Neue Lebensqualität

Großes Finale ist am Sonntag, 5. August: Die Einwohner von Saltendorf feiern den Abschluss der Dorferneuerung. Sie können sich auf die Schulter klopfen: Viel Eigenleistung steckt in den Projekten.

Durch eine extra gegründete Dorfgruppe wurden die Bürger stets auf dem Laufenden gehalten.
von Claudia Völkl Kontakt Profil

Die Fäden dafür liefen vor Ort bei Helmut Ries zusammen. Der 62-Jährige freut sich, dass seine Koordinationsarbeit nicht umsonst war, sondern zu einem schmucken Dorf und gestärktem Zusammenhalt führte.

Einfache Dorferneuerung heißt das Zauberwort. Dafür fließen Fördermittel, damit die Kosten für die Kommune auch finanzierbar sind. Die Bürger loteten mit der Kommune, Planer Gottfried Blank und dem Amt für Ländliche Entwicklung Oberpfalz Defizite und Potenziale aus. Vor Ort konnten die Einwohner auf Helmut Ries, unterstützt von Christina Gradl, setzen.

Ries hat einen Stapel Aktenordner vor sich, der sich sei 2012 gefüllt hat. Der Saltendorfer hat bei dem Projekt die Bürger ins Boot genommen. Sie ließen sich in Arbeitseinsätze einbinden, nahmen auch Beeinträchtigungen während der Bauarbeiten in Kauf. Die Straße "Im Gassl" ist kaum noch wieder zu erkennen. Die Dorfbewohner plädierten für eine abknickende Straßenführung im Bereich der Marieninsel, was auch zur Verkehrsberuhigung führte. Gegenüber steht das neue Bushäuschen, das ehemalige Waaghäuschen wurde liebevoll saniert. Ein Hingucker ist der Spielplatz, das Kirchenareal ist aufgewertet, das Kriegerdenkmal restauriert. Der Weiher an der Weidlstraße ist nicht mehr umzäunt, bietet einen Grillplatz für schöne Sommerabende. Zentraler Anlaufpunkt wurde das ehemalige Schulhaus, das zum neuen Domizil der Dorfgemeinschaft geworden ist. Ein Schmuckstück: der neue Backofen. Gefällig präsentieren sich die Grüninsel vor der Gastwirtschaft Schloßer und der Friedhofseingang. "Am Bergl" steht ein neu gestalteter Fronleichnamsaltar.

Das Dorf ließ nicht nur "machen". Helmut Ries nennt 2062 Stunden Eigenleistung. Niemand ließ sich die 9,50 Euro Stundenlohn auszahlen. Das Geld wurde für "Extras" gut geschrieben. "Die gemeinsame Arbeit hat ein neues Miteinander in Dorf geschaffen", freut sich Ries. Und auch Privatleute ließen sich überzeugen, ihre Höfe und Vorbereiche in einem Aufwasch mitzugestalten.

Insgesamt kostete das Projekt Dorferneueung 997 362 Euro. Es gab 350 000 Euro Förderung vom Amt für ländliche Entwicklung, 76 000 Euro für die Kanalerneuerung, 20 000 Euro für den Wasserleitungsbau und 110 000 Euro Beiträge für Erschließungskosten. Den Rest finanziert die Gemeinde.

Alles unter einen Hut zu bringen, war nicht einfach: "Ich habe viel geredet" fasst Ries zusammen. Es gab Versammlungen, und in einer Dorfgruppe waren alle Vereine vertreten. So wurden alle Bürger stets auf dem Laufenden gehalten. Helmut Ries stand auch stets in engem Kontakt zu Bürgermeister und Bauabteilung, Planern und Ämtern. Nun kann er seine Ordner zuklappen. "Ich würde es wieder machen", meint er mit Blick auf die neu gewonnene Lebensqualität für die 262 Einwohner.

Helmut Ries kann stolz sein: Das Dorf - hier der Straßenzug "Im Gassl" ist aufgewertet worden.
Viel Eigenleistung wurde in den neuen Backofen gesteckt.
Nicht mehr wieder zu erkennen: Die Straße "Im Gassl".
Neu gestaltet: Die Marieninsel und die dazugehörige Statue.
Hintergrund:

Das Festprogramm

Roll-Ups zeigen am Sonntag die Veränderungen im Dorf. Im Vereinsheim wird eine Diashow zur Dorfentwicklung präsentiert. Bewirtet wird am Vereinsheim und an der Marieninsel. Es gibt Steckerlfisch und "Wildburger", Gegrilltes, Schnittlauchbrote, frisch gebackenes Brot, Flamm- und Zwiebelkuchen. Auch Küchel werden gebacken. Kinder dürfen sich auf ein Kasperltheater, Sandburg, eine Dorfralley und vieles mehr freuen. Aussteller aus der Region bieten ihre Erzeugnisse an. Es gibt auch ein Gewinnspiel.

Um 9 Uhr ist feierlicher Festgottesdienst an der Marieninsel mit Segnung der Statue. Im Festzug geht es dann zum Festplatz am Vereinsheim. Hier werden die Ansprachen gehalten. Danach ist Weißwurstfrühschoppen mit der Band "Kulmtal Echo". Nachmittags unterhalten die Musikschule Pfreimd mit Florian Klein und der "Harmonika Franz". Um 19 Uhr ist Auslosung des Gewinnspiels und danach Open End am Vereinsheim.

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