Leidiger Lottogewinn

Mit einem lustigen und energiegeladenen Faschingsnachmittag feiern die Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Erhard die fünfte Jahreszeit. Die Besucher erleben Stunden voller Frohsinn und Superstimmung.

Pfarrer Gerhard Schmidt, Lena Dworzak und Alexander Ram (von rechts) sorgen mit dem Sketch "Der Lottogewinn" von Loriot für viel Heiterkeit.
von Elisabeth DobmayerProfil

Im voll besetzten Schützenhaus führte Kirchenpfleger Manfred Zeitler durchs Programm, das prall gefüllt war und dem Publikum kaum Lachpausen ließ. Pfarrer Gerhard Schmidt verkörperte die Hauptfigur aus dem Loriot-Sketch „Der Lottogewinner“. Er trat als 66-jähriger Rentner Erwin Lindemann auf, der gerade 500 000 Mark im Lotto gewonnen hat und nun in seinem Wohnzimmer von einem Fernsehteam (Lena Dworzak und Alexander Ram) für die Abendnachrichten zu seinen weiteren Plänen befragt wird. Lindemann, auf einer Holzbank am Tisch sitzend und wegen des Trubels durch die Fernsehleute um ihn herum sichtlich nervös, soll nur eine kurze einstudierte Erklärung abgeben. Der Senior zeigt sich überaus stolz, dass ausgerechnet zu ihm eine Kamera ins Wohnzimmer kommt. Wegen verschiedener technischer Schwierigkeiten und mehrerer Korrekturen seitens des zunehmend entnervt auftretenden Regisseurs muss Lindemann seinen Text immer wiederholen und bringt schließlich alles durcheinander. Nachdem er nun in Besitz so vielen Geldes ist und eigentlich nach Rom zur Papstaudienz reisen will, fragte Lindemann zwischendurch Schützenmeister Johann Gösl spontan ob er ihm Geld für die Stromkosten im Schützenhaus geben soll und erntete viel Lachen.

Flower-Power-Stimmung verbreiteten die Hippies aus Pfarrgemeinderat und Frauenbund. Einen pantomimischen Kinobesuch präsentierten Petra Schnupfhagn, Rita Reil und Monika Runkel und führten beeindruckend vor „was im Kino in der ersten Reihe alles passieren kann.“ Die Hindernisse überwand ein junges Pärchen erst, als es zum Austausch von intimen Zärtlichkeiten kommt. Einen Kuss wollte dann aber dennoch niemand an seinen Nachbarn weitergeben und die traute Zweisamkeit kehrt zurück, da alle anderen Kinobesucher die Flucht antraten. Birgit Gösl und Sonja Herold traten beim Sketch „Ein leckeres Eis“ als dementes Seniorenpaar auf. Die zwei betagten Senioren sind mit ihrem Gehwagen unterwegs und wollen sich an einem sonnigen Tag mit viel Vogelgezwitscher auf einer Parkbank ausruhen. Allerdings bekommen sie dann Lust auf ein Eis. Der Ehemann will sich umgehend auf dem Weg machen, hat aber Schwierigkeiten sich die Eissorten für seine Liebsten zu merken. Als er wiederkommt bringt er anstelle der eiskalten Erfrischung Wurstsemmeln mit. Die Ehefrau vergaß zwischenzeitlich ebenfalls, dass er eigentlich Eis holen sollte und fragt nach, ob er denn keinen Senf dabei hat. „Nein, den habe ich vergessen.“ Darauf meinte die Ehefrau: „Ich hab dir doch gesagt, schreib es dir auf.“

Eine ungewöhnliche Bergwanderung machten schließlich Inge Wolfrath und Anna Scheibl vom Pfarrgemeinderat als Ehepaar. Sie konnten sich nicht entscheiden, ob sie den Regenschirm einpacken oder zuhause lassen sollen. „Immer dieses hin und her, mal so, mal so. So was Wankelmütiges und Unbeständiges wie ihr Weibsleut seid, kann ich ganz und gar nicht leiden“, schimpfte der Ehemann genervt. Eine gehörige Portion Frohsinn, Witz und Vergnügtheit versprühten die 25 Kinder des Kinderchors der Pfarrei mit ihrem Auftritt. Sie jagten musikalisch „Die Affen rasen durch den Wald“ durch das Schützenheim. Außerdem brachten sie das bekannte Lied aus dem Dschungelbuch „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ mit Balu dem Bär mit. Bei der Liedzeile „Hast du das jetzt kapiert? Denn mit Gemütlichkeit kommt auch das Glück zu dir! Es kommt zu dir!“, schwirrten die Buben und Mädchen - Luise Kreis ist mit vier Jahren die jüngste Sängerin - unter das Beifall klatschende Publikum aus und verteilten Glückskekse.

Thomas Winderl (Posaune), Kathrin Scheibl (Gitarre und Gesang) und Markus Uschold (Keyboard) studierten diesen Beitrag ein. Unterstützt wurden sie instrumental auch noch von Felix Uschold mit dem Cajòn. Schließlich beendete „Everybody Needs Somebody“ von den Blues Brothers den Auftritt, der bestens bei den Besuchern ankam. Im Gastzimmer des Schützenhauses wurden die kleinsten Faschingsbesucher von Pfarrgemeinderatsmitglied Katja Gieler, Katharina Klaszka und Ella Axmann kindgerecht betreut und zu Mal- oder Bastelabenteuern eingeladen.

Süße Kätzchen sind auch mit von der Partie.
Selbstgebackene Köstlichkeiten und deftige Wurstsemmeln dienen der Stärkung.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.