15.12.2019 - 11:50 Uhr
Schloppach bei WaldsassenOberpfalz

Skianlage Schloppach: Ende in Sicht

In der jetzt beginnenden Saison wird Ski- und Snowboardfahren auf der Anlage bei Waldsassen noch wie gewohnt möglich sein. Doch den Liftbetrieb bei Hundsbach-Schloppach in der bisherigen Form wird es nicht mehr lange geben.

Die Skianlage Schloppach wird es in der bekannten Form nicht mehr lange geben. Der Eigentümer des flachen Teilstücks des Areals (im Hintergrund) mit unterer Skihütte, Lift-Talstation und Parkplätzen wird den Pachtvertrag nicht verlängern.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Der Eigentümer eines Teilstücks der Skianlage Schloppach wird den Pachtvertrag mit dem Turnverein Waldsassen (TVW) fristgerecht beenden und nicht mehr verlängern. Die Vereinbarung hatte eine Laufzeit von 25 Jahren und gilt bis 30. September 2023.

Bis zu diesem Termin muss das Gelände zurückgebaut sein. Das bedeutet für die Verantwortlichen, dass das flache Teilstück entlang der Wondreb in Richtung Steilhang bis zur Waldgrenze künftig für den TVW nicht mehr zur Verfügung stehen wird. Dort sind Anfang der 80er Jahre die untere Skihütte, die Talstation des Skilifts sowie diverse Nebengebäude errichtet worden. Die Steilhang oberhalb ist vom Staatsforst gepachtet. Die Flächen der zur Anlage gehörenden oberen Skihütte mit der kleineren Abfahrt für Ski- und Snowboardkurse sind Eigentum des Turnvereins und bleiben somit von der Veränderung unberührt.

Saison 2019/2020 wie geplant

Die engere TWV-Führungsspitze um Vorsitzende Silvia Stark informierte am Freitag Oberpfalz-Medien über die neue Situation. Bei dem kurzfristig anberaumten Termin in der Skihütte wurde aber herausgestellt, dass der Wintersportbetrieb in der jetzt beginnenden Saison 2019/2020 wie gewohnt starten soll, sofern Schneelage und Temperaturen passen. Der Eigentümer des betreffenden Flurstücks wollte sich auf Anfrage von Oberpfalz-Medien nicht weiter zu seiner Entscheidung äußern.

Dass der Grundstücks-Eigentümer den Pachtvertrag nicht mehr verlängern wird, erfuhr TVW-Vorsitzende Silvia Stark bereits Ende Oktober durch ein Schreiben eines Anwalts. Vor gut einer Woche informierte die TVW-Spitze einen größeren Kreis von Verantwortlichen im Verein. "Wir werden jede Minute genießen", sagt Silvia Stark über die noch verbleibende Zeit, die für die Nutzung des Areals als Ski- und Freizeitanlage noch bleibt. "Zumindest sind wir jetzt zeitlich nicht in Verzug", sagt Zweiter Vorsitzender Werner Rustler in Anbetracht der Arbeiten, die in den nächsten Monaten zu erledigen sind. "Alles, was hier herunten steht, muss weg", konkretisiert Skiabteilungsleiter Gerwig Gerl. Er hatte wenige Wochen vor der Benachrichtigung im Zusammenhang mit dem Pachtverhältnis "etwas gehört", wie er sagt. Deswegen habe er, Gerl, mit dem Eigentümer sprechen wollen, ihn daheim aber nicht angetroffen.

Zwei Jahre für den Rückbau

Ob der Liftbetrieb über diese Saison hinaus noch aufrechterhalten bleibt, wissen die Verantwortlichen nicht. „Wir rechnen mit zwei Jahren für den Rückbau“, sagt Max Kreitmeier, im TVW-Vorstand für den Hüttenbetrieb verantwortlich. „Die Hütte betreiben wir so lange wie irgendwie möglich“, ergänzt Rustler.

Das Domizil wird ganzjährig als Vereinsgaststätte betrieben, in eigener Regie und mit ehrenamtlich tätigen Leuten, wie auch der gesamte Betrieb an der Freizeitanlage sommers wie winters mit Leuten aus dem Verein gestemmt wird.

Die Fläche entlang der Wondreb bis zur Linie zwischen den Bäumen (links und rechts im Bild) steht dem Turnverein Waldsassen künftig nicht mehr für die Skianlage zur Verfügung. Im September 2023 endet der Pachtvertrag mit dem Eigentümer.
Hintergrund:

"Das 40-jährige Bestehen feiern wir noch"

Am 11. Januar 1981 war die Skianlage eröffnet und eingeweiht worden. Engagierte Leute aus den Reihen des TVW brachten sich in ihrer Freizeit ein, bauten die in der Region weithin bekannte und beliebte Skianlage mit Doppelschlepplift und Flutlicht- und Beschneiungsanlage ehrenamtlich auf. In der Folgezeit wurde das Areal nach und nach ausgebaut, die Hütte erweitert und modernisiert. „Das 40. Jubiläum feiern wir noch“, so Zweiter TVW-Vorsitzender Werner Rustler. Die Investitionen in all den Jahren beziffern die Verantwortlichen auf „mehrere Hunderttausend Euro“, „unabhängig davon die Arbeitsstunden in nicht bezifferbarer Höhe“, so Rustler. Die letzte größere Investition war „Chantal“, wie die vor rund einem Jahrzehnt für 50 000 Euro angeschaffte Pistenraupe vereinsintern genannt wird. Wie der weitere Fahrplan aussieht, ist für die TVW-Spitze im Moment nicht klar. „Wir nehmen es zur Kenntnis und werden die notwendigen Schritte zu gegebener Zeit einleiten“, erklärt Rustler über die doch recht überraschende Entwicklung.

Wehmut kommt auf bei den TVW-Leuten, wenn sie in die Zukunft blicken. TVW-Schatzmeister Karlheinz Lutz mag gar nicht daran denken wie es sein wird, „wenn hier dann gar nichts mehr steht“: Viele der jetzigen Funktionsträger in der Skiabteilung sind seit ihrer Kindheit „in Schlurwa“. „Und dann ist hier nur mehr grüne Wiese.“

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