In gebührendem Rahmen feierte der Jubilar seinen "Runden". Abordnungen des VdK-Ortsverbandes, bei dem Lindner mehrere Amtsperioden als stellvertretender Vorsitzender fungierte, die Feuerwehr Sassenreuth, bei der er 21 Jahre den Posten des Kassiers inne hatte, sowie der Rentner- und Pensionistenverein, bei dem er sich ebenfalls lange Zeit als "Vize-Chef" engagierte, überbrachten zum Wiegenfest herzliche Glückwünsche.
Pfarrer Augustin Lobo war gekommen, um im Namen der Pfarrei Kirchenthumbach zu gratulieren. Denn immer, wenn die Kirche ruft, ist Michael Lindner da. Der Seelsorger bedankte sich zum einen für die Mesnerdienste in der Filialkirche Sassenreuth: Der Jubilar hält sommers wie winters das Gotteshaus in Ordnung. Bei einer Innen- und zwei Außenrenovierungen arbeitete er zudem "für Gottes Lohn". Die Glückwünsche der Marktgemeinde zum 80. übermittelte Bürgermeister Jürgen Kürzinger.
Geboren wurde Michael Lindner in Braunershof, im jetzigen Truppenübungsplatz Grafenwöhr gelegen. Sein Vater musste an die Front und so kümmerte sich die Mutter alleine um den kleinen Michael und seinen älteren Bruder Paul. Lindner erzählte den Gratulanten von der schweren Zeit damals: ohne Vater, und es gab fast nichts zu essen. Der Vater kam schließlich aus dem Krieg zurück, doch die nächste Bewährungsprobe folgte bald: 1947 wurden die Braunershofer aus ihrer Heimat vertrieben - die Erweiterung des Truppenübungsplatzes stand an.
Die Familie kaufte das Haus dem Staat ab, baute Türen und Fenster, jeden Stein und Dachziegel ab und setzte alles nur wenige Kilometer entfernt in Metzenhof wieder zusammen. Es war ein kleines, dürftiges Haus, ohne Strom und Wasser, erinnerte sich der Jubilar. Lindner besuchte zuerst in Kirchenthumbach und später in Eschenbach die Schule, ehe er eine Lehre als Maurer in Grafenwöhr absolvierte. Danach wechselte er zum Baugeschäft Eller nach Thurndorf, wo er 38 Jahre bis zu seiner Rente arbeitete. Unter anderem wurden das Gebäude der Raiffeisenbank und das Pfarrzentrum St. Josef unter seiner Regie als Polier errichtet.
Beim Tanz im Josefshaus lernte Lindner Aurelia Häberl kennen. Im November 1961 führte er sie zum Traualtar und kam so nach Sassenreuth. Dort versorgte er die Landwirtschaft mit seiner Frau im Nebenerwerb. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor, in der Zwischenzeit erfreut sich der Jubilar an neun Enkeln und Urenkel Julian.
Viele Jahre führte er die Landwirtschaft mit Ackerbau und Viehzucht. Jetzt hält er noch Geflügel wie Hühner, Enten, Gockel und Puten und versorgt im Sommer den großen Garten. Zusammen mit seinem Sohn geht er weiterhin in den Wald zum Holzmachen. Der 80-Jährige blickt zufrieden auf sein Leben. Er ist stolz auf seine Familie und die Kinder. Gesundheit ist für ihn das höchste Gut.













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