Niemand unter den vielen bestehenden Vereinen hat oftmals so eine enge traditionelle Verbindung zur Gemeinde und zur gesamten Bürgerschaft wie gerade die Feuerwehr. So ist es auch in Rottendorf (Gemeinde Schmidgaden). Das 150-jährige Gründungsfest des ältesten Rottendorfer Vereins soll zugleich ein Anlass sein für einen kleinen Rückblick.
Am 1. August 1875 wurde in Rottendorf erstmals eine aktive Feuerwehr aufgestellt, 1876 dann ein erster Feuerwehrverein gegründet. Zum ersten Vorstand haben die Rottendorfer damals Josef Weikmann (Bader in Rottendorf) gewählt. Welche Entwicklung der Verein dann konkret genommen hat, ist nicht mehr festzustellen. Sicher ist aber, dass es am 15. August 1878 zu einer Neugründung kam. Interessant war damals die Unterteilung der aktiven Wehrmänner in Steiger, Spritzenmänner und Retter. Die Steiger wählten zu ihrem Anführer Andreas Schatz aus Hohersdorf, die Spritzenmänner den Bauern Josef Schmal aus Littenhof und die Retter den Wirt Georg Wagner. "Auf Vorschlag des Lehrers wurde der Bürgermeister Mathias Pröls zum Vorstand und Johann Strobl, Bauer in Rottendorf, zum Hauptmann gewählt“, ist heute noch in der Chronik nachzulesen. Die Ausrüstung wurde mehr und mehr verbessert, und eine erste Spritze wurde angeschafft sowie ein Feuerwehrhaus am nördlichen Ortsrand erbaut.
Anfang der fünfziger Jahre erhöhte sich die Schlagkraft der Wehr erheblich. 1951 wurde eine Motorspritze TS 6/6 angekauft, 1953 dazu ein Hänger. Die zunächst noch knappe Ausrüstung mit Schutzkleidung und Schlauchmaterial, das Fehlen von ausreichenden Löschteichen (der Bau einer zentralen Wasserversorgung war noch im Anfangsstadium) und die unzureichende Ausbildung führten besonders bei den Aktiven zu Unmut und ließen den Ruf nach einer Besserung des unbefriedigenden Zustandes immer lauter werden.
Am 6. Dezember 1965 wurden alle am Feuerlöschwesen interessierten Männer der Gemeinde zu einer Versammlung in das Gasthaus Weber geladen. Die Veranstaltung sollte zur zweiten Geburtsstunde der Feuerwehr Rottendorf werden. Mit beratender fachlicher Unterstützung des amtierenden Kreisbrandinspektors Toni Gietl aus Nabburg und dessen Stellvertreters Karl Böhm aus Wolfring wurde ein Feuerwehrverein gegründet, dem 28 aktive und 21 passive Mitglieder beitraten. Diese wählten noch am gleichen Tag eine neue Vorstandschaft, die mit Tatkraft und Feuereifer die ihr gestellten Aufgaben anging und eine rasante Entwicklung einleitete, welche in kurzer Zeit große Erfolge erbrachte.
Im Jahr 1988 konnte das dringend benötigte neu erstellte Feuerwehrhaus am Schulberg 14 eingeweiht werden. Bis heute ist der Verein stetig gewachsen. 200 Mitglieder, davon 40 Aktive, gehören der FFW Rottendorf an. Zudem wurde 1985 eine Jugendwehr mit derzeit 12 Mädchen und Jungen sowie 2021 eine Kinderfeuerwehr mit 13 Kindern gegründet.
Seit eineinhalb Jahrhunderten stehen also Frauen und Männer der Freiwilligen Feuerwehr Rottendorf Tag und Nacht bereit, um anderen zu helfen. Oft geschieht das unter schwierigen Bedingungen und Gefahr für Leib und Leben. Die Feuerwehr ist weit mehr als nur eine Einsatzorganisation. Für den früheren Zweiten Bürgermeister Andreas Altmann, der die Schirmherrschaft des Jubiläums übernimmt, ist sie ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens – sie prägt das Ortsbild, erhält die Gemeinschaft und vermittelt Werte wie Hilfsbereitschaft, Verantwortung und Kameradschaft an die nächsten Generationen. Besonders die Jugendarbeit spielt dabei eine zentrale Rolle, sie sichert die Zukunft und hält die Wehr lebendig.
Das Festprogramm
- Freitag, 10. Juli: 19 Uhr Festauftakt mit Einzug in das Festzelt und Bieranstich, 20 Uhr Stimmung im Festzelt mit „Grögötz Weißbier“
- Samstag, 11. Juli: 14.30 Uhr Unterhaltungsprogramm für Jung und Alt, 20 Uhr Partynacht mit „Rundumadum“
- Sonntag, 12. Juli: 9 Uhr Festgottesdienst, danach Frühschoppen mit der Blaskapelle Nabburg, 12 Uhr Mittagstisch, 14 Uhr Festzug mit Fahneneinzug in das Zelt, 15 Uhr Festbetrieb mit der „Pirker Blasmusik“















Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.