Weihnachten findet nicht bei allen Menschen statt

Der Heiligabend ist für viele Menschen ein Tag des Kummers und Leids. Auch daran wird beim Krippenspiel in der Pfarrkirche St. Erhard in Roggenstein erinnert.

Eine große Gruppe an Kindern studierte das Krippenspiel in der St. Erhard Kirche in Roggenstein ein und trugen es mustergültig vor. Andächtig stehen sie vor der Krippe des Jesuskinds.
von Elisabeth DobmayerProfil

„Viele Lichter brennen. Aber in vielen Menschen ist es dunkel vor lauter Kummer und Angst. Alle denken an Weihnachten. Aber bei vielen Menschen kehrt trotzdem keine Freude ein“, hieß es im Prolog des Krippenspiels in der Pfarrkirche St. Erhard. Zum zwölften und letzten Mal übernahm Rektor a. D. Manfred Zeitler die Regie. Mit viel Geduld lehrte er den Kindern alljährlich zur Weihnachtszeit die Rollen, legte Wert auf die Aussprache und auf die richtige Gestik. Nach diesem Krippenspiel soll endgültig Schluss sein. Zeitler hielt nichts von modernen Krippenspielen sondern setzte ganz auf Tradition mit der Verkündigungsszene, dem Befehl des Kaisers, der Eintragung in die Steuerlisten, Herbergssuche, die Geburt des Jesuskindes, Hirten auf dem Feld und an der Krippe. Laut Umfrage gebe es in Deutschland schon viele Menschen, die die Weihnachtsgeschichte aus dem Lukas-Evangelium für ein Märchen halten. Dem wollte der Pädagoge immer entgegenwirken.

„Jesus kam nicht als großer Herrscher sondern als kleines Kind auf die Welt.“ Die Darsteller waren sich sicher: „Diese Geschichte haben wir gespielt, damit Weihnachten wird in unserem Herzen.“ Angelus Silesius sagte einmal: Wäre Jesus tausendmal in Bethlehem geboren und nicht in unserem Herzen, dann wäre es umsonst gewesen.“ Bei all der großen Weihnachtsfreude vergaß Zeitler aber auch diejenigen Menschen nicht, die keine Weihnachtsfreude erleben können. Er erinnerte an die Familien, die nicht miteinander feiern können und deshalb sehr traurig sind, an die Kinder auf der Erde, die arme Eltern haben und keine Geschenke bekommen und an die Menschen, in deren Land Krieg herrscht, auch an Weihnachten. Es gibt jedoch auch alte Menschen die in dieser Nacht alleine, einsam und traurig sind. Die dürften ebenfalls nicht vergessen sein. Außerdem schloss er die Kranken aus der Pfarrei ein, die deswegen nicht zur Christmette kommen konnten und zuletzt an die Verstorbenen in den Familien, deren Platz am Christbaum und am Weihnachtstisch leer bleibt. Auch am zweiten Weihnachtsfeiertag führten die Kinder das Krippenspiel noch einmal in der St. Erhard Kirche auf.

Mitwirkende des Krippenspiels:

Emma Gösl (Maria), Paul Witt (Josef), Ida Kiesbauer und Antonia Bojer (Boten), Simon Ertl (Augustus), Pia Jeschke und Julia Herold (Wirte), Bastian und Felix Uschold, Wilhelm Maier, Lena Dworzak und Antonius Paulus (Hirten); Magdalena Ram, Elisa Witt, Tamina Herold, Leonie Maier, Luisa Schuller, Jamie Lynn Hauser, Veronika Malzer, Paula Gösl und Helene Paulus (Engel). Die musikalische Gestaltung übernahmen Julia Herold, Lena Dworzak, Magdalena Ram und Katharina Wolfrath.

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