Fast 20 Jahre lang war Polizeioberrat Hans-Peter Kammerer in der Funktion des Präsidialbüros beziehungsweise als Pressestellenleiter beim Polizeipräsidium Oberbayern und Oberbayern Nord. Nun tritt er nach 43 Dienstjahren in den Ruhestand und wird wohl auch wieder öfter in seinem Heimatort Roggenstein anzutreffen sein.
Trotz Corona lud Präsident Günther Gietl zu einer Verabschiedung im Innenhof des Polizeimuseums in Ingolstadt ein. „Wir hatten auch noch Glück mit dem Wetter, so dass ich mich von drei der sechs Polizeipräsidenten, denen ich ‚gedient‘ habe in den Ruhestand verabschieden konnte“, erzählt Kammerer. Gerade bei überregionalen Ereignissen, wie zwei Amokläufen, einer Flugzeugentführung, dem G7-Gipfel in Elmau und mehreren Geisel- oder Katastrophenlagen, einschließlich des Jahrhunderthochwassers zu Pfingsten 1999, gab es vielfältig Kontakt auch zu den Oberpfalz-Medien in Weiden. Zuletzt wegen mehrerer Durchsuchungsaktionen im Zusammenhang mit der Reichsbürgerszene. Als Oberpfälzer legte er auf die Zusammenarbeit natürlich besonderen Wert.
Wenn Hans-Peter Kammerer zurückblickt, war seine Aufnahmeprüfung 1976 bei der Polizei durchaus mit Hindernissen gepflastert. „Mein Vater fuhr mich von Roggenstein nach Nürnberg zum Einstellungstest. Auf halben Weg beim Hinberg musste sein VW-Käfer mit einem kapitalen Motorschaden aufgeben. Ein Busfahrer auf einer Werksfahrt hielt, nahm mich mit lieferte mich am Standort der Bereitschaftspolizei ab, so dass ich etwas aufgeregt, aber noch rechtzeitig da war.“ Trotz des holprigen Starts legte Kammerer eine großartige Karriere bei der Polizei hin. In seiner aktiven Zeit als Pressesprecher für die Münchner Polizei, die Flughafenpolizei und das Polizeipräsidium Oberbayern und Oberbayern Nord begleitete er unzählige Einsätze. Zur Flugzeugentführung, zwei Amokläufen, zahlreiche Geiselnahmen, dem Jahrhunderthochwasser gesellten sich auch sehr schöne Ereignisse, wie der Besuch von Papst Benedikt XVI. oder die Fußballweltmeisterschaft.
Doch auch sehr tiefgreifende und traurige Ereignisse sowie mehrere Katastrophenlagen, Hausexplosionen, Großbrände, dutzende Tötungsdelikte, mehrere Schusswaffengebräuche und nicht zuletzt der G7-Gipel in Elmau lassen den Pensionär auf eine ereignisreiche Zeit mit vielen unvergesslichen Einsatzerlebnissen zurückblicken. „Gerade die Arbeit nahe der Behördenleitung und der Umgang mit den Medien bot mir über viele Jahre einen unwahrscheinlich abwechslungsreichen Alltag, der die Zeit zum Fliegen brachte, aber auch ein gehöriges Maß an Flexibilität forderte.“ Als Pressesprecher sah er sich stets als Vermittler behördlicher und journalistischer Interessen. „Dass über 80 Prozent der Bevölkerung mit ihrer Polizei zufrieden sind, hat im zweiten Aufschlag ganz sicher mit guter Öffentlichkeitsarbeit zu tun“, zeigt sich Kammerer überzeugt. Ganz nach dem Sprichwort: „Tue Gutes und rede darüber."
So zieht der gebürtige Roggensteiner am Ende seiner aktiven Dienstzeit auch ein überaus positives Fazit: „Mir persönlich bot der Polizeiberuf all das, was ich mir gewünscht hatte. Ich blicke gerne auf diese aufregende, teilweise anstrengende aber letztlich glückliche Zeit zurück. Dass meine Ehefrau Gisela bei der offiziellen Feier dabei sein konnte, war noch ein weiterer Höhepunkt, bevor ich zufrieden servus sage.“ Kammerers Ehefrau Gisela stammt ebenfalls aus Roggenstein und war eine geborene Wolfrath. Kammerers Eltern, Karl und Hildegard, die seit mehr als 65 Jahren verheiratet sind, freuen sich natürlich schon jetzt auf die Besuche ihres Sohnes und der Schwiegertochter, die nun mehr Freizeit genießen können.














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