14.08.2018 - 16:00 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

Medienmündige Schüler das Ziel

Sind im Internet gelöschte Fotos wirklich weg? Was passiert nach dem Tod der Inhaber mit Accounts? Und was ist das richtige Alter für das erste Smartphone? Beim Frühstück von CSU und Frauen-Union wird über die Digitalisierung diskutiert.

Mit Digitalisierung in der Schule beschäftigt sich Referentin Stefanie Rumm (Mitte) in ihrem Vortrag beim Frauenfrühstück, das (von links) Tanja Schiffmann, FU-Kreisvorsitzende von Neustadt/WN, CSU-Ortsvorsitzende Tanja Renner, Dagmar Nachtigall und Tina Zeitler, FU-Kreisvorsitzende von Tirschenreuth, organisiert hatten.
von Stefan NeidlProfil

(sne) Digitalisierung und Schule: Das ist eines der Kernanliegen von CSU-Ortsvorsitzender und Landtagskandidatin Tanja Renner. Die Lehrerin hatte deshalb gemeinsam mit den FU-Kreisvorsitzenden von Neustadt und Tirschenreuth, Tanja Schiffmann und Tina Zeitler, ins Pfarrheim zum Frauenfrühstück geladen. Referentin Stefanie Rumm war an der Universität Regensburg für den Studiengang Medienpädagogik zuständig und ist heute selbst als Studienrätin tätig, so dass sie sowohl aus der Theorie als auch der Praxis berichten kann.

Rumms Plan als Medienpädagogin ist die Erziehung medienmündiger Schüler. Durch den Masterplan Digital II können die Schulen massiv Zuschüsse zur Modernisierung ihrer Lehrmittel und zur Fortbildung der Pädagogen erhalten, informierte sie. Die Smartphones, die in den mittleren und höheren Jahrgangsstufen ohnehin bereits jeder Schüler in der Hosentasche hat, seien Mini-PCs. Deren effiziente Nutzung sollte Bestandteil moderner Unterrichtsmethodik sein, forderte die Referentin. Sie plädierte deshalb für Wlan mit Datenflatrate im Netz aller Schulen, diese diene schließlich der "beruflichen" Nutzung durch die Schüler.

Viele Lehrer nutzen auch Lehrvideos von Youtube oder drehen sogar eigene Filme. Qualität und Wissensvermittlung überstiegen dabei oft die Standarderklärung so manches Pädagogen, betonte Rumm. Dafür seien Glasfaserleitungen unbedingt notwendig. Zur korrekten Nutzung solcher Filme sei eine Vermittlung der Datenschutzbestimmungen unerlässlich. Gerade die Verwendung von Konvertern sei kritisch, da dies einen illegalen Download darstellen könne: "Oftmals ist das Zeigen erlaubt, das Kopieren aber verboten", erklärte sie. Ähnliches gelte für urheberrechtlich geschützte Inhalte wie Fotos und Lieder. Eine einfache Anfrage an den Inhaber könne hier Abhilfe schaffen.

Als ein zweischneidiges Schwert bezeichnete die Referentin die neue Datenschutzgrundverordnung: "eine gute Idee, aber hinderlich in der Anwendung", zumal nie ganz klar sei, welche Programme dazu verpflichtet seien: Drop Box, Cloud-Dienste und soziale Netzwerke - selbst erfahrene Nutzer seien sich oft nicht sicher, ob nun EU- oder US-Rechte gelten.

Dennoch hält Rumm Social-Media-Anbieter wie Instagram für nützlich und hilfreich bei der Persönlichkeitsentwicklung. Die Theoretikerin in ihr unterteilt dabei in Selbstauseinandersetzung (Wer bin ich?), Sozial- (Mit wem? Welche Gruppen?) und Sachauseinandersetzung (Was für Infos möchte ich? Was möchte ich teilen?). Viele wüssten nicht, dass mit einer Veröffentlichung auf Instagram eine Nutzungserlaubnis einhergehe.

Schließlich ging die Referentin auf Phänomene wie Fake News und Cyber Mobbing ein. Wenn ein Kind Opfer dessen wird, Beweise sichern und zu Anwalt und Polizei gehen, empfahl sie. Die etwa 40 Frauen lauschten gebannt und hatten viele Fragen.

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