20.09.2019 - 12:28 Uhr
Schalkenthan bei HahnbachOberpfalz

Sinnlos Bäume bei Schalkenthan abgeholzt: Staatliches Bauamt will Anzeige erstatten

Unbekannte haben bei Schalkenthan in den vergangenen Wochen mit grober Gewalt zwei Bäume abgeholzt. Die Baumfrevler hinterließen jedoch Spuren. Es ist nicht der einzige Fall, über den sich das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach ärgert.

Unbekannte haben im Juni und August mit grober Gewalt und ohne Fachkenntnisse zwei Birnbäume an einem Feld bei Schalkenthan einfach umgelegt.
von Stephanie Wilcke Kontakt Profil

Der Feldweg hinter Schalkenthan führt idyllisch etwas den Hügel hinauf, an Bäumen vorbei. Etwa auf der Hälfte des Weges liegen zwei gefällte Birnbäume quer. Bei genauem Hinsehen fällt auf, dass sie fast abgehackt wurden. Grobe Gewalt, völlig sinnfrei. Am Feld gegenüber sind noch die Spuren eines Lagerfeuers zu sehen. Die Unbekannten, die hier ein Feuer geschürt haben, haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, ihre Anzündhilfe, einige Seiten wohl aus einem Schulbuch mitzunehmen. Hier ist gefeiert worden.

Unaufgeräumter Eindruck

Die Baumfrevler haben Spuren hinterlassen. Mit Seiten wohl aus einem Schulbuch haben sie ein Lagerfeuer entfacht.

Die Bäume beziehungsweise die Fläche gehören dem Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach, in Vertretung der Bundesrepublik Deutschland. Es handelt sich dabei um eine Ausgleichsfläche, auf der Eingriffe für den Radwegebau zwischen Sulzbach-Rosenberg und Hirschau kompensiert werden sollen. Aus der ehemals „intensiv landwirtschaftlich genutzten Wiesenfläche“ ist ein artenreiches Grünland geworden, weil „strikt auf Düngung und Chemieeinsatz verzichtet“ worden ist, erklärt Bauoberrat Stefan Noll.

Wohl eher stümperhaft ist dieser Birnbaum abgeholzt worden.

„Auch wenn solche Flächen oft etwas unaufgeräumt aussehen und der Eindruck entstehen könnte, dass sie nicht bewirtschaftet oder genutzt werden, sind sie gerade deshalb besonders ökologisch wertvoll“ und würden durch Eigentümer und der Naturschutzbehörde kontrolliert, sagt Noll. Umso mehr ärgert es die Beamten, dass in Schalkenthan die beiden Bäume „offensichtlich mit einer Axt gefällt wurden, nur um auf dem Nachbargrundstück ein Lagerfeuer zu schüren“. Das sei nicht nur ein Verstoß gegen den allgemeinen Schutz wildlebender Tiere und Pflanzen des Bundesnaturschutzgesetzes, wonach Bäume zwischen März und Ende September nicht gefällt werden dürfen. „Sondern auch eine klare Sachbeschädigung.“ Genau die möchte das Bauamt bei der Polizei anzeigen.

Zweiter Fall bei Badeweiher in Tanzfleck

Ein zweiter aktueller Fall verärgert das Staatliche Bauamt bei Tanzfleck. Die Behörde besitzt dort eine alte Sandgrube, die sich mittlerweile mit Wasser gefüllt hat und als Badeweiher beliebt geworden ist. Noll erklärt, dass man bewusst rundherum Totholz abgelegt, Fledermauskästen aufgehängt und einen Mischwald angelegt hat. Es sei ein wertvolles Biotop entstanden mit stark gefährdeten Tier- und Pflanzenarten. Das Gebiet hat sich so prächtig entwickelt, dass „es unter besonderem Schutz des Bundesnaturschutzgesetztes steht“.

„Leider ist dieses kleine Stück Paradies der Bevölkerung nicht unbemerkt geblieben“, sagt Noll. Die Freizeitnutzung habe immer mehr zugenommen „und hat mittlerweile ein Ausmaß erreicht, das nicht mehr zu dulden ist“. Das beginnt mit der großen Anzahl an Autos, die an Wald- und Feldwegen stehen, weiter geht es mit Müllablagerungen sowie Feuerstellen. „Das geht so weit, dass Anlieger sogar von einem Motorboot auf dem Weiher berichtet haben.“ All das ist natürlich nicht mit dem eigentlichen Schutz der Natur zu vereinbaren.

Jetzt gilt Badeverbot

Zwar hat das Bauamt einige Hinweisschilder angebracht, „doch die werden ignoriert – die Nutzung hat sogar noch zugenommen“. Jetzt gilt dort ein Badeverbot. „Wir hoffen, dass sich nun die Freizeitnutzung auf ein erträgliches Maß reduziert und die Sandgrube wieder als Lebensraum für viele gefährdete Tier- und Pflanzenarten nutzbar wird.“ Dafür war sie ja mal gedacht.

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