19.02.2019 - 11:26 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Gemeinde setzt weiterhin auf Gas

Auch das neue Baugebiet Schmidgaden West IV soll Gasanschluss erhalten. Allerdings muss diesmal ein Teil der Kosten auf die Grundstücke umgelegt werden.

Wolfgang Dumm erläuterte den Gemeinderäten die Aufteilung der Kosten des Gasanschlusses für das künftige Baugebiet Schmidgaden West IV
von Heinrich Niebauer (NIB)Profil

Dies führte zu Irritationen, wie Bürgermeister Josef Deichl in der Gemeinderatssitzung bei der Begrüßung von Wolfgang Dumm, Kommunalberater beim Bayernwerk, erläuterte. Wolfgang Dumm war nach Schmidgaden gekommen um die Räte über das neue Verfahren zu informieren.

Der Anschlussstutzen, der von der Gasleitung in jedes Grundstück reicht, wird im Unterschied zum bisherigen Verfahren auf die Grundstücke umgelegt. Allerdings wird dieser Betrag beim Anschluss an die Gasversorgung auf die dann fälligen Anschlusskosten angerechnet. 1300 Euro werden für jeden Einzelanschluss fällig. Dies ist auf die durchschnittliche Grundstücksgröße nicht einmal zwei Euro pro Quadratmeter rechneten die Gemeinderäte vor. Dumm bezeichnete diesen Betrag als fair berechnet. Er bedeute für das Grundstück einen Mehrwert, der aktuell noch gar nicht richtig bewertet werden könne. Wolfgang Dumm sieht für den Gasanschluss bereits heute viele Hinweise auf neue Nutzungsmöglichkeiten bei der Energieversorgung. Den Vorteil der Anrechnung hätten all jene, die sich für einen Gasanschluss entscheiden. Verloren, so Dumm auf Nachfrage von verschiedenen Räten, sei die Anschlussgebühr aber auch für alle anderen Grundstückseigentümer nicht, denn der Anschlussbetrag könne auch später vom Grundstückseigentümer oder seinem Rechtsnachfolger beansprucht werden, wenn die Entscheidung für Gas erst in Jahren falle. Dies soll auf Anregung aus dem Gemeinderat auch vertraglich festgehalten werden.

Die Gemeinderäte beantworteten die Frage, ob im Baugebiet Schmidgaden West IV der Gasanschluss verlegt werden soll, bei der anschließenden Abstimmung einstimmig mit ja.

Eine Änderung der Friedhofssatzung regelt künftig die Anlage der Gräber: Nach einer Ortsbesichtigung und einer Vorbesprechung stand diesmal die Änderung der Satzung für den Friedhof in Trisching auf der Tagesordnung. Damit kommt der Gemeinderat einem vielfach vorgetragenen Wunsch nach. Die Regelungen betreffen die Grabeinfassung und die Grabhügel. Da es bisher keine Detailplanung gab, wurden die vorgegebenen Maße nicht immer eingehalten. Da jetzt vor der Errichtung einer Grabstätte die Genehmigung der Friedhofsverwaltung erforderlich ist, kann diese auf die Gestaltung regulierend einwirken. Durch Kontrollen der Gemeindebediensteten soll die Einhaltung der neuen Vorschriften kontrolliert werden.

Zu allen vorgelegten Bauanträgen erteilten die Gemeinderäte das gemeindliche Einvernehmen. Darunter waren der Neubau eines Einfamilienhauses und der Neubau einer landwirtschaftlichen Maschinen- und Lagerhalle im Außenbereich als privilegiertes Vorhaben in Rottendorf. Auch zu einem Wohnhausanbau mit den beantragten Befreiungen vom Bebauungsplan in Trisching und die Errichtung von Schleppdacherkern an einem bestehenden Wohnhaus in Berghof wurde das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Längere Diskussionen gab es um die Bauvoranfrage auf einer unerschlossenen, landwirtschaftlichen Fläche in Littenhof. Während Bürgermeister Josef Deichl darauf hinwies, dass es kein Baurecht am geplanten Standort gibt und das Vorhaben auch nicht privilegiert ist, betonten mehrere Gemeinderäte, dass man gerade den jungen Menschen das Bauen am Wohnort nicht grundsätzlich verwehren sollte. Diese Meinung setzte sich am Ende auch durch und die Räte einigten sich darauf, das gemeindliche Einvernehmen zur Bauvoranfrage zu erteilen. Bis das Grundstück bebaut werden kann, ist es aber noch ein langer Weg: Eine Ortsabrundungssatzung ist erforderlich, bei der alle Anlieger mit einbezogen werden müssen.

Bürgermeister Josef Deichl informierte den Gemeinderat darüber, dass die Beschwerden über Geschwindigkeitsüberschreitungen analog zum steigenden Verkehrsaufkommen zunehmen. Innerhalb der Gemeinde gibt es verschiedene Schwerpunkte. Geplant sei deshalb, der kommunalen Verkehrsüberwachung beizutreten.

Auch die Planungen für den Kindergarten laufen. Aktuell steht ein Termin bei der Regierung an. Zweiter Bürgermeister Andreas Altmann wies auf einen Artikel in der Zeitung zum Thema Leerstand hin und schlug vor, auch in der Gemeinde über einen solchen Zuschuss beim Kauf eines leerstehenden Hauses nachzudenken. Bekannt gegeben wurden Beschlüsse aus der nichtöffentlichen Sitzung. Für den Masterplan Glasfaser – der Anschluss aller Haushalte an das Glasfasernetz – wurde der Auftrag an die Firma Reuther Net Consulting vergeben. Die Kosten in Höhe von rund 25 000 Euro sind zu 100 Prozent nach dem Bundesbreitbandprogramm förderfähig.

Im Industriegebiet Trisching konnten rund 5000 Quadratmeter an das Unternehmen Tobias Bauer verkauft werden. Das Unternehmen macht Tiefbau- und Erdaushub und nutzt das Gelände zur Weiterverarbeitung und Lagerung des Aushubs.

Der Auftrag für Straßenbauarbeiten in Ortschaften Hohersdorf und Rottendorf, die im Zuge der Erneuerung der Kanal- und Wasseranschlüsse bzw. dem Breitbandausbau erforderlich sind, wurden vergeben.

Die neue Satzung regelt die Anlage der neuen Gräber. Durch die Genehmigungspflicht kann die Friedhofsverwaltung vorab bereits Einfluss auf die Gestaltung nehmen.
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