar. Kurzzeitige Sperrungen seien aber möglich.

Sobald die auch für einen "normalen Schwerlastverkehr" ausgelegte Behelfsbrücke mit Geländer und Anprallschutz stehe und der Straßenverlauf angepasst sei, werde die bestehende Konstruktion abgebrochen, skizziert der Bauoberrat den Ablauf der Arbeiten. Dies soll alles in diesem Jahr geschehen. 2020 folgt zunächst der Ersatzneubau mit Erneuerung der Anschlüsse. Dem schließen sich der Rückbau des Behelfsbrücke sowie die Instandsetzung der Staatsstraße im Bereich des Pendlerparkplatzes bis südlich von Neusorg an. Dies alles zusammen wird laut dem Behördenmitarbeiter rund 3,5 Millionen Euro kosten.Während der Straßenbaumaßnahmen muss dann der Verkehr großräumig über die St 2665 und St 2181 umgeleitet werden.

Welche Firma die Arbeiten ausführt, steht noch nicht fest. "Wir sind noch in der Vergabephase", berichtet Neudam. Angebote würden geprüft, die Vergabe werde demnächst erfolgen.

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