"Schneeflittchen" lässt sich lange bitten

Wer die wahre Geschichte über Schneewittchen und ihre Zwerge hören wollte, musste ins Luhetal zur Faschingsgaudi der "Edelweiß"-Schützen kommen.

Mit Geschenken wollen die Zwerge das "Schneeflittchen" (Mathias Kraus) für sich gewinnen. "Schöne, gib mir schnell einen Kuss, weil ich dann wieder fischen muss", forderte er.
von Elisabeth DobmayerProfil

Wenn sich im Luhetal ein Bischof aufmacht, um die Beichte zu hören, eine Nonne über das Tanzparkett schwebt und orientalische Schönheiten den Schützensaal unsicher machen, dann ist auch in Roggenstein die fünfte Jahreszeit auf dem Höhepunkt angelangt. Die „Edelweiß“-Schützen hatten sie alle zum Ball eingeladen. Selbst Sträflinge hatte an diesem Abend offenbar Freigang und feierten zünftig mit.

Das „K & K“-Duo Josef Wolfrath und Gerhard Maier wusste genau, was das Publikum an so einem feucht-fröhlichen Abend hören wollte. Vom „Griechischen Wein“ bis hin zu Rock’n' Roll hatten die Musiker alles im Programm. Zu fortgeschrittener Stunde überraschten die Schützen mit einer humorvollen Einlage unter dem Motto „Die wahre Geschichte der sieben Zwerge“. „Schneeflittchen“ (Mathias Kraus) spazierte durch den Märchenwald, sieben kleine Zwerge trafen auf die langhaarige schwarze Schönheit und jeder der Knirpse buhlte sofort um ihre Gunst.

Die Zuschauer bogen sich vor Lachen, als die Mitwirkenden hinter einem Vorhang auf den Knien herbeikrochen, um der Größe zu entsprechen. „Zuerst der Chefzwerg Hans, er hatte den allerschönsten Kranz. Einen Runden für die schöne Maid, er wär fürs Schnackseln schon bereit. Du zarte Hübsche, nimm doch mich mit ins Bett, dann wärm ich dich.“

Ganz entsetzt meinte das „Schneeflittchen“: „Nein, nein du kleines Schwein, du kommst mir nicht ins Bett hinein.“ Nacheinander warben alle sieben Zwerge mehr oder weniger forsch um die Schönheit im Wald und brachten Geschenke mit. „Der Oberzwerg ist Sepp und dacht, ich bin ja auch kein Depp. Mit Lagerbräu und Kümmel kann ich dich verwöhnen, du Schönste aller Schönen. Komm und geh mit mir durch den Wald, denn Frühling wird es bald.“ Auch dieses Werben gefiel dem „Schneeflittchen“ nicht: „Nein, nein, du träumst doch nur vom Kümmel, an meinen Busen greifst du nicht, du Lümmel.“

Doch plötzlich kam Biker Luis daher, Prinzessin bitte sehr. „Ich schleppe Mädchen und Autos ab, und ich hab den allergrößten Zauberstab. Und das Spieglein an der Wand sagt, ich sei die Schönste im ganzen Land.“ Erst dieses Mal war „Schneeflittchen“ bereit: „Du Schönste von Roggenstein, auf dich bin ich scharf, mit dir möchte ich zusammen sein.“

Das Ende dieser Geschichte war schlimm, denn angesichts dieser Entwicklung wurden alle Zwerge schwul, und darum sind sie ausgestorben. Für den Auftritt erhielten die Schützen tosenden Applaus. Mit einer Polonaise zogen sie anschließend mit allen Besuchern quietschfidel durch den Saal.

Immer wieder ertönte ein dreifaches Hoch auf Schützenmeister Johann Gösl, der wieselflink durch das Publikum sauste, um alle kulinarischen Wünsche zu erfüllen. Als Mitternachtsshow luden die Schützen wie in den Jahren zuvor die Waidhauser Showtanzgruppe „Public Surprise“ ein, die unter Regie von Tobias Bauer wieder einen fulminanten Beitrag zeigte. Der Auftritt stand dieses Jahr unter dem Motto "Die Jugend unserer Eltern" mit Hits aus den 60er, 70er und 80er Jahren mit Abba, Queen oder Kenny Loggins.

Zuerst fühlte sich ein älteres Paar unwohl in der heutigen Disco und schwärmte von den alten Zeiten. Nach einem Zeitraffer findet es sich in eine 70er-Jahre-Disco zurückversetzt. Mit Rock'n Roll, Akrobatik, Männer-Solo und bunten Kostümen brachten die Künstler die Flower-Power-Zeit ins Luhetal zurück. Mitwirkende waren Michelle Bauer, Sophie Deinl, Sophie Landgraf, Julia Landgraf, Kerstin Kramer, Marie Meindl, Madeleine Pflaum, Saskia Kleber, Annalena Kraus, Sophie Reber, Lena Federl, Annalena Rewitzer, Theresa Neuber, Nina Hunsperger, Sofie Nickl, Ann-Marie Kals, Theresa Betz, Selina Werner, Sophia Laskaridis, Dominik Riedel, Björn Widman, Lukas Kick, André Nickl und Steven Zetzl.

Zwerg Fischer Fredi, glaubt, er sei der Schönste weit und breit.
Rudi Zwerg, der war sehr groß, legt gleich Blumen in "Schneeflttchens" Schoß.
Gespannt verfolgen die abgewiesenen Zwerge, wie es ihrem Kameraden beim Werben um "Schneeflittchen" ergeht.
Das türkische Zwerglein Kurt will "Schneeflittchen" mit einer Zwiebel massieren.
Oberzwerg Sepp verwöhnt mit Lagerbier und Kümmel. Doch auch das hilft nicht, "Schneeflittchen" zu überzeugen.
Die Zwerge rutschen auf den Knien durch den Wald, damit sie die passende Größe vortäuschen. Spaß und Stimmung waren durch diesen Auftritt Programm.
„Ich schleppe Mädchen und Autos ab, und ich hab den allergrößten Zauberstab. Und das Spieglein an der Wand, sagt, ich sei die Schönste im ganzen Land.“ Biker Luis war der Auserwählte.
„Ich schleppe Mädchen und Autos ab und ich hab den allergrößten Zauberstab. Und das Spieglein an der Wand, sagt, ich sei die Schönste im ganzen Land.“ Biker Luis war der Auserwählte.
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