30.03.2020 - 12:00 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

25 Jahre Kindertagesstätte St. Vitus – 10 Jahre Krippe!

Schnaittenbach. (ads) „Es hat sich einerseits vieles verändert in den vergangenen 25 Jahren und andererseits ist vieles gleich geblieben“, erinnert Birgit Kumeth, die heutige Leiterin der städtischen Kindertagesstätte St. Vitus.

Das Bistro, das 2018 eröffnete, wird von den Kindern aus der Krippe und aus dem Kindergarten in guter und fruchtbarer Gemeinschaft zum Mittagessen genutzt und ist voll ausgelastet.
von Adele SchützProfil

Sie muss es wissen, denn sie war vor 25 Jahren bei der Eröffnung des Kindergartens als Praktikantin schon als Frau der ersten Stunde mit dabei. „Dieses tolle Gefühl – ich gehe in die KiTa und spiele und spiele und spiele – gibt es immer noch. Genau wie bei mir damals“, freut sich Birgit Kumeth. Gerade diese Anreize im Spiel mit anderen Kindern, das Nachahmen, miteinander Agieren, das ganze soziale Miteinander, die wichtige Zeit ohne elterliche Aufsicht, die in der Kita eingeforderte Selbstständigkeit und was die Kinder daraus für ihr Leben lernen –all das könne laut Kumeth dem Nachwuchs niemand zuhause bieten. „Und genau das ist dasselbe, was die Kinder heute mitnehmen aus Kindergarten und Krippe– wie ich damals“, betont Kumeth.

Die Kindertagesstätte arbeitet nach ihren Aussagen im teiloffenen Konzept, sodass die Kinder zusätzlich noch die Möglichkeit haben, nach ihren Bedürfnissen Spielort und Spielpartner zu suchen. „Die Kinder können sich frei Bewegen und eine ‚WC-Kette‘ die mir damals den Weg aus dem Zimmer ermöglichte ist Geschichte“, ist der Leiterin der Kindertagesstätte aufgrund ihrer negativen Erinnerung an ihre Kindergartenzeit sehr wichtig.

Gutes Bauchgefühl

Räumlichkeiten und deren Benutzung entstehen in der Einrichtung nach ihren Aussagen durch Ideen der Kinder oder des Personals. „In unserer KiTa wird Partizipation gelebt und so wurde aus der vorerst ehemaligen kleinen Küche erst ein Materiallager und schließlich ein eigens für die Vorschulkinder eingerichtetes Kinderbüro“, lässt Birgit Kumeth wissen. Die Großen der Einrichtung haben hier die Möglichkeit, unter sich ohne permanente Aufsicht zu sein, und haben so die Ruhe gemeinsam oder alleine an den einzelnen Vorschulstationen zu arbeiten. „Mir ist es sehr wichtig, dass die Kinder mit einem guten Bauchgefühl in die Schule kommen, selbstständiges Arbeiten als Vorbereitung auf die Schule lernen und in die Schule WOLLEN nicht MÜSSEN“, beton Birgit Kumeth.

Vorschularbeit und die Vorbereitung auf die Schule sind nach ihren Aussagen ein wichtiger Baustein im Kindergarten. Im Vergleich zu früher gebe es allerdings einen gravierenden Unterschied. „Klar konnten wir damals auch zählen und unseren Namen schreiben – aber das ist kein Vergleich zu den Kenntnissen der Kinder heutzutage“, weiß die Herzbluterzieherin. Der Bildungsanspruch, die inhaltliche Vielfalt und die Inklusion hätten nach ihren Aussagen unter anderem dazu beigetragen, dass sich auch das Berufsverständnis der Erzieherinnen und Erzieher verändert habe: Weg von der reinen Betreuung wie spielen und Essen geben, hin zu gezielter Bildungsförderung der Kinder. Die Erzieher müssten daher viel mehr können als früher, ihre Aus- und Fortbildung habe einen höheren Stellenwert, macht Kumeth grundsätzlich bewusst.

Liebe zum Beruf

„Da gibt es die EINEN, die Erzieher lernen und ihren Beruf nachgehen und die ANDEREN; die RICHTIGEN, die im tiefsten Inneren ihres Herzens schon immer wussten, dass sie Erzieher werden wollen. Diese Menschen leben und lieben ihren Beruf und das spürt man auch“, bemerkt Birgit Kumeth und sie weiß, wovon sie spricht.

Soweit zum Kindergarten, der durch eine Kinderkrippe erweitert wurde. Im September 2009 war es endlich soweit als Pfarrer Josef Irlbacher die Räumlichkeiten der neuen Kinderkrippe segnete und damit die Betreuungseinrichtung für die Jüngsten ihrer Bestimmung übergab, aber auch den Kindergarten zur Kindertagesstätte erhob. Dies ist heuer genau 10 Jahre her. Angefangen hatte alles mit einer Hand voll Kinder, welche damals im jetzigen Kinderbüro/Materialraum in Untergeschoß des damaligen Kindergartens betreut worden sind. Derzeit besuchen 14 Kinder im Alter von 1,5 bis 3 Jahren die Krippe, die von einer Erzieherin und zwei Kinderpflegern in der Mäusegruppe im Obergeschoß der Einrichtung betreut werden. Einen gemeinsamen Schlafraum mit Platz für insgesamt 20 Krippen und Kindergartenkinder gibt es nun seit drei Jahren.

Man kann sagen, es hat sich einiges getan „Drom am Forscht ganz hint im Eck.“

So hat die Kita seit 2017 unter der neuen Leitung von Birgit Kumeth und Stellvertretung Vanessa Rupprecht ein neues Leitungsteam mit viel Elan und guten Ideen. In den beiden Kindergartengruppen arbeiten neben den Gruppenleitungen noch weitere Kinderpfleger und ein Opti –Prax Praktikant in der Kita. Davon zwei Männer! Definitiv etwas Besonderes und eine tolle Sache ganz nach dem Motto: „Hinter jedem lebensfrohen Kind – steht ein großartiges Team an pädagogischen Fachkräften“

Und die Kita steht nie still. 2015 – zum 20-Jährigen wurde in einer bemerkenswerten Mitmachaktion zwischen Kindern/Eltern und Personal ein Kletterparadies in der Eingangshalle der Kita gebaut.

Ein Hingucker

Dieses Kletterparadies ist bis heute ein Hingucker und bei den Kindern sehr beliebt. So wird es nicht nur als Bereich zum Toben gesehen, unter dem Sternenhimmel können die Kinder Bilderbücher ansehen oder sich ausruhen. Es gibt Höhlen und Kriechtunnel auf unterschiedlichsten Ebenen.

Eine Verkleidungskiste und verschiedene Podeste laden zum Theaterspielen ein. Und weil die „KiTa“ auch so gerne singt – ist es kein Wunder – das das Kletterparadies regelmäßig zur Showbühne für kleine Sänger wird. Ganz nebenbei erwähnt, hat die KiTa bereits auch ihre eigene Musik – CD besungen!

2018 wurde die KiTa energetisch saniert und ein großer Bistrobereich mit Platz für 30 Kinder für die Mittagsverpflegung geschaffen. Die Zahl der Kinder, die zum Mittagessen und länger in der KiTa bleiben hat sich seit dieser Zeit mehr als verdreifacht. Das Besondere daran ist, dass Schlafraum und Bistro von den Krippen- und Kindergartenkinder in guter und fruchtbarer Gemeinschaft genutzt werden. „Dies ist eine tolle Sache, da wir eine Gemeinschaft sind und die Kleinen der Krippe so ganz nebenbei den Kontakt zu den Großen aus dem Kindergarten bekommen und es im Anschluss einfach viel leichter ist, den Kindern einen liebevollen und reibungslosen Übergang von Krippe und Kindergarten zu ermöglichen“, versichert Kumeth. Als Leiterin der Einrichtung legt sie großen Wert darauf, dass auch im pädagogischen Alltag immer wieder darauf geachtet wird, dass es gemeinsame Aktionen zwischen Krippe und Kindergarten gibt.

Das Klettergerüst in der Eingangshalle der Kindertagesstätte St. Vitus hat sich zum zentralen Ort für die kleinen und großen Kinder hier entwickelt. Es ist genial zum Ausruhen und Träumen, zum Austoben und als Bühne für Nachwuchssänger und Nachwuchsschauspieler.
Die Leiterin der Kindertagesstätte St. Vitus (l.) ist stolz auf ihr starkes Team an Erziehern aus Leidenschaft.
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