19.06.2019 - 16:02 Uhr
Deutschland und die WeltOberpfalz

Mit Sand und Sorgfalt zum strahlenden Lächeln

Professionelle Zahnreinigung macht Zähne schön und gesund

Professionelle Zahnreinigung macht Zähne schön und gesund
von Alexander Alt Kontakt Profil

Kaum etwas verzaubert mehr als ein strahlendes Lächeln. Dazu gehört auch: selbstbewusst Zahn zu zeigen. Doch viele Menschen kämpfen mit Zahnverfärbungen und Belägen, fühlen sich unwohl, unsicher. Eine professionelle Zahnreinigung kann helfen.

Gewissenhafte Zahnhygiene zu Hause reicht oft nicht aus. Die Folgen: Zahnbelag, in dem sich gefährliche Bakterien tummeln, entzündetes Zahnfleisch, Schmerzen. Einige Ärzte bringen die Keime im Mundraum sogar mit schwerwiegenden Krankheiten wie Diabetes, Herz-Kreislauf-Problemen, Frühgeburten oder Krebs in Verbindung. Nicht gesundheitsschädlich, aber unschön sind Verfärbungen durch Nikotin, Kaffee und Rotwein, die das Weiß der Zähne schädigen. Probleme, für die es eine Lösung gibt: die professionelle Zahnreinigung, die durch unterschiedliche Methoden Karies, Entzündungen oder auch Zahnausfall bekämpft. Allerdings kann eine professionelle Zahnreinigung niemals die Zahnhygiene zu Hause ersetzen. Sie wirkt lediglich unterstützend.

Mindestens einmal pro Jahr

Jede Reinigung beginnt mit einem Beratungsgespräch, bei dem sich der Arzt über Beschwerden und Erwartungen des Patienten informiert. Bei der Untersuchung von Mundraum, Zähnen und Zahnfleisch achtet der Zahnarzt besonders auf Beläge und Anzeichen für Zahnfleischbluten – ein Symptom für Parodontitis. Anschließend entfernt er Verfärbungen und Beläge am Zahn. Für Patienten mit empfindlichem Zahnfleisch kann diese Behandlung unter Umständen schmerzhaft werden, da die Zahnreinigung bis zum Zahnhals vordringt. Nachdem die Zwischenräume mit Zahnseide gereinigt wurden, poliert der Behandler die Zähne mit einer rotierenden Bürste, die mit einer fluoridhaltigen Paste versehen ist. Dadurch wird die Zahnoberfläche glatt, für Bakterien wird es schwerer, sich daran festzusetzen. Zum Abschluss werden die Zähne mit einem fluoridhaltigen Gel bestrichen, das gegen Säureattacken schützen soll. Ärzte raten, dass sich Patienten ein- bis zweimal pro Jahr einer professionellen Zahnreinigung unterziehen – in manchen Fällen sogar öfter. Klagt ein Patient über schmerzende Zahnfleischtaschen oder hat er mit ausgeprägten Verfärbungen oder Belägen zu kämpfen, lohnt es sich, den Zahnarzt häufiger aufzusuchen.

Info::

Was darf eine professionelle Zahnreinigung kosten?

Die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung liegen laut Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung zwischen 80 und 120 Euro. Der Arzt berechnet den Betrag gemessen an Zeitaufwand und Schwierigkeitsgrad der Behandlung. Seit die professionelle Zahnreinigung in die private Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) aufgenommen wurde, müssen die Zahnärzte nach der entsprechenden GOZ-Ziffer abrechnen. Bei 2,3-fachem Steigerungssatz, der eine durchschnittliche Leistung abbildet, kostet die professionelle Zahnreinigung 3,62 Euro pro Zahn beziehungsweise pro Implantat, Krone oder Brückenglied, wie die Verbraucherzentrale informiert. Da die Zahnreinigung keine gesetzliche Kassenleistung ist, muss der Patient selbst bezahlen. Deshalb rät die Verbraucherzentrale: Lassen Sie sich vor der Behandlung ein genaues Kostenangebot unterbreiten. Sind Sie sich unsicher, ob die Kosten zu hoch sind, holen Sie sich ein zweites Angebot von einem weiteren Zahnarzt ein.

Laser, Sandstrahl und Ultraschall

In der Zahnmedizin gibt es unterschiedliche Methoden einer professionellen Zahnreinigung. Doch wie finden Patienten heraus, welche für sie die bestmögliche ist? Das hängt immer von der Zahn- und Mundbeschaffenheit ab. Um Karies, Parodontitis oder Zahnwurzelentzündungen zu behandeln, setzen Zahnärzte häufig Laser ein. Diese senden einen gebündelten Lichtstrahl aus, der in das Mundgewebe eindringt. Doch nicht jeder Laser ist gleich. Es gibt zum Teil große Unterschiede zwischen YAG-, Dioden- oder CO2-Lasern. Laut der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde ist nicht jede Laserart geeignet für die Behandlung der Zahnwurzeln oder des Zahnbeins. Einzig die YAG-Methode sei so schonend, dass Zahnfleisch und Zähne keinen Schaden nehmen. Der Lichtstrahl trägt Zahnstein ab und wird zudem bei der Nachbehandlung von Parodontitis eingesetzt. Die Laserbehandlung besitzt darüber hinaus eine keimabtötende Wirkung und eignet sich daher, um Zahnfleischtaschen, in denen sich Bakterien angesammelt haben, zu reinigen.

Die Sandstrahl- und Airflow-Methoden setzen hingegen auf ein Gemisch aus Pulver, Wasser und Druckluft, um die Zähne von Schmutz und Verfärbung zu befreien. Zudem wird häufig das Salz Natriumbikarbonat oder Kalziumkarbonat beigemischt. Mit Hochdruck wird das Pulver-Wasser-Gemisch auf die Zähne des Patienten gesprüht. Um die Behandlung so angenehm wie möglich zu gestalten, trägt der Arzt in der Regel eine Art Vaseline auf die Lippen des Patienten auf, damit diese nicht durch das Salz austrocknen. Wichtig ist auch eine Schutzbrille, damit keine Tropfen des Gemenges ins Auge gelangen. Besonders effektiv ist diese Methode, um Flecken – etwa durch Nikotin, Kaffee oder Rotwein – von den Zähnen zu entfernen. Bei hartnäckigem Zahnbelag stoßen die Sandstrahl- und Airflow-Methoden jedoch immer wieder an ihre Grenzen. Bei derartigen Problemen greifen die Ärzte in der Regel zur Laser- oder Ultraschalltherapie.

20 000 bis 45 000 Schwingungen werden bei der Ultraschalltherapie pro Sekunde freigesetzt. Diese Art der Behandlung ist vor allem geeignet, um Bakterien zu bekämpfen und Ablagerungen zu beseitigen. Dabei dringen die Wellen auch in die Zahnzwischenräume und erreichen Stellen unterhalb des Zahnfleischs. Die Ultraschall-Methode ist schonend für Zahn und Zahnfleisch und schmerzfrei für den Patienten. Die Schallwellen, die den harten Belag – ähnlich wie ein Presslufthammer – vom Zahn lösen, sind nicht zu spüren. Allerdings raten einige Experten Personen mit Herzschrittmachern von der Ultraschalltherapie ab. Denn grundsätzlich sei es nicht auszuschließen, dass die Schallwellen elektronische Geräte beeinflussen.

Info:

Tipps für die Zahnpflege zu Hause

Zähne mindestens zweimal pro Tag mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta putzen.

Einmal täglich zusätzlich zu einer Zahnzwischenraumbürste oder Zahnseide greifen, um Beläge zwischen den Zähnen zu entfernen.

Ein Zungenschaber befreit die Zunge von Bakterien und schützt vor Mundgeruch.

Um Entzündungen des Zahnfleischs vorzubeugen, einmal täglich eine fluoridhaltige Mundspülung benutzen.

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