02.04.2020 - 12:37 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Sanierung des Areals Goldener Anker im Zentrum Schmidmühlens wird große Herausforderung

Der Marktrat hat zuletzt den Haushalt und das Investitionsprogramm zum Finanzplan 2019 bis 2023 abgesegnet hat. Nun können wichtige Projekte und Maßnahmen abgearbeitet werden. Großes Interesse gilt der Sanierung des Areals Goldener Anker.

Die Sanierung des Areals Goldener Anker wird in den nächsten sechs Jahren die größte Herausforderung sein im Markt Schmidmühlen.
von Autor POPProfil

Das Gelände mit dem ehemaligen Gasthaus Goldener Anker wurde vom Markt Schmidmühlen bereits angekauft. Er galt und gilt schlechthin als Schandfleck im Ortszentrum. Der Erwerb ist in der Bevölkerung eigentlich unumstritten.

Im Jahr 1532 wurde das Gebäude als Lager- und Rathaus errichtet. Der Name erinnert an die Vilsschifffahrt, die bis 1826 bestand. Neben Amberg besaß nur Schmidmühlen das Privileg eigener Schiffe. Befördert wurden Erz, Eisen, Salz, Lebensmittel, Stückgüter und Menschen. Der Hafen lag hinter dem Lagerhaus an der alten Mündung der Lauterach in die Vils. Gebaut wurde er von Nürnberger Kaufleuten, die in diesem Gebäude ihre Waren lagerten, bis sie auf die Vilsschiffe verladen wurde.

Zur Vilsschifffahrt

Nachweislich war zur Jahrhundertwende das stattliche Gebäude ein Gasthaus, das mit dem Bezug zur Vilsschifffahrt Goldener Anker hieß. Nach Aufgabe von Metzgerei und Gastwirtschaft stand das Gebäude leer, bis es das Sozialwerk Heuser kaufte, um hier ein Alten- und Pflegeheim zu errichten. Letztlich scheiterte das Unterfangen, das Gebäude stand wieder leer und zum Verkauf. Vor etwa zwei Jahren erwarb es erneut ein Investor, der ebenfalls seine Vorstellungen nicht realisieren konnte. Nun ist das Areal im Besitz des Marktes, der heuer noch eine Machbarkeitsstudie in Auftrag geben wird. Zudem schloss Bürgermeister Peter Braun weitere Ankäufe im Umfeld nicht aus.

"Die Sanierung, so Braun, wird zielstrebig vorangetrieben, wird aber Zeit brauchen." Heuer plant Schmidmühlen 220 000 Euro ein, in den weiteren Jahren rund eine Million Euro. Der Bürgermeister verwies in der Sitzung auf die Tatsache, dass realistisch mit einer sehr guten Bezuschussung, teilweise bis 80 Prozent, zu rechnen sei. Letztendlich werde das Nutzungskonzept, das sich aus der Machbarkeitsstudie ergebe, maßgeblich sein. Weitere Großprojekte werden die Barrierefreiheit im Ortskern, die Ausweisung neuer Bau- und Gewerbegebiete, aber auch Kindergarten und Fahrradweg Lauterachtal sein.

Im Investitionsplan steht auch der Bau eines neuen Feuerwehrhauses. Dieser wird wohl frühestens 2024 realisiert. Dennoch ist der Markt bereits aktiv und hat Grundstücke gekauft. Der Wunsch der Wehr war, mit den Planungen nach dem Feuerwehrfest zu beginnen. Fest eingeplant sind für heuer schon die Anschaffung eines neuen Mehrzweckfahrzeuges und vor allem von speziellen Schutzjacken für Atemschutzträger, Funkmeldeempfänger und Ausrüstung. 131 000 Euro hat der Kämmerer hier ausgewiesen. In den Vorjahren, die in dem Finanzplan ebenso enthalten sind, stehen immerhin bereits 681 000 Euro. Dies diente insbesondere dem Kauf des Hilfeleistungsfahrzeuges HLF 20 für die FFW Schmidmühlen und des Tragkraftspritzenfahrzeuges für die Emhof, aber auch dem Erweiterungsbau für die FFW Emhof.

An bisheriger Stelle

Für das neue Gerätehaus, das an der Stelle des jetzigen Gebäudes entstehen soll, werden - vorerst - rund eine Million Euro eingeplant. Nimmt man alle Investitionen zuzüglich der anteiligen Beteiligung am Fahrzeug der First Responder sowie Ausrüstung und Ausbildung, so investierte und investiert die Marktgemeinde in einem Zeitraum von acht Jahren rund zwei Millionen Euro in den Brand- und Katastrophenschutz.

Den größten finanziellen Brocken wird der Markt heuer abschließen - die Straßensanierung. Für diese waren in einem Gesamtansatz knapp 2,5 Millionen Euro vorgesehen. Heuer geht der wohl größte Abschnitt zu Ende: die Sanierung der Harschhofer Straße. Dank des guten Wetters konnte die Firma Mickan früher als geplant beginnen. Aktuell wird der Kanal verlegt, der Anschluss an die Bahnhofstraße wurde bereits vollzogen. Der Verbindungsweg ist aber noch nicht benutzbar. 910 000 Euro (gesamt: 2 330 000 Euro) wird die Maßnahme heuer kosten.

Der Markt Schmidmühlen wird weiterhin Baugebiete ausweisen, weil er dies auch kann.
Der Verbindungsweg zwischen Harschhofer Straße und Bahnhofstraße - hier wurde ein Kanal verlegt.
Hintergrund:

Steuersätze/Hebesätze

Die Steuersätze (Hebesätze) für nachstehende Gemeindesteuern werden wie folgt festgesetzt:

Grundsteuer a) für landwirtschaftliche Betriebe (A) 330 v. H.; b) für die Grundsteuer (B) 330 v.H.

Gewerbesteuer 330 v.H.

Der Höchstbetrag der Kassenkredite zur rechtzeitigen Leistung von Ausgaben nach dem Haushaltsplan wurde auf 800 000 Euro festgesetzt.

Der Schuldenstand betrug am 31. Dezember 2019 5 315 638 Euro.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.