31.03.2020 - 11:38 Uhr
Schlicht bei VilseckOberpfalz

Obst- und Gartenbauverein Sigl rät: Statt gelangweilt herumsitzen jetzt Leben im Garten schaffen

Für alle Gartenbesitzer, die derzeit zu Hause sitzen und sich langweilen, hat Armin Heuberger, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins Sigl und Berater für insektenfreundliche Gärten, einige Tipps parat.

von Autor CTProfil

Er plädiert für eine sinnvolle Beschäftigung und ökologische Umweltgestaltung und weist darauf hin, dass jetzt die ideale Zeit ist, im Garten Blühflächen und somit Lebensräume für Insekten zu schaffen. Nach seinen Angaben kann man sich eine Fläche im Anschluss an eine Pflanzhecke in sonniger bis halbschattiger Lage aussuchen, um damit verschiedenen Pflanzen und Kleingetier gute Voraussetzungen zu bieten.

Damit im Boden nicht zu viele Nährstoffe vorhanden sind, soll man die obere Schicht des Rasenbodens entfernen. Wenn bereits ein Magerrasen vorhanden ist, muss nicht alles beseitigt, sondern sollten nur offene Lücken geschaffen werden, da viele Blumen und Kräuter einen offenen Boden zum Keimen und zur Entwicklung benötigen. Bei einem humosen, fetten Boden ist es ratsam, Sand in die oberen 10 bis 15 Zentimeter der Deckschicht einzuarbeiten. Dazu verteilt man den Sand circa drei bis fünf Zentimeter dick, nimmt eine Grabgabel und lockert den Boden. Mit einem Rechen oder ähnlichem Gerät wird die Fläche geebnet und damit für die Einsaat hergerichtet. Bei größeren Flächen ist es ratsam, den Sand mit einer Motorfräse einzuarbeiten - aber mit Vorsicht wegen der rotierenden Messer.

Bei der Auswahl des Samens ist darauf zu achten, dass die Mischung keine oder zumindest wenig gefüllt blühende Blumen enthält. Man sollte auch auf eine gewisse Vielfalt achten, etwa dass auch Kräuter dabei sind. Blumen sollten nicht zu hoch werden, denn sonst kann es passieren, dass die Pflanzen umknicken. Bei sehr feinen Samen wird empfohlen, diese mit trockenem Sand zu mischen, was das Aussäen leichter macht. Normalerweise braucht man das Saatgut nicht mit Erde abdecken, sondern es genügt, mit dem Rechen leicht darüber zu fahren. Bei kleinen Flächen klopft man mit einer flachen Schaufel den Boden leicht an, bei einer größeren Saatfläche ist eine Handwalze hilfreich. Dünger wird nicht gestreut. Um die Keimung etwas zu beschleunigen, kann man beregnen – aber nicht zu stark, da der Samen sonst ausgeschwemmt wird und kahle Stellen entstehen.

Bei einer Blumen-Kräuterwiese wird im ersten Jahr im Herbst gemäht und das Mähgut eingedürrt, damit es absamen kann. Wenn möglich, lässt man eine kleine Ecke für Insekten, die trockene oder hohle Stängel zum Überwintern benötigen, den Winter über stehen. Oder man schneidet mehrjährige Stauden erst im Frühjahr, um Überwinterungsmöglichkeiten für Larven zu schaffen.

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