04.06.2019 - 16:04 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Im Baugebiet Ostfeld I grünt und blüht es naturnah

Schnaittenbach. (ads) Blumenwiesen und insektenfreundliche Flächen sind derzeit wegen des Insektensterbens in aller Munde. So auch bei der Stadt Schnaittenbach.

Bauamtsleiter Klaus Kittler und Bürgermeister Sepp Reindl (v.r.) machten sich vor Ort im neuen Baugebiet Ostfeld I ein Bild von der gelungenen naturhahen Gestraltung und Bepflanzung der Verkehrsinsel auf Vorschlag des Kreisfachberaters für Gartenbau und Landschaftspflege Arthur Wiemet. Die Stadt setzt damit ein sichtbares Zeichen gegen das Insektensterben.
von Adele SchützProfil

Hier blieb es aber nicht bei schönen Absichten: Die Kommune schreitet im neuen Baugebiet Ostfeld I zur Tat. Auf Antrag der SPD-Fraktion beschloss der Bau- und Umweltausschuss bereits vergangenes Jahr die Begrünung der dortigen Verkehrsinsel. Dies biete sich gerade dazu an, um so etwas gegen das Insektensterben zu unternehmen, waren sich Bürgermeister Sepp Reindl und Bauamtsleiter Klaus Kittler beim Ortstermin dort einig.

Reindl freute sich, dass das neue Baugebiet so großen Zuspruch findet, dass für alle Parzellen schnell Käufer und Interessenten gefunden waren. Eine Erschließungserweiterung im nördlichen Bereich in einem zweiten Bauabschnitt würde nach seinen Aussagen folgen.

Reindl führte diese Nachfrage zum einen auf die Lage und zum anderen auf die "ausgezeichneten Familienförderung der Stadt Schnaittenbach" zurück. Familien mit Kindern würden nach seinen Aussagen in den ersten zehn Jahren nach Erwerb eines Bauplatzes eine attraktive Familienförderung von bis zu 45 Prozent des Baulandpreises erhalten.

Dahingehend sei man seitens der Stadt darauf bedacht, ein entsprechendes Umfeld für Familien mit Kindern zu schaffen. Begrünung des gehöre laut Reindl ebenso dazu wie die Realisierung eines Kinderspielplatzes im Bernsteinsteig im Herbst dieses Jahres. Eine Begrünung sei mit dem Anlegen von Blühwiesen im Süden und Norden des Baugebiets erfolgt und einer Gestaltung und Anpflanzungen der Verkehrsinsel.

Der Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege, Arthur Wiesmet, wurde zu Rate gezogen. Der Vorstellung, statt kostenaufwendiger und pflegeintensiver Blumenrabatten summende Blütenmeere mit Wildpflanzen zu schaffen, begegnete Wiesmet eher skeptisch: "Ganz so einfach ist es nicht, denn Wildblumen brauchen oft länger zum Keimen, sind im Jungstadium noch empfindlicher als Rasensaatgut. Aber es gibt verschiedene Möglichkeiten", wusste der Kreisfachberater.

Inzwischen wurde der Kreisel mit zwei Findlingen gestaltet und ebenso mit naturnahen, insektenfreundlichen, optisch auch mal auffälligen, lange ansprechenden und langlebigen Pflanzen nach Wiesmets Vorschlägen bepflanzt. Heiko Friedl mit seinen Männern vom Bauhof hat hier als Solitärgehölze Ölweiden und Zwerg-Kiefer eingesetzt, als Solitärstauden Blauraute, hohes Schleierkraut und Ehrenpreis sowie als Füllstauden Lavendel, verschiedenen Salbei, Dost und Katzenminze. In den Randbereichen wurden "Initialpflanzen" gesetzt die sich natürlicherweise aussamen und verbreiten dürfen.

"Und in Restflächen, den ,Eh-da-Flächen', überlässt man die Begrünung den Samen im Boden, denn im Humus, schlummert von Wildpflanzen eine Menge davon, wie sich bereits auf Restflächen zeigt, wo Schafgarbe, Kamille und verschiedene Kleearten sprießen", informierte Wiesmet. Dass der Ampfer seine Nische finde, sei auch klar. Gerade bei der Distel aber gingen die Meinungen auseinander. "Die Einen sehen sie als das schlimmste Unkraut, die Insekten sehen sie als Paradies!", machte Wiesmet bewusst. Wenn die Blütezeit vorbei sei, blieben Grashalme als Futter für Heuschrecken und die hohlen dürren Stängel zum Überwintern. "Wenn die Saubermannfraktion das ,dürre Glump' nicht gänzlich abrasiert hat!", bemerkt der Kreisfachberater.

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