19.03.2020 - 10:02 Uhr
Saubersrieth bei MoosbachOberpfalz

Bäuerliche Schlachtgemeinschaft Moosbach-Waidhaus zieht Bilanz

Landwirtschaftsdirektor Peter Gach (links) ist beeindruckt von den Leistungen der Schlachtgemeinschaft. Darüber freute sich Vorsitzende Erika Sauer (2. von rechts).
von Peter GarreissProfil

Die Mitglieder trafen sich im Gasthaus Schieder in Saubersrieth zur Jahreshauptversammlung. Vorsitzende Erika Sauer sprach in ihrem Tätigkeitbericht von 145 Schlachtungen. 2018 waren es noch 109. Als sonstige Schlachtungen wurde Gehegewild (29) und Schafe/Ziegen (11) registriert. Bei fünf Neuzugängen stieg die Mitgliederzahl auf 125. Sauer dankte den Metzgern Christian Günther und Julian Wurdack für den Einsatz. Als größte Investition sah Sauer den Kauf eines neuen Vakuumgerätes für 5700 Euro. Als aktuelle Herausforderung sah Sauer die Erweiterung der staatlichen Zulassung als Zerlegebetrieb. Die notwendigen Gespräche mit dem Veterinäramt werden geführt. Unter Umständen müssen dafür Baumaßnahmen durchgeführt werden. Auch das Jubiläum „40 Jahre Schlachtgemeinschaft“ stehe an. Sauer freute sich auch, dass die Schlachtgemeinschaft allerorts als gut funktionierende Einrichtung beneidet wird. „Wenn wir alle weiterhin fleißig mit anpacken, kann dieser gute Ruf auch künftig erhalten bleiben."

Kassier Anton Schmid gab einen Überblick zu den Finanzen der Schlachtgemeinschaft. Neben dem Kauf des Vakuumgerätes fielen noch Kosten von 1100 Euro für den Kauf eines Kompressors und 1600 Euro für die Beschaffung eines Schussapparats an.

Über Chancen und Perspektiven in der Ökomodellregion Naturparkland Oberpfälzer Wald referierte Projektmanagerin Cornelia Strigl. Sie betreut das Projekt Ökomodellregion. Sie sieht sich dabei als Vernetzungsstelle zwischen den Erzeugern von Bioprodukten, den Verarbeitern der Lebensmittel und den Vermarktern. Sie plant Stammtische mit Bio-Landwirten und Aktivitäten in Schulen wie eine „Bio-Brotbox mit Brot und Biofrüchten“ für die Schulkinder.

Bürgermeister Hermann Ach gratulierte der Schlachtgemeinschaft zum Erwerb des Prädikats „Größter Schlachtbetrieb“. Der Verbraucher schätze gute Qualität, sei aber nicht immer bereit dies zu bezahlen und greife oft zu billigeren Lebensmitteln. Moosbach wurde von der Staatsregierung mit dem Prädikat „Genussort“ ausgezeichnet. Die Schlachtgemeinschaft habe zu dieser Auszeichnung sehr viel beigetragen. Moosbach plane die Schaffung eines „Genusstreffs“, zur Vermarktung regionaler Produkte. Ein Gebäude dafür im Ortszentrum sei schon im Gespräch. Derzeit laufe die Planung. Mit dem Landesamt für Garten- und Weinbau wurden schon Gespräche geführt. Ach sprach auch Probleme wie Wolf und Weidetierhaltung, Freiflächen, den ökologischen Landbau und den Flächenverbrauch für Baugebiete und Photovoltaikanlagen an. Dabei dürfe man die Unterstützung der konventionellen Landwirte nicht vergessen, der nicht die Chance hat umzustrukturieren und in den Bio-Bereich einzusteigen.

Direktor Peter Gach war beeindruckt von den Leistungen der Schlachtgemeinschaft. „Ihr habt Mut und schreitet mit neuen Dingen voran.“ Gach rief dazu auf, sich zusammenzuraufen und die Chancen, die die Ökomodellregion zur Vermarktung ihrer Produkte bittet, zu nutzen.

Der Kreisobmann des Bauernverbands, Josef Fütterer, sah den konventionellen Landwirt immer noch in der Mehrheit. Er sei aber nicht der böse Bube, denn bio und konventionell vertragen sich weitaus besser als die Medien darstellen. Ein großes Problem sah Fütterer aber in den Nitratwerten im Trinkwasser. Er sah dabei aber die Landwirtschaft nicht als das Problem, sondern als Teil der Lösung.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.