22.11.2019 - 13:28 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Mit Glasfaser in die Zukunft

Der FTTB-Masterplan ist der Wegweiser in die digitale Zukunft der Gemeinde Schmidgaden. Ziel ist die flächendeckende Versorgung aller Haushalte mit Glasfaseranbindung. Bis es soweit ist, wird noch viel Zeit und Geld investiert.

Rottendorf ist in Sachen "Glasfaser in jedes Haus" einen Schritt voraus. 55 Haushalte sind bereits erschlossen. Der Rest folgt im Laufe des nächsten Jahres.
von Richard BraunProfil

Der FTTB-Ausbau - Glasfaser bis zum Gebäude - erfolgt in der Regel sukzessive. Dabei entsteht ein ungeordnetes Flickwerk, das mehr Nach- als Vorteile ergibt. Um dem zu begegnen, hat sich die Gemeinde im Januar entschlossen, einen FTTB-Masterplan für das gesamte Gemeindegebiet zu erstellen. Mit der Planung wurde die Firma Reuther Net Consulting beauftragt, die nun das Ergebnis dem Gemeinderat vorstellte.

Der Masterplan zeigt auf, welches Material an welcher Stelle verlegt werden muss, damit ein strukturiertes, flächendeckendes und wirtschaftlich optimiertes Glasfasernetz in jedes Haus entsteht und zwar providerneutral. "Um Übertragungsleistungen von 5G und mehr zu erreichen, gibt es zu Glasfaser keine Alternative", widersprach Ingenieur Siegbert Reuther allen Zweiflern, die andere Alternativen ins Spiel bringen wollen. "Glasfaser besitzt eine unbegrenzte Bandbreite, ist längenunabhängig und störunempfindlich."

Der Vorreiter

Vorreiter in Bezug Glasfaserausbau ist die Ortschaft Rottendorf. Hier wurden im Zuge der Erneuerung der Wasserleitung 55 Haushalte mit einem Glasfaseranschluss bis ins Haus erschlossen. Von vier Netzverteilern bis zu den Gebäuden wurden die Rohrverbindungen bereits verlegt. Die Glasfasermontage erfolgt erst bei Bedarf. In den restlichen Bauabschnitten werden ab März 2020 die Arbeiten durch die Firma Scharnagl fortgesetzt. Die Kosten belaufen sich auf voraussichtlich 140 000 Euro. Für die 1200 Hausanschlüsse im gesamten Gemeindegebiet werden die Kosten auf 7,2 Millionen Euro veranschlagt. Der Ausbau wird einen Zeitrahmen von zehn Jahren beanspruchen.

Im Jahr 2020 muss sich die Gemeinde entscheiden, ob sie das Wirtschaftlichkeitslückenmodell oder das Betreibermodell bevorzugt. Im ersten Fall baut der Provider das Netz und die Gemeinde zahlt die Lücke oder die Gemeinde baut das Netz und erhält die Förderung und die Netzmiete durch den Provider. Die Förderhöhe durch den Freistaat Bayern ist noch nicht bekannt. Der FTTB-Masterplan ist verbindlich für alle Ausbaumaßnahmen und Unternehmen. Der Planung wurde durch den Gemeinderat zugestimmt.

Siegbert Reuther zeigt am Modell wie ein Glasfaserhausanschluss aussieht.

Im Verlauf der weiteren Tagesordnung rückte der Gemeinderat weg von der digitalen Welt und wandte sich wieder der analogen Welt zu. Hier stand die Kanalsanierung in der Pfarrer-Willkofer-Straße im Mittelpunkt. Dazu erläuterte das Ingenieurbüro UTA aus Amberg die Planung. Der Kanal verbindet den Schwarzenfelder Weg mit dem Hauptsammler an der Hauptstraße. Eine Kamerabefahrung verdeutlichte den maroden Zustand. Durch die geringe Überdeckung ist die Leitung an vielen Stellen gebrochen. Die Planung sieht einen Neubau des Leitungssystems auf der gesamten Länge vor. Dabei wird der Kanal tiefer gelegt und mit einem größeren Durchmesser ausgestattet. Das bestehende Mischwassersystem wird weiterhin beibehalten.

Erst vorbehandeln

Den Vorschlag eines Gemeinderates, zumindest das Regenwasser im Straßenbereich durch eine gesonderte Leitung direkt in den Lohgraben zu lenken, erteilte der Planer eine Absage. Das Regenwasser müsste erst durch eine Reinigungeinrichtung vorbehandelt werden, ehe es in den Bach abgeleitet werden darf. Im gesamten Straßenbereich werden die weiteren Versorgungsleitungen wie Strom und Telefon neu verlegt. Die bestehende Wasserleitung wird beibehalten. Zum Abschluss erfolgt die Asphaltierung der gesamten Straße. Auch der Fußweg wird erneuert. Die Kosten belaufen sich auf 580 000 Euro. "Für die Maßnahme ist eine gute Förderung in Aussicht gestellt", so Bürgermeister Josef Deichl.

In der Pfarrer-Willkofer-Straße muss der Kanal erneuert werden. Die Arbeiten beginnen im Frühjahr nächsten Jahres.
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