Röthenbach bei Reuth bei Erbendorf
11.10.2018 - 18:53 Uhr

Bauern in Bewegung

„Die Landwirtschaft muss gemeinsam mit der Politik ein Leitbild für die Zukunft entwickeln.“ Das stellte Landtagsabgeordneter Tobias Reiß beim CSU-Diskussionsabend zur aktuellen Situation der Bauern fest.

Den Landwirten stand Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (rechts) beim CSU-Diskussionsabend Rede und Antwort. Mit auf dem Bild (links) Geschäftsführerin Marion Höcht. Bild: njn
Den Landwirten stand Landtagsabgeordneter Tobias Reiß (rechts) beim CSU-Diskussionsabend Rede und Antwort. Mit auf dem Bild (links) Geschäftsführerin Marion Höcht.

„Viele sehen die Landwirtschaft im Spagat zwischen Sozialromantik und Wettbewerb“, so Landtagsabgeordneter Tobias Reiß. Zahlreich kamen die Landwirte in die Zoiglstub´n beim Rechensiemer in Röthenbach, um gemeinsam mit dem Mandatsträger zu diskutieren. Eingeladen dazu hatten die CSU-Ortsverbände Krummennaab und Erbendorf. Mit dabei als Frau vom Fach war Marion Höcht, Geschäftsführerin des Maschinen- und Betriebshelferrings Tirschenreuth. Die Landwirtschaft sei Herausforderungen ausgesetzt. „Auf der einen Seite sinkt der Bezug der Bevölkerung zur Landwirtschaft und die Preise sind noch auf dem Niveau wie vor 30 Jahren.“ Auf der anderen Seite kämpften die Landwirte mit den gestiegenen Anforderungen aus dem Umweltschutz.

„In den Medien wird das Idealbild des kleinbäuerlichen Betriebes dargestellt“, so Höcht. Doch in der Realität werden die Landwirte durch Bürokratie, Preise und der Zusammenschlussdrang zu immer größeren Einheiten belastet. „Irgendwann stecken sie in der Arbeits- und Kostenfalle und kommen nicht mehr heraus.“ Dass das so ist, konnten die Landwirte beispielhaft anhand der Problematik in der Teichwirtschaft sowie bei den in Planung befindlichen Vorschriften insbesondere zur Ferkelkastration anführen. „Dies führe dazu, dass kleinere Betriebe zum Aufgeben gezwungen werden und die Produktion in andere Regionen wandert, wo sich niemand um spezielle Tierschutzvorschriften kümmert“, so die Landwirte einhellig.

Forderungen an Landtagsabgeordneten Tobias Reiß beziehungsweise die Politik folgten prompt: Die Politik soll mehr zur Landwirtschaft stehen, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in den Medien. Ebenso soll die überbordende Bürokratie eingedämmt oder die Landwirte mehr unterstützt werden. Ein akutes Problem stellte in diesem Jahr die langanhaltende Dürre dar, die zu Ernteausfällen insbesondere im Futterbereich geführt hat. Der Freistaat habe nach den Worten vieler hier schnell Hilfe zugesagt, die als einmalige Aktion auch geholfen, aber zu einem gewissen Preisanstieg geführt haben.

Im Hinblick auf den im Gange befindlichen Klimawandel regte Höcht eine Art Versicherung an, um dem Problem nachhaltig Herr zu werden. Ein anderer Ansatz bestehe darin, das Steuerrecht so zu ändern, dass die Landwirte Rücklagen für schlechte Zeiten bilden können. „Das ist aber nach derzeitigem Recht nicht möglich.“

„Die Landwirtschaft ist vielfältig und bunt“, stellte die Geschäftsführerin fest. Inzwischen gebe es in der Region eine Reihe von Betrieben, die erfolgreich Bioprodukte erzeugen und vermarkten. Daneben biete aber auch die konventionelle Landwirtschaft hochwertige Produkte. „Denn gute Ernährung darf keine Frage des Einkommens werden.“

Die Diskussionbeiträge nahm Landtagsabgeordneter Reiß mit offenen Ohr auf. „Es ist überaus wichtig, dass die Landwirtschaft mit der Politik ein Leitbild für die Zukunft entwickelt.“ Alle müssten sich klar werden, wie die Landwirtschaft in Zukunft aussehen soll und was jeder bereit ist, dafür zu zahlen. „Denn davon wird es abhängig sein, wie unsere Kultur- und Landwirtschaft in zehn Jahren aussehen wird“, ist Reiß sicher.

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