20.05.2020 - 11:27 Uhr
SchirmitzOberpfalz

Zwei Millionen Euro, und der Fleckerlteppich in der Blütenstraße verschwindet

Nun wird es ernst mit dem Ausbau der Blütenstraße. Der Gemeinderat billigt die Planung und den Kostenvoranschlag von zwei Millionen Euro. Die Strecke wird an einigen Stellen an ganz neues Gesicht bekommen.

Die mit einem "Fleckerlteppich" versehene marode Blütenstraße wird neu ausgebaut, teilweise mit Gehweg und Seitenstreifen. Auf Parkflächen werden ausgewiesen.
von Norbert DuhrProfil

Gleich in seiner zweiten Sitzung brachte der neue Gemeinderat eine Zwei-Millionen-Maßnahme auf den Weg. Diplom-Ingenieur Markus Schieder vom Büro Zwick-Ingenieure in Weiden stellte dem Gremium die Entwurfsplanung für die Sanierung der Blütenstraße vor. Auch Bürgermeister Ernst Lenk wies auf die Notwendigkeit der Kanal- und Wasserleitungserneuerung sowie des Straßenausbaus hin. "Fast jedes Jahr hatten wir einen Wasserrohrbrauch in diesem Bereich, da die verlegten Gussrohre noch aus den 1950er Jahren stammen. Jetzt werden zur Verbesserung Kunststoffrohre verlegt", betonte Lenk.

Wie der Rathauschef vermerkte, bilde der vorgestellte Bauentwurf die Grundlage für die Ausschreibung der Arbeiten. Ingenieur Schieder stellte unter anderem auch wegen der Neuen im Rat nochmals die drei vorgesehenen Ausbaugewerke vor: Kanal- und Wasserleitungsbau sowie Straßenbau. Der Durchmesser der Rohre bleibt wie bisher bestehen. Die Löschwasserversorgung wird gewährleistet. Im Zuge des Kanalbaus werden alle Hausanschlüsse erneuert. Es sei ein Ausbau des Straßenzuges teilweise mit Gehweg und Seitenstreifen vorgesehen. Die Breite soll sechs Meter betragen. Auch der Kiesweg werde mit ausgebaut, allerdings ohne Gehweg.

Vorgesehen seien auch barrierefreie Haltepunkte an den Kreuzungen. Im Abschnitt zwischen Ginster- und Rosenweg und entlang des Spielplatzes ist ein verkehrsberuhigter Bereich mit optischer Verengung bei der Einfahrt geplant. Auf einer Pflasterfläche werden 13 Stellplätze für Kraftfahrzeuge ausgewiesen. Im übrigen Bereich der Blütenstraße könne man den Gehweg auf einer Straßenseite planen. Bei ausreichender Fahrbahnbreite sei zwischen Hauptstraße und Kiesweg auf der gegenüberliegenden Seite das Anlegen eines Parkstreifens möglich.

Eine Änderung ergebe sich bei den Bushaltestellen. Sie werden mit einem besonderen Randstein, dem sogenannten "Kasseler Sonderbord", gehbehindertengerecht ausgestattet. Die Haltestelle in Fahrtrichtung Weiden werde dazu etwas nach Süden verlegt. Grünflächen und Anpflanzungen werden zugunsten von zusätzlichen Parkmöglichkeiten reduziert. Laut Bürgermeister werden bei der Sanierung des Straßenzuges gleich auch die Glasfaserleerrohre bis zu den Grundstücksgrenzen mit verlegt.

Ingenieur Schieder bezifferte die Ausbaukosten in der Blütenstraße wie folgt: für den Kanalbau auf 436.528 Euro, für den Wasserleitungsbau auf 357.209 Euro und für den Straßenausbau auf 1.257.594 Euro, zusammen als auf 2.051.332 Euro. Der Gemeinderat erklärte sich mit dieser Kostenaufstellung sowie dem vorgelegten Bauentwurf einverstanden. Eine Förderung gibt es nur für Kanal- und Wasserleitungsbau, nicht aber für die Straßenerneuerung.

Die bisherige Bushaltestelle in Fahrtrichtung Weiden (neben Anwesen Schraml) wird etwas nach Süden verlegt und gehbehindertengerecht mit einem besonderen Randstein, dem sogenannten "Kasseler Sonderbord", ausgestattet.

Baugebiet Gladiolenweg

Diskussionsfreudig zeigte sich das Plenum bei der Festlegung der Variante für den Straßenausbau im Baugebiet "Gladiolenweg". Bei den Kombinationsmöglichkeiten Gehweg, Mehrzweck- oder Parkstreifen, Fahrbahn und Bauminseln tauschten die Räte ihre Argumente aus. Ein Gehweg wurde mehrheitlich abgelehnt. Schließlich einigte man sich auf die Variante Mehrwegstreifen/Straße/Bauminsel. Einmütigkeit herrschte dagegen beim Vorschlag des Bürgermeisters zur Festlegung der beiden vorgesehenen Straßennamen in dem neuen Baugebiet. Da sowieso in der Umgebung die Blumenbezeichnungen vorherrschen, sprachen sich die Ratsmitglieder für die vorgeschlagenen Straßennamen "Lupinenweg" und "Margeritenweg" aus. Bürgermeister Lenk begründete die vorzeitige Namensvergabe damit, weil ein neuer Ortsplan in Bearbeitung sei und das neue Baugebiet gleich mit den neuen Straßenbezeichnungen eingearbeitet werden soll.

Auf weitere Anregung des Rathauschefs soll die Bewerberliste für die 49 Bauplätze im Gebiet "Gladiolenweg" geschlossen werden. Es lägen bereits 150 Bewerbungen vor. Wenn noch weitere dazukämen, würde sich nach Meinung Lenks der Gemeinderat bei der Vergabe der Bauparzellen an die Interessenten sehr schwer tun. Einstimmig beschloss man daher, ab sofort die Bewerberliste zu schließen. Eine Registrierung ist nicht mehr möglich.

Nach einem Ortstermin und einer weiteren längerer Aussprache genehmigte der Gemeinderat mit 10:4 Stimmen die von Sven Conrad beantragte Abweichung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Ringstraße" hinsichtlich der Errichtung einer Terrassenüberdachung aus Glas mit den Ausmaßen von drei mal vier Metern auf der Flurnummer 656/180 der Gemarkung Schirmitz an der Sandstraße.

Im Abschnitt zwischen Ginsterweg und Rosenweg und entlang des Spielplatzes (links) ist ein verkehrsberuhigter Bereich mit optischer Verengung bei der Einfahrt geplant. Durch die Reduzierung kann künftig nur noch im Schritttempo gefahren werden. Auf einer Pflasterfläche werden 13 Stellplätze für Kraftfahrzeuge ausgewiesen.
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