(ads) "Der Gottesdienst, bei dem viel gesungen, getanzt und gelacht wird, dauert schon zwei Stunden und länger", berichtet Father James Elias Kabosa aus Tansania. Vier Wochen lang war er jetzt in der Oberpfalz, um für Pfarrer Josef Irlbacher die Urlaubsvertretung für die Pfarreiengemeinschaft St. Vitus Schnaittenbach/St. Margareta Kemnath am Buchberg zu übernehmen.
Sehr gläubiges Elternhaus
In seiner Heimat hatte Father James drei Jahre Philosophie und vier Jahre Theologie studiert und sich dann für ein fortführendes Studium zur Promotion an der Hochschule für Philosophie in München entschieden. Der Geistliche erklärt, dass er aus einem sehr gläubigen Elternhaus stammt. Sein Vater sei Kirchenvorsteher in seinem Heimatort gewesen. Deshalb sei er in die Kirche hineingewachsen, habe sich schon sehr früh in seiner Kindheit und Jugend als Ministrant eingebracht. Die Priester hätten ihn durch ihren gelebten Glauben sehr beeindruckt. "Schon sehr früh ist in mir der Wunsch geboren, selbst einmal Priester zu werden."
Nach dem Abitur trat er in das Priesterseminar ein, studierte Philosophie und Theologie. Auf Wunsch seines Bischofs hatte sich Father James für ein fortführendes Studium der Philosophie an der Hochschule in München entschieden. Er freut sich über vielfältige Unterstützung in Deutschland: Eine Ärztin habe ihm einen Deutschkurs finanziert, für das Studium selbst habe er ein Stipendium bekommen. Nach seiner Promotion will Father James nach Tansania zurückkehren. Die Urlaubsvertretung in Schnaittenbach habe ihm zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben, als Priester und Seelsorger eine eigene Pfarrei zu leiten. Bisher habe er stets in der Gemeinschaft von Studierenden oder von Ordensleuten gelebt. "Ich habe das erste Mal in meinem Leben in Schnaittenbach eine sehr große Ruhe bewusst erlebt und mich dabei richtig einsam gefühlt", erzählt er.
Dankbar sei er, dass er in Schnaittenbach und Kemnath am Buchberg sehr gut aufgenommen worden sei. Jeder habe sich rührend um sein Wohlergehen gekümmert. Etwas schockiert zeigte er sich, dass in Deutschland die "vielen schönen Kirchen auch bei den Gottesdiensten sehr leer sind und die Gottesdienstbesucher ihren Glauben nicht mit Freude und Begeisterung zeigen". In Afrika sei das anders: "Wir haben keine gemauerten Kirchen, wir feiern unsere Gottesdienste unter freiem Himmel und feiern lachend und tanzend mit Freude unseren Glauben."
Eier und Gemüse statt Geld
In Afrika würden die Priester von den Gläubigen entlohnt, bekämen statt Geld häufig Eier, Brot, Früchte und Gemüse. Father James hofft, dass er nächstes Jahr wieder die Urlaubsvertretung für Irlbacher übernehmen kann. "Je länger ich für die Gläubigen einer Pfarrei meinen Dienst als Seelsorger und Priester leiste, desto vertrauter werden mir die Gläubigen, desto vertrauter werde ich ihnen."













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