Schmidgaden
16.10.2022 - 09:41 Uhr

Nach Verzögerung durch die Lerche: Planungen für Industriegebiet gehen weiter

Drei Feldlerchen verzögerten die Planungen für die Industriegebietserweiterung in Schmidgaden. Nun sind Ausgleichsflächen gefunden – allerdings sind diese nicht ganz passend für den Vogel.

So sieht das Tierchen aus, das die Planungen für das Industriegebiet verzögert hat. Nun geht es jedoch weiter. Symbolbild: Andreas Neuthe
So sieht das Tierchen aus, das die Planungen für das Industriegebiet verzögert hat. Nun geht es jedoch weiter.

Schon im Frühjahr hatte der Schmidgadener Gemeinderat eine Erweiterung des Industriegebiets an der Autobahn bei Trisching auf den Weg gebracht. Doch dann kam die Feldlerche dazwischen – drei der Tiere wurden über dem Acker, auf dem das Industriegebiet entstehen soll, gesichtet.

Das Unternehmen Lichtgrün Landschaftsarchitektur machte sich daher auf die Suche nach passenden Ausgleichsflächen. Julia Niebler von der Firma stellte den Gemeinderäten nun die neuen Planungen vor.

Keine passende Fläche für Lerche

Ursprünglich hatte man als Ausgleich für das Gewerbegebiet zwei Wiesen aufforsten wollen, doch wegen der Lerchen seien dann stattdessen passende Flächen für diese Tiere gefordert worden. Sieben bis zehn Hektar bräuchte man für drei Lerchenbrutstätten, außerdem ausreichend Abstand zu Baum- und Strauchgruppen, denn die Tiere sind Bodenbrüter.

In unmittelbarer Nähe zum Industriegebiet habe man keine geeigneten Flächen gefunden, so Niebler, also erweiterte man den Suchkreis. Tatsächlich tat sich aber im gesamten Gemeindegebiet nichts auf. Die Behörde komme der Gemeinde nun so weit entgegen, dass sie nicht weiter auf der Ausgleichsfläche speziell für Feldlerchen besteht, sondern auch eine Fläche zum Schutz verschiedener Arten akzeptiert.

Kleinsäuger, Bodenbrüter, Insekten und Reptilien sollen nun Platz auf einer Fläche bei Littenhof finden. Dort besteht derzeit ein Acker, der durch einen Gehölzriegel getrennt wird. Letzterer soll laut Niebler erhalten bleiben. Die Fläche soll sich selbst begrünen, außerdem werden noch regionale, alte Obstbaumsorten gepflanzt sowie Wurzelstöcke und Totholz ausgebracht. Die Maßnahme generiert mehr Öko-Wertpunkte als für das Industriegebiet nötig sind, die übrigen Punkte kann die Gemeinde beim nächsten Mal als Ausgleich mit verwenden. Mit einer Gegenstimme von dritter Bürgermeisterin Theresia Dobler segnete der Gemeinderat das Vorhaben ab.

Weiterhin beschäftigten den Gemeinderat mehrere Bauanträge. Ein Antragsteller möchte in Schmidgaden im Birlweg ein Einfamilienhaus bauen. Das Grundstück ist momentan noch nicht erschlossen, die Kosten dafür – etwa für den Kanal und die Verlängerung der Straße – sind vom Bauherren zu tragen. Nach einiger Diskussion wurde der Bauvoranfrage einstimmig zugestimmt, da der Gemeinderat ähnliche Fälle schon in der Vergangenheit abgesegnet hatte. Ohne Einwände ging außerdem ein Antrag durch, die ehemalige Sparkasse in Schmidgaden in eine Wohnung umzubauen. Der dritte und letzte Bauantrag sorgte dagegen für Ärger unter den Räten: Denn das Bauvorhaben, das da auf dem Ratstisch lag, war quasi schon fertig umgesetzt. Es ging um eine Hackschnitzelheizung mit überdachtem Hackschnitzellager in Inzendorf. "Das ist nicht die feine Art", sagte Bürgermeister Josef Deichl. Da gegen den Bauplan an sich allerdings nichts spreche, schlug er dennoch vor, dem Vorhaben zuzustimmen. Neun Gemeinderäte stimmten letztendlich dafür, man bittet allerdings die Baubehörde, zu prüfen, ob der Bau auch wie im Plan eingezeichnet durchgeführt wurde.

Wasserrohrbruch zügig repariert

Josef Deichl informierte außerdem über einen Wasserrohrbruch in Trisching, der am 4. Oktober entdeckt wurde. Er sei zügig repariert worden, 280 Kubikmeter Wasser sind wohl verloren gegangen. Bürger seien in dem Zusammenhang jedoch an ihn herangetreten und hätten moniert, dass sie nicht ausreichend informiert worden wären – sie hätten sich Wurfzettel im Briefkasten gewünscht. Das so umzusetzen sei quasi unmöglich, wandte Deichl ein. Er findet es schade, dass dem Bauhof, der hier zur Behebung im Dauereinsatz gewesen sei, nicht die angebrachte Dankbarkeit entgegenschlug. Die Trischinger Gemeinderäte versicherten dem Bürgermeister, dass sie durchaus auch positives Feedback von der Bevölkerung erhalten hätten.

 
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