Keine Wünsche offen im Lichterschein

Leise rieselt der Schnee bei der Röthenbacher Dorfweihnacht. Ein Meer aus 700 Gläsern mit Teelichtern taucht das besinnliche Treiben im Ort in ein zauberhaftes Licht.

Feuertonnen sorgten in den Abendstunden für beleuchtete Häuserfassaden. Was die rund 600 Bürger aus Röthenbach, Letten und Escheldorf ihren Gästen boten, darf als mustergültig bezeichnet werden. Rund drei Monate waren sie mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das uneigennützige Engagement ist besonders hervorzuheben, da der gesamte Erlös an die Kinderkrebshilfe in der Oberpfalz weitergereicht wird. Auch wenn der örtliche Feuerwehrverein mit Vorsitzendem Hubert Schricker an der Spitze federführend ist, ist die gesamte Dorfgemeinschaft eingebunden.

"Alles hat im Jahr 2009 klein angefangen, doch ist diese Veranstaltung im zweijährigen Turnus mit immer neuen Ideen stetig gewachsen", betont der Chef der Floriansjünger. Die Röthenbacher Dorfweihnacht als Wohltätigkeitsveranstaltung hebe sich von anderen Märkten ab. "Jeder Cent aus dem Erlös geht als Spende an die Kinderkrebshilfe in der Oberpfalz", verwies er darauf, dass bisher rund 17.000 Euro gespendet wurden. Schricker hoffte, heuer die 20.000- Euro-Marke zu knacken.

Mit weihnachtlichen Stücken gaben die rund 20 Musikanten der Blaskapelle Reuth unter Leitung von Gabriel Schider mit ihren Blech- und Holzblasinstrumenten der Dorfweihnacht zum Auftakt eine besondere Note. Die Kindertanzgruppe als "Rentiere" und die Jugendtanzgruppe als "grüne Nikoläuse" unter der Leitung von Julia Hösl und Franziska Espada von der Tanzgruppe "Funky Feed" des TSV Reuth bereicherten zur Begeisterung der Besucher das attraktive Programm. Die Frage "Wo ist was geboten?" beantworteten als Nachtwächter gekleidet die 26-jährige Lisa Prucker und die drei Jahre jüngere Franziska Espada, beide aktiv in der Röthenbacher Wehr. Von beiden, mit Sturmlaternen ausgerüstet, gab es nicht nur die notwendigen Informationen, ihr Handwägelchen war auch beladen mit Hochprozentigem, der gegen eine Spende für die gute Sache unentgeltlich ausgeschenkt wurde. Im Mittelpunkt stand der Dorfplatz samt beleuchtetem Christbaum und einer etwa zehn Meter langen Theke aus halbierten Baumstämmen, die ihren Zweck nicht verfehlten. "Des gibt's" stand auf den Speisekarten zur breiten kulinarischen Palette. Ob kubanische Linsensuppe, Bratwurst vom Holzofengrill am "Weihnachtsstadl", entsprechende Getränke am "Glühwein-Haisl" oder Rosenküchle im "Koundlhof", selbstgemachte Marmelade im "Hausmacher-Haisl", Zwiebelkuchen aus dem Holzbackofen der Zoiglstube "Zum Rechersimer", Kaffee und Kuchen im zum Weihnachts-Café umfunktionierten Schulungsraum im Gerätehaus, Kartoffelspiralen oder zur Abwechslung Schmandbrot, keine Wünsche blieben offen. Als Rarität für die durstigen Kehlen wurde demonstriert, wie "Stachelbier" entsteht. Es durfte natürlich auch verkostet werden. Dabei wird ein glühender runder "Stachel" in ein mit Bockbier gefülltes Glas eingetaucht, der den Gerstensaft karamellisiert und ihm eine besondere Würze verleiht. Ganz in der Nähe des Dorfplatzes war der Stern von Bethlehem nicht zu übersehen. In der Scheune des Kommandanten Anton Kick lockte eine lebende Krippe mit einem Dutzend kleiner Lämmchen die Besucher an. Auch hatten einige Röthenbacher ihre Türen geöffnet, luden zum Verweilen und Aufwärmen ein. Stellvertretend sei die Metallkunstschmiede von Karin und Manfred Kreinhöfer erwähnt oder die Holzland-Garage der Familie Kick. Hier konnten neben der großdimensionierten Krippenlandschaft auch die Kunstwerke des Holzschnitzers Siggi Schwarzbauer aus Escheldorf bewundert werden. In dieser Scheune befand sich auch die beliebte Bastelstube. Kurzum, die Faszination der Röthenbacher Dorfweihnacht war außergewöhnlich, da von der Konkurrenz durch andere Weihnachtsmärkte nichts zu spüren war.

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