Viel mehr als Feuer löschen

Es geht nicht mehr nur um Brandbekämpfung: Die Feuerwehren werden inzwischen zu den verschiedensten Einsätzen gerufen. Die Sassenreuther Floriansjünger betätigen sich 2018 sogar als Tierfänger.

Auch die Feuerwehren haben mit Nachwuchsproblemen zu kämpfen. Umso erfreuter sind (von links) Jugendwart Lukas Lohner, Adjutant Matthias Seemann, Kommandant Jürgen Adelhardt und (von rechts) Vorsitzender Stefan Lindner, in Patrik Groß und Manuel Lindner zwei neue junge Mitglieder gewonnen zu haben.
von WMIProfil

Der Brandfall ist heutzutage fast schon die Ausnahme. Technische Hilfeleistungen, Straßensäuberungen nach Ölverlusten, Verkehrsabsicherungen, Unfälle oder Auspumpen von überfluteten Wohnungen sind da schon eher der Regelfall für die Feuerwehren. Der Rechenschaftsbericht von Kommandant Jürgen Adelhardt in der Jahreshauptversammlung bestätigte dies. In dem umfassenden Einsatzbuch 2018 waren all diese Alarmierungen mehrmals zu finden.

Aber auch außergewöhnliche Einsätze hatten die Feuerwehrler zu bewältigen. So wurden sie zur Entfernung eines Wespennests alarmiert und im Juli durch einen Notruf dazu, zwischen Aicha und Ernstfeld freilaufende Rinder einzufangen. "Gefunden und gesehen haben wir die Viecher, allerdings waren die Rinder zu schnell und sind sofort wieder im Wald verschwunden", erinnerte Jürgen Adelhardt schmunzelnd. Schließlich sperrten sich die Tiere tags darauf selbst ein, indem sie auf eine eingezäunte Weide in Heinersreuth trotteten.

Der Kommandant berichtete des Weiteren unter anderem von einem Erste-Hilfe-Kurs im Feuerwehrhaus, einer Schulung am neuen Defibrillator, Kreisbrandmeister-Versammlungen, Zusammenkünften des Kreisfeuerwehrverbandes und der Neuwahl von Marco Saller zum Kreisbrandrat. Dazu beteiligte sich die Jugendfeuerwehr am Wissenstest und unternahm einen Ausflug.

Bei zehn Übungen wurden der Umgang mit dem Ifex-Löschgerät sowie das Absichern einer Unfallstelle und die Verkehrssicherheit an der Einsatzstelle geübt. Zudem gab es eine Fahrzeug- und Gerätekunde sowie eine Übung auf einem landwirtschaftlichen Anwesen. Bei einer "Show-Übung" am Feuerwehrhaus wurden eine Fett- und Staubexplosion nachgestellt sowie der richtige Umgang mit dem Feuerlöscher vorgeführt. Die Einwohner konnten sich dabei auch über Gefahrstoffe im Haushalt informieren.

Lukas Lohner, Johannes Kraus, Andreas Seemann und Max Kroher nahmen an einem Motorsägenkurs teil, teilte der Kommandant außerdem mit. Er dankte zweitem Bürgermeister Josef Schreglmann für die Organisation und Bürgermeister Jürgen Kürzinger für die Gemeinde für die Übernahme des Großteils der Kosten. Zudem absolvierten Matthias Fraunholz und Michael Preuschl ein Fahrsicherheitstraining in Pressath.

Die aktuelle Stärke der Wehr bezifferte Adelhardt mit 58 Aktiven. "20 Kameraden sind bereits über 25 Jahre bei der Wehr und 4 unter 18 Jahre alt." Kreisbrandmeister Rainer Kopp sah den Kreisfeuerwehrverband auf einem guten Weg. Im April sei mit dem erst 26-jährigen Marco Saller ein sehr junger Kreisbrandrat gewählt worden, der sehr akribisch arbeite und auch neue Wege gehe. Bezüglich der MTA-Ausbildung gestand er ein, dass dies bisher ein großer Aufwand gewesen sei. Daher seien neue Richtlinien erlassen worden, die den Wehren mehr Handlungsspielräume ließen. Eingehend auf die Nachwuchs-Problematik bat er die Verantwortlichen, "dranzubleiben" und neue Mitglieder zu werben. In der Jahreshauptversammlung wurden Patrik Groß und Manuel Lindner neu aufgenommen.

Michael Preuschl kündigte für Juni den Besuch der Messe "Interschutz 2020" in Hannover an und bat um umgehende Anmeldung. "Wir können ja gleich Angebote für ein neues Feuerwehrauto mitbringen", merkte er augenzwinkernd in Richtung Bürgermeister an. Kirchenpfleger Michael Lindner dankte für die stete Unterstützung der Pfarrei durch Feuerwehr und Katholische Landjugend.

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