01.06.2020 - 13:25 Uhr
SchmidmühlenOberpfalz

Schmidmühlen gibt Hopfen den Vorzug vor Rosen

Bis in die 1920er-Jahre hinein bauten die Menschen in Schmidmühlen noch Hopfen an. Diese alte Tradition will die Marktgemeinde neu aufleben lassen.

Aus dem angedachten Rosengarten wird ein Hopfengarten. Damit erfährt das Hammerschlossareal eine weitere Aufwertung als Kulturzentrum des Marktes Schmidmühlen. Der Marktgemeinderat sprach sich einstimmig für dieses von Landschaftsarchitekt Christopher Trepesch ausgearbeitete Projekt aus.
von Paul BöhmProfil

Im Schloss-Stadl trat der Marktgemeinderat zu seiner zweiten Sitzung zusammen. Diesen Tagungsort, der es ermöglicht, die gebotenen Mindestabstände einzuhalten, nahm das Gremium mit in seine neue Geschäftsordnung und die Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts auf. CSU-Fraktionssprecher Johann Edenharter hatte das angeregt.

Bürgermeister Peter Braun legte für die Gemeinde einen Bauantrag vor. Von der ursprünglichen Idee, im ehemaligen Hausmann-Anwesen einen Rosengarten anzulegen, hat sie sich verabschiedet. Stattdessen will sie an die Geschichte des Hopfenanbaus erinnern, der in Schmidmühlen bis in die 1920er-Jahre andauerte. Die neu entstehenden Lagerräume könnten von Vereinen genutzt werden, hieß es in der Sitzung. Deren Mitwirkung beim Bau sei erforderlich.

Der Hopfengarten im unmittelbaren Bereich des Hammerschlosses bringt ein Stück Geschichte in den Markt zurück. Er schafft auch noch einige Parkplätze und einen Ruhebereich in unmittelbarer Nachbarschaft des Hammerschlosses und des Schlossstadels. "Aus dem Programm Städtebauförderung können wir sehr gute Zuwendungen warten", informierte Bürgermeister Peter Braun zur Finanzierung. Er rechnete mit etwa 80 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss.

Die neue Siedlungsstraße Ledererhang gilt nach ihrer Widmung jetzt als Gemeindestraße. Bei der Vorfahrt räumte der Marktgemeinderat aber der Bergstraße Priorität ein. Der Ledererhang bleibt damit die untergeordnete Straße.

Für den Salzstadl beschloss der Marktgemeinderat ein neues Nutzungskonzept. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf kulturellen Veranstaltungen der Vereine.

Salzstadl wird Kulturhaus

Für den bisher als Lagerraum dienenden Salzstadl neben dem Netto-Markt strebt der Marktgemeinderat eine Nutzungsänderung an. Dort soll die Kultur Einzug halten. Die beiden Fraktionen CSU und Freie Wähler brachten neben der Möglichkeit für Theateraufführungen auch einen Veranstaltungsort für Vereine aus dem Gemeindebereich ins Gespräch. Im Rahmen der Neugestaltung eines Parkplatzes am Salzstadl wird auch das ehemalige Trachtenheim verschwinden und einem Neubau weichen. Die Feuergasse zwischen dem Sternwirt und dem Anwesen Weigert soll in diesem Zug hergerichtet werden. Der Marktgemeinderat sieht auch die Möglichkeit, den ehemaligen Fußweg zur Lauterach am Salzstadl vorbei an den Netto-Parkplatz anzubinden. Mit dieser Neuordnung im Bereich des Salzstadls entstehen auch zusätzliche Parkplätze, trug Bürgermeister Peter Braun vor.

Hans Edenharter merkte an, dass der Salzstadl für alle Schmidmühlener Vereine offen sein soll. Der Marktgemeinderat stimmte der Nutzungsänderung für kulturelle Veranstaltungen von Vereinen einstimmig zu. Bereits im Juli wird die Eglseer Bauernbühne einziehen.

Bauhof-Fuhrpark wird aufgefrischt

Für den Bauhof stehen der Kauf eines Radladers und eines Transportanhängers auf dem Plan. Wie Bürgermeister Peter Braun informierte, sind die bisherigen Nutzfahrzeuge schon sehr in die Jahre gekommen. "Wir merken dies vor allem an den jährlich steigenden Reparaturausgaben", begründete Braun die Neuanschaffung. Gegen drei Stimmen gestattete der Marktgemeinderat dem Bürgermeister, bis zu 90 000 Euro für den Radlader und den Anhänger auszugeben.

Zur Frage von Martin Bauer und Georg Koller nach dem Brennmaterial für die Johannisfeuer informierte Bürgermeister Peter Braun, dass es sich auf jeden Fall um unbehandeltes Holz handeln müsse. Die Anlieferungen sind vorher mit der Gemeinde abzustimmen.

Zuschuss für Sportschützen

Die Sportschützen Schmidmühlen bekommen für die Umrüstung auf elektronische Schießstände eine gemeindliche Förderung von 10 000 Euro zugesagt. Die Gesamtkosten liegen bei 35000 Euro.

Marktfest noch nicht abgesagt

Über das Marktfest am ersten Augustwochenende ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. "Sicher ist, dass unser Marktfest nicht in der gewohnten Form und Größe stattfinden kann. Ein abgeänderte Variante ist derzeit noch in Planung", erläuterte Braun. Dritter Bürgermeister Mathias Huger meldete für die an die Feuerwehr angegliederten First Responder wieder eine eingeschränkte Einsatzbereitschaft. Wegen der Coronakrise hatten sie ihren Dienst eingestellt.

Baugenehmigungen erteilt

Baugenehmigungen gab es für eine Fertiggarage in der Bergheimer Straße, ein Wohnhaus mit Garage am Ledererhang sowie den Ausbau eines Dachgeschosses und den Einbau von Dachgauben in der Von-Spiering-Straße. Auch der Neugestaltung des Geländes an der Nordseite eines Wohnhauses in der Dr.-Pfab-Straße stimmte der Marktgemeinderat zu. Die Auflage ist allerdings eine Tonnagebegrenzung für Materialfahrzeuge. Eine Alternative sah der Marktgemeinderat auch mit der Schaffung einer Baustellenzufahrt vom Lauterachtal her.

In den Pfingstferien wird die Regenwasserrinne beim Buswendeplatz an der Schule repariert. Die Parkmöglichkeiten für die Friedhofsbesucher sind daher nur eingeschränkt nutzbar. Wie der Rathauschef noch informierte, ist der Haushalt des Marktes Schmidmühlen für das Jahr 2020 vom Landratsamt vorbehaltslos genehmigt worden.

In Schmidmühlen werden bei Sitzungen des Marktgemeinderates die Mindestabstände zum Schutz vor der Corona-Pandemie eingehalten. Der Schloss-Stadl ist dafür gut geeignet.
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