12.06.2020 - 08:51 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Willi Meier schafft sich mit Kräutergarten ein Lebenswerk

Der Kräutergarten hat einen Namen – und der heißt Willi Meier. Er ist Initiator des Kräutergartens und war über 25 Jahre der treibende Motor in seiner Funktion als Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins.

Der "Vater des Krätergartens" Willi Meier war in seinem Garten stets unterwegs und Pflegte und hegte den Garten mit großer Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit.
von Adele SchützProfil

Im Jahr 1964 ist der Obst- und Gartenbauverein von Georg Meier, dem Vater des langjährigen Vorsitzenden Willi Meier, ins Leben gerufen worden. Einen Einschnitt in der Vereinsgeschichte gab es bereits sechs Jahre nach der Gründung am 13. März 1970, als Vorstand Georg Meier mit erst 59 Jahren verstarb. Willi Meier trat in die Fußstapfen seines Vaters und übernahm 1974 das Amt des Vorsitzenden, das er knapp 50 Jahre mit viel Herzblut und außerordentlichem Engagement bekleidete. In seiner Amtszeit ist die Mitgliederzahl stets gestiegen. Blumenwettbewerbe und Blumenbälle, Baumpflanzaktionen, von denen die Bäumchenpflanzaktion zur Einschulung bis heute gepflegt wird, das Aufstellen eines Gartlerkreuzes zum 25. Vereinsjubiläum und das alljährliche Niederlegen eines Blumenkranzes an der Statue des Heiligen Vitus an der Brücke an den Bachwiesen anlässlich der Vituskirwa sind nur einige der Aktionen, die Willi Meier mitbegründet hat und mit denen der Obst- und Gartenbauverein ständig Präsenz in der Bevölkerung zeigte und noch immer zeigt. Große Verbindung zur Kirche bewies der Obst- und Gartenbauverein schon von Anfang an und übernahm zwei Jahre nach seiner Gründung bereits die Pflege des Kirchplatzes, was unter dem Vorsitz von Willi Meier Jahrzehnte beibehalten wurde.

Mit der Aktion "Kleine Gärtner" beteiligte sich Willi Meier alljährlich am städtischen Ferienprogramm, um dem Nachwuchsdie Pflanzenwelt näher zu bringen.

Bereits 1989 beim 25-jährigen Jubiläum des rührigen Obst- und Gartenbauvereins begannen auf Initiative von Willi Meier die Planung für den Kräutergarten. Zur Sicherung dessen Finanzierung wurde das „Hollerfest“ eingeführt, das bis heute eine der Veranstaltungshöhepunkt im Gartlerjahr ist. 1994 ist dann der Kräutergarten eingeweiht und im Laufe der Jahre stetig vergrößert und weiterentwickelt worden. 2004 folgten größere Baumaßnahmen mit der Errichtung eines neuen Gebäudes mit Wintergarten und Behindertentoilette mit Fördermitteln des Freistaates, der Stadt und Leader Plus-Mitteln und vielen Eigenleistungen. Nicht nur die Pflege der Pflanzen mit über 350 Kräutern lag Willi Meier am Herzen, sondern auch eine Belebung des Kräutergartens. Die Eröffnung der Kräutergartensaison wurde alljährlich mit einem Maisingen begangen, aber auch unterschiedliche Konzerte, Serenaden und Lesungen lockten viele Besucher in den Kräutergarten. Bei Kübelpflanzenbörse, Kürbisausstellung und regelmäßigen Führungen wurde viel Wissenswertes über Kräuter und Pflanzen vermittelt. Unendliche Ideen gepaart mit hochmotiviertem und engagierten Einsatz zeichneten Willi Meier aus, wenn es darum ging, den Kräutergarten zu fördern und für Besuche attraktiv zu machen.

Alljährlich führt der Obst- und Gartenbauverein unter der Leitung von Willi Meier die Baumpflanzaktion zum Schulstart durch, bei der jeder Erstklässler einen heimishchen Waldbaumsprössling geschenkt bekommt.

Der gute Draht Willi Meiers zur Kirche beschränkte sich nicht nur auf die Pflege des Kirchplatzes und das Organisieren des Blumenschmucks für die Kirche, sondern prägte auch das Gartlerjahr und den Veranstaltungskalender im Kräutergarten mit. Hier wurde auf Initiative von Willi Meier eine große Stadtkrippe realisiert, in der er liebevoll die gesamte Krippensaison die aktuellen Szenen darstellte. Kräuterbüschel und Palmbuschen lieferte der Kräutergarten für die Kirche. Zu Beginn der Adventszeit sorgte Willi Meier mit einer Herbergssuche nach Oberpfälzer Manier für einen weiteren Höhepunkt im Kräutergartenjahr. Willi Meier war im und ums Kräuterstüberl stets auch ein guter Gastgeber und kredenzte unter anderen seinen Besuchern stets diverse Kräuterspezialitäten nach eigener Rezeptur, wie beispielsweise Rosen- und Hollunderbowle, Hollersekt, -likör und -küchel, diverse Punschsorten sowie leckere Gemüsesuppen mit Kräutern aufgepeppt.

Willi Meier verstand es stets, eine starke Truppe an Männern und Frauen zu begeistern, die ihn in der Förderung des Kräutergartens tatkräftig unterstützten und diesen zum Besuchermagneten weit über die Grenzen von Schnaittenbach hinaus machten. Aus gesundheitlichen Gründen muss Willi Meier nun kürzertreten. Doch er hat seine Nachfolger bestens eingearbeitet, damit sie die verantwortungsvollen Aufgaben der Pflege und Gestaltung des Kräutergartens und den Vorsitz des Obst- und Gartenbauvereins bei gegebener Zeit übernehmen können.

Anlässlich der Vituskirwa legt der Obst- und Gartenbauverein unter dem Vorsitz von Willi Meier zu Ehren des Heiligen Vitus in Anwesenheit der Geistlichkeit einen Karnz an der Vitusstatue auf der Brücke an den Bachwiesen nieder.
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