11.04.2019 - 14:04 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Kirchengemeinden in Hirschau schreiben Ökumene groß

"Wir werden jetzt nicht heiraten. Aber wir sind freundschaftlich verbunden." So begrüßte der katholische Pfarrer Josef Irlbacher aus Schnaittenbach den evangelischen Geistlichen Stefan Fischer sowie konfessionsverschiedene Ehepaare.

Das ökumenische Ehetreffen beginnt mit einer Andacht in der Schnaittenbacher Kirche.
von Heidi KurzProfil
Nach der Andacht des ökumenischen Ehetreffens folgte ein reger Austausch im Gemeindehaus.

Die beiden Kirchengemeinden hatten gemeinsam eingeladen und alle Ehepaare angeschrieben, die aus katholischen und evangelischen Partnern bestehen. Rund 30 Personen folgten der Einladung und versammelten sich zu einer Andacht im Altarraum in der Pfarrkirche.

"Wir haben bis jetzt immer konfessionsverschiedene Ehen gesagt, aber der Begriff gefällt uns beiden nicht wirklich“, sagte Pfarrer Fischer. Er und sein katholischer Amtsbruder würden lieber von konfessionsverbindenden Ehen sprechen. Fischer versicherte: "Dass wir heute als Kirchen freundschaftlich nebeneinander sitzen, ist auch das Verdienst Ihrer Ehen. Sie haben die Konfessionen verbunden." In einer Dialogpredigt beschrieben die beiden Pfarrer die Situation der Ehepartner. Irlbacher zog den Vergleich mit einem gebrochenen Siegelring dessen zwei Hälften unterschiedlich seien, aber zusammengehörten zu einem großen Ganzen. "Mischehen" seien vor einigen Jahrzehnten alles andere als selbstverständlich gewesen und es habe viele Verletzungen gegeben. Heute ist die Frage, welche Konfession die Kinder annehmen sollten, brennender, so die Pfarrer. Zum Abschluss wurden die Ehepaare gesegnet.

Beim anschließenden Treffen im Vitusheim gab es bis in den Abend hinein intensive Gespräche bei Kaffee und Kuchen. "Unser Vater hatte mehrere Kinder. Einige davon haben einen von der anderen Konfession geheiratet. Auf die erste Hochzeit ist er gar nicht gegangen, bei einer anderen war er nur auf der weltlichen Feier. Bei der letzten ging er sogar in den Gottesdienst“, erzählte ein Betroffener. "Auch wenn der Pfarrer bei uns ein und aus ging - getraut hat er uns nicht. Wir mussten auf den Mariahilfberg. Und die haben gesagt: Wenn ihr sowas macht, dann bringt bitte eure eigenen Pfarrer mit“, sagte eine Frau. Eine Erkenntnis hat diese Erfahrungen aber übertönt: "Unser Glaube war nie Grund für einen Streit miteinander."

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