05.08.2018 - 14:33 Uhr
Schönfeld bei WiesauOberpfalz

Zugunglück realistisch nachgestellt

Schnell kann das Szenario, das sich am Samstagvormittag auf dem Bahngleis - mitten im Wald - bei Schönfeld abspielte, zur bitteren Realität werden. Für rund zwei Stunden musste die Nebenstrecke für den Schienenverkehr gesperrt werden.

von Werner RoblProfil

Zum Glück nur eine groß angelegte Übung: Um Punkt 9 Uhr reißen Sirenen die Wiesauer aus ihren Wochenend-Aktivitäten. Minuten später bereits bewegt sich der gesamte Blaulicht-Fuhrpark in Richtung Schönfeld. Wenige Meter nachdem Bahnübergang verlassen die Fahrzeuge die Straße, um in Richtung Norden beim Teichelberg zwischen Oberteich und Schönfeld abzubiegen. Nach gut drei Fahr-Minuten ist der Weg kaum mehr passierbar, es geht zu Fuß weiter. Wenig später folgen die hinzu gerufenen Wehren Fuchsmühl, Schönhaid-Leugas, Voitenthan, Immenreuth, Neusorg und Waldershof. Zeitgleich machen sich zehn BRK-Einsatzkräfte und Beamte der Polizeiinspektion Tirschenreuth auf den nur mühsam passierbaren Weg. Inzwischen werden auch die Mitterteicher und Kemnather Feuerwehrmänner, die vorsorglich ihr schienentaugliches Flachwasserschubboot vorbereitet haben, in Alarmbereitschaft gesetzt.

Bahn kollidiert mit Baum

Kurz nach 9 Uhr befinden sich rund 160 Einsatzkräfte mitten im Wald und warten auf die Anweisungen von Kreisbrandrat Andreas Wührl und des Wiesauer Kommandanten Thorsten Meiler. Das benötigte Material rollt auf dem Bahngleis bereits heran. Die Einsatzleiter berichten, dass der Triebwagenführer ein Notsignal absetzte. Grund: Folgenschwere Kollision mit einem umgestürzten und auf den Schienen liegenden Baumstamm. Es ist eng und schwül. Vielen Einsatzkräften steht der Schweiß im Gesicht. "Brandgefahr ist nicht zu befürchten", informiert Kreisbrandrat Wührl. Auch eine Umweltgefahr wegen möglicherweise auslaufender Betriebsstoffe schließt er aus.

Der Einsatz mit 15 Statisten läuft reibungslos, die gesperrte Nebenstrecke von Wiesau nach Mitterteich ist ein geeigneter Ort für die Großübung, die zum ersten Mal in dieser Art im Raum Wiesau stattfindet. Mit zur Stelle sind auch Beobachter der Deutschen Bahn und mit Gabriele Eule eine Länderbahn-Vertreterin. Die Referentin für Notfallmanagement des sächsischen Verkehrsunternehmens aus Neumarkt, das auch den Triebwagen zur Verfügung gestellt hat, arbeitet am Protokoll und notiert jedes Detail. "Es ist für uns wichtig, das geplante Szenario zusammen mit den BRK-Einsatzkräften realistisch durchzuspielen", betont Kreisbrandrat Wührl. Auch die Übung mit dem Flachwasserschubboot aus Kemnath, mit dem Verletzte weggebracht werden können, sei notwendig gewesen.

Alle "Verletzten" geborgen

Während das Hindernis beseitigt wird, werden die "Verletzten" gerettet. Mit schienentauglichen Plattformen werden die Fahrgäste zu den geparkten BRK-Fahrzeugen gerollt. Die Kreisbrandinspektoren Lorenz Müller, Stefan Gleißner und Otto Braunreuther beobachten jeden Handgriff.

Nach gut hundert Minuten gibt Kreisbrandrat Wührl das Zeichen für den Material-Rückbau. Vorsorglich wird nach dem abgeschlossenen Einsatz der leere Zug kontrolliert. Bei den zusammenfassenden Besprechungen am Einsatzort und im Wiesauer Gerätehaus zogen die Einsatzleiter ein positives Fazit ihrer Zusammenarbeit: "Die Arbeit verlief beispielhaft", dankten die leitenden Einsatzkräfte und Beobachter den Feuerwehrmännern.

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