Schmidmühlen
17.08.2018 - 16:55 Uhr

Himmlisch heiraten und Feste feiern im Schlossstadel

Ambiente mit Schlosscharakter - Julia und Dominik Moser aus Rieden haben an Mariä Himmelfahrt "himmlisch" im Schlossstadel geheiratet. Auch einen Tag danach schwärmen beide beim Geschenkeauspacken vom gerade fertig sanierten Stadel.

Himmlisch heiraten und Feste Feiern kann man jetzt schon im putzfrischen Schlossstadel in Schmidmühlen.
Julia und Dominik Moser aus Rieden war das erste Brautpaar. Geheiratet haben die beiden an Maria Himmelfahrt. Um die Hochzeitsgäste kümmern sich natürlich die Schmidmühlener Hochzeitsengel (rchts) bö
Himmlisch heiraten und Feste Feiern kann man jetzt schon im putzfrischen Schlossstadel in Schmidmühlen. Julia und Dominik Moser aus Rieden war das erste Brautpaar. Geheiratet haben die beiden an Maria Himmelfahrt. Um die Hochzeitsgäste kümmern sich natürlich die Schmidmühlener Hochzeitsengel (rchts)

(bö) Man kann jetzt himmlisch heiraten oder ein Fest dort feiern, wo in früheren Jahrhunderten die Schmidmühlener Hammerherren Vorräte und Produkte des ehemaligen Eisenhammers gelagert hatten. Die Räumlichkeit ist eine gesellschaftliche und kulturelle Bereicherung für den Markt. "Es ist alles passend und stimmig", schwärmten die Gäste bei der ersten Hochzeitsfeier. Dass alles wohlorganisiert abläuft, dafür sorgen die Hochzeitsengel Ulrike und Sandra Grabs sowie Gabriele Kirschner mit ihrem Team. Geradezu ins Schwärmen kommt das erste Hochzeitspaar Julia und Dominik Moser: "Wir kennen den Stadl von Besichtigungen, als alles noch Baustelle war. Wir hätten uns nie gedacht, dass alles so fein aufeinander abgestimmt sein wird", erzählen sie.

Aber was letztendlich aus Stall und Stadel geworden ist, das bezeichnete das Paar zusammen mit seinen Gästen als eine erste Adresse: "Alle haben von diesem wunderschönen Ambiente geschwärmt." Ihre Feier war Auftakt einer neuen Nutzungsära des einstmaligen Stadels und Lagerbebäudes.

Das junge Brautpaar ist sozusagen immer ein Stück weiter in Richtung Schmidmühlen gekommen. Beide wohnten zuletzt in Amberg und sind seit etwa einem Jahr in Rieden daheim. Dort wurden sie von Bürgermeister Erwin Geitner standesamtlich getraut. Der Trauungsgottesdienst fand in der Pfarrkirche St. Georg in Rieden statt. Dass sie mit der Standortwahl richtig lagen, bekundeten ihnen alle Hochzeitgäste und viele Facebook-Einträge.

Eine Punktlandung

"Der Markt Schmidmühlen ist als Bauherr mit der Sanierung im gesteckten Zeitrahmen geblieben" - darüber freut sich auch Bürgermeister Peter Braun und die Mitglieder des Marktgemeinderates. Dass es nicht immer einfach war, die umfangreichen Arbeiten zu koordinieren, dafür sorgte das den Bau betreuende Architektenteam um Michael Dittmann aus Amberg. "Es war eine Punktlandung mit der Ende Juli die umfangreiche Sanierung abgeschlossen werden konnte." Sein Dank galt vor allem den Handwerkern die zuletzten besonders gefordert waren.

Leitidee der Revitalisierung war, den Stadel-Charakter zu bewahren. Historische Oberflächen der Hölzer und Mauern blieben so weit möglich unbehandelt. Als Boden wurde eine Ziegelflachschicht eingebaut. Die Ebene der Zerrbalkenlage ist wärmegedämmt. Voraussetzung für den Ausbau war eine grundlegende, statisch-konstruktive Sanierung des Dachtragwerks sowie der Wand- und Deckenkonstruktion.

Der Schlossstadel kann künftig für kulturelle und gesellschaftliche Zwecke von bis zu 190 Teilnehmern genutzt werden. Auf dem Schlossgelände sind im Zuge der Sanierung auch ein Vereinsstadel und ein Backofen in traditioneller Bauweise errichtet worden. Längerfristig ist noch geplant, einen Holzsteg für Fußgänger und Radfahrer über die Lauterach zu bauen. Dadurch kann der Fünf-Flüsse-Radweg über das Hammerviertel und den Ortskern geleitet werden. Der nördliche Teil des Schlossstadels wurde an der Stelle eines älteren Vorgängerbaus 1695/96 errichtet. Er war sogar zwei Jahre früher fertig, ehe das Hammerschloss seine repräsentative Aufstockung und damit seine jetzige Gestalt erhielt. Ein Bürgerentscheid im März 2015 war der Auftrag für Bürgermeister und Marktgemeinderat die Sanierung anzugehen. Gut zwei Drittel der Bürger hatten damals die Sanierung befürwortet.

Rund 1,2 Millionen Euro

Dass mit dem Projekt in eine Marktlücke gestoßen wurde, zeigt die Vielzahl der gebuchten Termine. Seien es Geburtstagsfeiern, Hochzeiten und kulturelle Veranstaltungen bis hin zu Konzerten und Vereinsjubiläen. "Die Gesamtkosten werden auf gut 1,6 Millionen Euro hinauslaufen." An Zuschüssen sind dem Markt 1,2 Millionen Euro zugesagt.

Mit satirischem Schwung werden am Samstag, 6. Oktober, Hans Well und die Wellpappn im Schlossstadel erwartet. Am Samstag, 20. Oktober, sind die "BUL's Brothers" aus dem benachbarten Burglengenfeld zur offiziellen Einweihungsfeier zu Gast.

Als äußerst gelungen wird das Ambiente des Schossstadels in Schmidmühlen bezeichnet. Er ist zwar noch putzfrisch, aber die Nutzungsnachfrage läuft gut. bö
Als äußerst gelungen wird das Ambiente des Schossstadels in Schmidmühlen bezeichnet. Er ist zwar noch putzfrisch, aber die Nutzungsnachfrage läuft gut.
Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde auch ein alter Brunnen entdeckt. Mit Bruchsteinen sauber hochgezogen, beleuchtet und mit einer Glasplatte versehen ist er einer der besonderen Hingucker im Haus. bö
Bei den umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde auch ein alter Brunnen entdeckt. Mit Bruchsteinen sauber hochgezogen, beleuchtet und mit einer Glasplatte versehen ist er einer der besonderen Hingucker im Haus.
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