Familie Schmidt trauert mittlerweile um zwei Katzen. Die Vermutung: Die Katzen wurden überfahren. "Wir hatten 5000 Euro Tierarztkosten", erzählt Vater Martin Schmidt. Was passiert sei, vergesse er nicht. Noch immer habe er die Bilder der sterbenden Katzen im Kopf.
In der Sandstraße in Schirmitz sind für Autofaherer 50 km/h erlaubt. Auf die Rechts-vor-links-Regelung, wie sie in Tempo-30-Zonen bekannt ist, weisen keine Schilder hin. Daher wüssten viele nichts davon.
Früher verkehrsberuhigt
Früher war die Straße eine 50er-Zone, somit Vorfahrtstraße, erinnert sich Martin Schmidt. Dann hätten Nachbarn damit angefangen, Unterschriften zu sammeln, damit die Hauptstraße verkehrsberuhigt zur Zone 30 würde - der Schulweg für die Kinder im Ort sollte sicherer werden. Nach einer Ortssanierung sei das Tempolimit von 30 wieder auf 50 angehoben, die Sandstraße aber nicht wieder zur Vorfahrtstraße erklärt worden. Seitdem seien mehrere Unfälle passiert.
Dem widerspricht der Verkehrssachbearbeiter der Polizei Weiden, Johann Wurm: In diesem Jahr habe sich erst ein Kleinunfall ereignet, Vorfahrtsunfälle seien gar nicht bekannt. Auch Bürgermeister Ernst Lenk schließt sich den Aussagen der Polizei an. Erst vor Kurzem habe ein Sicherheitsgespräch zwischen der Gemeinde Schirmitz und der zuständigen Verkehrspolizei stattgefunden. Dabei sei festgestellt worden, dass es in der Sandtraße "keinerlei Unfallhäufungen" gegeben hätte. Zudem seien "Tempo-50-Zonen mit rechts vor links keineswegs unüblich".
Martin Schmidt ist überzeugt: Die Autofahrer werden immer rücksichtsloser. Ihm zufolge hat sich niemand gemeldet, der die Katzen angefahren hat. Schmidt habe die Tiere noch lebend gefunden. Von einer Katze meint er: "Der Tierarzt sagte, wenn ich die Katze früher gebracht hätte, hätte sie es schaffen können."
Vier Wochen sei der Tod der zweiten Katze her. "Sie war gehbehindert, konnte nicht mal laufen, nur langsam gehen. Dass sie also plötzlich auf die Straße gerannt ist, das kann gar nicht sein", erzählt der Familienvater. "Die Leute denken wohl, das ist ja nur eine Katze, die ist nichts wert", ärgert er sich. Ihm zufolge sei es nur eine Frage der Zeit, bis es ein Kind oder einen Fußgänger erwischt.
Schild als Hilfsmittel?
Bürgermeister Ernst Lenk versteht den Ärger der Familie Schmidt. "Im Wohngebiet wird die Rechts-vor-links-Regelung sehr oft missachtet", sagt er. Vor allem die subjektive Wahrnehmung der Anwohner aber trage dazu bei, den Verkehr als "schnell" einzustufen. "Dass rechts vor links nicht beachtet wird, ist aber kein örtlich bedingtes Problem", gibt Lenk zu bedenken. "Das gibt es in allen Wohngebieten."
Martin Schmidt meint, dass Schilder, die auf das Rechts-vor-links-Verhältnis hinweisen, dazu beitragen könnten, die Situation zu entschärfen. Ernst Lenk dagegen sagt, Überlegungen in diese Richtung habe es noch nicht gegeben, da die Vorfahrt eindeutig geregelt sei. Sind keine anderen Schilder vorhanden, gelte grundsätzlich rechts vor links. "Wenn es dort tatsächlich zu Unfallhäufungen kommen würde, müssten man sich etwas überlegen", sagt er. Da dies aber nicht der Fall sei und jedem Autofahrer die Verkehrsregeln ausreichend bekannt sein sollten, sieht der Bürgermeister derzeit keinen Handlungsbedarf. Zudem habe ihm Johann Wurm, Verkehrssachbearbeiter der Polizei Weiden, erklärt, dass es keine Vorschriftszeichen zur Beschilderung in diesem Fall gebe.
Familie Schmidt bleibt daher nur zu hoffen, dass ihre verbleibenden drei Katzen keinem Unfall in der Sandstraße zum Opfer fallen werden.













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