18.05.2020 - 09:54 Uhr
SchlammersdorfOberpfalz

In Schlammersdorf entsteht „Zeithaltestelle“

Um Verstorbene trauern, den Gedanken nachhängen oder sich entspannen: All das wird in Schlammersdorf bald an einem einzigen Ort möglich sein. Die Gemeinde bekommt eine "Zeithaltestelle".

Auf der kleinen Grünfläche am Schlammersdorfer Friedhof (Bildmitte im Hintergrund) wird in den nächsten Monaten eine „Zeithaltestelle“ als Kleinprojekt errichtet. Die Kosten hierfür werden aus dem Regionalbudget für den Kooperationsraum Vierstädtedreieck mit 80 Prozent gefördert.
von Redaktion ONETZProfil

Der Errichtung einer „Zeithaltestelle“ am Friedhof steht nichts mehr im Weg, nachdem eine Förderung aus dem Regionalbudget für den Kooperationsraum Vierstädtedreieck bewilligt wurde. Darüber informierte Bürgermeister Johannes Schmid in der ersten Sitzung des neuen Gemeinderates und erhielt nach einstimmigem Beschluss die Ermächtigung zur Auftragsvergabe.

Noch in der Amtszeit von Gerhard Löckler als Bürgermeister hat die Kommune unmittelbar nach Eintreffen des Förderbescheides vom Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) Oberpfalz für den Kooperationsraum Vierstädtedreieck ihr Interesse bekundet, die Förderung in Anspruch zu nehmen. Das Regionalbudget ermöglicht den Kommunen erstmals im Rahmen der Integrierten Ländlichen Entwicklung (ILE), Kleinprojekte auf kommunaler Ebene selbst zu steuern.

Als damaliges Gemeindeoberhaupt hatte Löckler die Errichtung einer Zeithaltestelle am Friedhof als Kleinprojekt vorgeschlagen, was das Gremium befürwortete. Dieses Projekt im Bereich der Gemeinde Schlammersdorf wurde als Platz bezeichnet, an dem sich zurückgezogen und den Gedanken nachgegangen werden kann. Die Zeithaltestelle als abgeschirmter Platz soll also ein Ort des Rückzugs, der Stille, des Gedenkens und der Erinnerung sein. Ungestört könne damit Trauer über Menschen, deren Ruhestätte nicht bekannt ist oder deren Gräber nicht besucht werden können, bewältigt werden. Auch um „Sternenkinder“, die nie das Licht der Welt erblickten, kann dort getrauert werden. Darüber hinaus soll der Platz nicht nur zur Bewältigung von negativen Gedanken dienen, sondern auch, um sich über Schönes zu freuen. Die Bürger können sich dort auch erholen.

Wie nun der neue Bürgermeister Johannes Schmid informierte, wurde zwischenzeitlich der Förderantrag in Höhe von knapp 11.000 Euro befürwortet. Der bewilligte Förderbetrag beläuft sich auf etwa 8900 Euro und entspricht einem Fördersatz von 80 Prozent. Laut dem vorliegenden Kostenvoranschlag belaufen sich die Herstellungskosten für das Kleinprojekt auf knapp über 10.000 Euro. Darin enthalten sind auch die Anschaffung von fünf Sitzbänken, davon zwei bei der Zeithaltestelle. Die übrigen drei sollen an exponierter Stelle im Gemeindebereich einen Platz finden, ob an Radwegen oder Plätzen, die einen Rundblick bis ins Fichtelgebirge bieten.

Um dieses Kleinprojekt umsetzen zu können, war der Abschluss eines Grundstücksüberlassungs-Vertrages – sowohl mit der Pfarrei als auch der Kirchenverwaltung – erforderlich, der zwischenzeitlich unterzeichnet wurde. Nach den Worten des Bürgermeisters wird in den Monaten Juli und August die Maßnahme in Angriff genommen und muss, so die Vorgabe für eine Förderung, bis September abgeschlossen sein. Durch das neugewählte Kommunalparlament wurde auf einstimmigen Beschluss der Bürgermeister ermächtigt, den Auftrag in Höhe bis 11.000 Euro für die Errichtung der Zeithaltestelle zu vergeben. Dem Bauantrag auf Erweiterung des bestehenden Zweifamilienwohnhauses, Gemarkung Schlammersdorf (Flurnummer 102), wurde zudem ohne Einwände das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

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