Schnaittenbach
29.07.2018 - 11:50 Uhr

Vier Tote Winkel

Die Schnaittenbacher Kinder lernten am "lebenden Objekt": Ein Lastwagen-Unternehmer ließ einen Brummi auffahren, um zu zeigen, wie gefährlich der Tote Winkel ist.

Der Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) e.V für Niederbayern/Oberpfalz, Harald Sentner, klärte die Viertklässler anschaulich über die Gefahren des Toten Winkels auf. ads
Der Geschäftsführer des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT) e.V für Niederbayern/Oberpfalz, Harald Sentner, klärte die Viertklässler anschaulich über die Gefahren des Toten Winkels auf.

Wie schwer ist der Brummi? Was wird damit schon transportiert? Wie schnell fährt so ein Lkw? Diese und viele weitere Fragen stellten die Kinder der vierten Klassen der Grundschule Schnaittenbach am Dienstag bei der ‚Aktion Toter Winkel’ unter der Federführung des Landesverbands Bayerischer Transport- und Logistikunternehmen (LBT). Die Maßnahme läuft bayernweit in Zusammenarbeit mit der Polizei und örtlichen Transportunternehmen in Kindergärten sowie in Grund- und Hauptschulen. Die Antworten auf die Fragen der Kinder dürften auch so manchen Erwachsenen überraschen. Wer weiß schon, dass ein Lkw auf der Landstraße nur 60 km/h fahren darf?

Auf Initiative des Transportunternehmens Stefan Hirsch GmbH & Co. KG aus Schnaittenbach, das auch den Lkw stellte, demonstrierte der LBT-Geschäftsführer für Niederbayern/Oberpfalz, Harald Sentner, den Kindern anschaulich anhand nachgestellter Situationen mit einem Lkw und einer Toter-Winkel-Plane die Gefahrenpotentiale durch den Toten Winkel. Dass auf der Plane die komplette Klasse Platz hatte und damit dem Lkw-Fahrer verborgen blieb, sorgte doch für einiges Erstaunen. Dazu ergänzt Sentner: „Selbst die Profis, also die Lkw-Fahrer, sind immer wieder verblüfft, wenn sie sehen, wie viel sie nicht sehen.“ Dabei gibt es nicht nur einen Toten Winkel, sondern vier, lernten die Kinder. Diese befinden sich vor und hinter, außerdem links und natürlich rechts neben dem Fahrzeug. Gerade letzterer birgt große Gefahren, speziell wenn Lkw nach rechts abbiegen.

Drei einfache Grundregeln gab Sentner den Kindern mit auf den Weg, um Gefahren aus dem Toten Winkel zu vermeiden: Blickkontakt mit dem Fahrer aufnehmen; nicht nach vorne fahren oder gehen, um sich neben das Fahrzeug zu stellen, sondern rechts seitlich hinter dem Fahrzeug bleiben und nicht auf die eigene Vorfahrt bestehen, sondern den Lkw zuerst abbiegen lassen.

Höhepunkt der Aktion für die Kinder war, als sie sich in das Führerhaus setzen durften, um als ‚Brummifahrer’ den Toten Winkel selbst zu ‚erfahren’. Dass der Gefahrenbereich beim Abbiegen des Lkw wesentlich größer ist als man vermutet, wurde anschaulich mittels mit Wasser gefüllter Luftballons demonstriert.

„Ziel dieser Aktion ist, den Kindern bewusst zu machen, was ein Lkw-Fahrer sieht und wie sich ein Lkw – insbesondere beim Abbiegen - verhält. Verhindern wir durch die Aktion nur einen Unfall, hat diese sich gelohnt“, betont Harald Senter. Zum Schluss erhielten die Kinder als Anerkennung eine Urkunde über ihre Teilnahme an der Aktion „Toter Winkel im Straßenverkehr“.



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