05.02.2020 - 15:44 Uhr
SchmidgadenOberpfalz

Persönlichkeit mit Kraft zum Widerstand

Er ist eine der schillerndsten Figuren der Mittleren Oberpfalz. Ruhestandspfarrer Richard Salzl, bekannt geworden als WAA-Gegner, feiert seinen 80. Geburtstag. Der Andrang ist entsprechend groß.

Viele Freunde und Bekannte kamen, um Richard Salzl (rechts) zu gratulieren – unter ihnen Altbürgermeister Johann Prifling, Pfarrer i.R. Johann Schächtl und Zweiter Bürgermeister Andreas Altmann (von links).
von Richard AltmannProfil

Die freiwilligen Helfer der Pfarrgemeinderäte aus Schmidgaden und Rottendorf, der Kirchenverwaltungen und der Gemeinde hatten die Aula der Hauptschule in einen Festsaal verwandelt. Bei Kaffee, Kuchen und Häppchen unterhielten sich die Besucher und feierten gemeinsam mit dem Jubilar seinen runden Geburtstag.

Die Gäste kamen teils von weit her, auch viele Weggefährten aus den Zeiten des WAA-Widerstandes waren dabei. Vertreten war überdies das Katholische Landvolk, die sich etwas Besonderes hatte einfallen lassen. Deren Repräsentanten brachten ihre guten Wünsche mit Teelichtern einzeln zum Jubilar. Die Katholische Landvolkbewegung liegt Salzl sehr am Herzen, er war viele Jahre ihr Kreisseelsorger und ist mittlerweile Ehrenkreisseelsorger.

Ortspfarrer Gerhard Wagner und die Vertreter der kirchlichen Organisationen aus der Pfarreiengemeinschaft zeigten mit ihren Wünschen und Geschenken ebenfalls ihre Wertschätzung für Richard Salzl. Die politische Gemeinde gratulierte durch Zweiten Bürgermeister Andreas Altmann. Gute Wünsche formulierten auch die anderen anwesenden Bürgermeister.

Dank an die guten Geister

Richard Salzl nutzte die Gelegenheit, sich bei allen zu bedanken, die es ermöglichten, dass dieser Tag stattfinden konnte. Für die Pfarrhaushälterin Gisela Beer gab es aus der Hand von Pfarrer Gerhard Wagner einen Blumenstrauß für die Organisation der Veranstaltung.

Pfarrer Richard Salzl wurde am 30. Januar 1940 in Amberg geboren. Bereits als Kind kam er mit der Kirche in Berührung; nicht nur dass er in einem christlichen Elternhaus aufwuchs, er diente als Ministrant zunächst in der Stadtpfarrkirche und später auf dem Maria-Hilf-Berg. Er war auch ein begeisterter Pfadfinder. Nachdem er die Hauptschule beendet hatte, machte er eine Ausbildung zum Handwerker, wurde Ofensetzer und später Fließenleger.

Aber für den gläubigen jungen Mann sollte dies nicht alles sein. Es wuchs ihn ihm der Entschluss, Priester zu werden - mit 25 Jahren. Seine Eltern waren zunächst skeptisch. Also besuchte er die Spätberufenenschule in Waldram. Dabei entdeckte er die Musik. Mit 30 Jahren legte er schließlich sein Abitur ab. Das Theologiestudium in Regensburg folgte. Mit 36 Jahren empfing Salzl schließlich im Dom zu Regensburg seine Priesterweihe. Als Kaplan ging er nach Viechtach, wo sein priesterliches Wirken begann.

Eine Symbolfigur

Im Jahre 1980 wurde Richard Salzl Pfarrer in Penting, später kam noch Seebarn dazu - und das für 30 Jahre. Es war genau die Zeit, als unweit von Penting die atomare Wiederaufbereitungsanlage entstehen sollte. Salzl sah die Gefahren dieser Anlage für die Heimat und schloss sich dem Widerstand an. Neben Landrat Hans Schuierer wurde er in der Folge zu einer der Symbolfiguren des Widerstandes. Ein Gespräch beim Bischof konnte diesen Widerstand nicht brechen. Jeden Sonntagnachmittag beteiligten sich er und andere Priester an den ökumenischen Anti-WAA-Andachten. So war es dann auch nicht verwunderlich, dass das Aus der WAA für ihn einer der größten Glücksmomente in seinem Leben war.

Im Jahre 2010 verließ er seine Wirkungsstätte und ging in den Ruhestand Seit einigen Jahren lebt er in Dürnsricht. Dies hält ihn nicht davon ab, auch in der Pfarreiengemeinschaft Schmidgaden-Rottendorf Gottesdienst abzuhalten. Denn auch dort hat man ihn ob seiner freundlichen und ruhigen Art schnell ins Herz geschlossen. Seine große Leidenschaft war und ist die Musik. Gerne nimmt er an einer zünftigen Musikantensitzweil teil - und der Witz darf dabei nicht fehlen.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.