"Das ist ein Leuchtturmprojekt für die ganze Region", betont Bürgermeister Werner Nickl, als er eine Spende in Höhe von 200 Euro überreichte. Dieses Geld stamme aber nicht aus dem Bau-Budget. Er blickte kurz zurück auf die Anfänge des Dorfgemeinschaftshauses: Vor zehn Jahren habe die Stadt das Grundstück gekauft. Vor drei Jahren sei noch das Areal mit dem Stodl erworben worden.
240 000 Euro wird das Projekt voraussichtlich kosten. "140 000 Euro kommen aus dem Stadtsäckel für die Materialkosten", teilte Nickl, der mit Stadtbaumeister Ludwig Hafner gekommen war, mit: "100 000 Euro müsst ihr durch Eigenleistung erbringen." Die Schönreuther sind auf dem besten Weg dazu. "Bis jetzt haben wir keinen einzigen Handwerker außer einem Elektromeister für das ,Elektrische' gebraucht", verkündete Bauleiter Thomas Heining voller Stolz. Der gelernte Mauerer und Vorsitzende des Vereins "Dorfgemeinschaft Schönreuth/Neusteinreuth dankte im Namen des Vorstandes der Stadt und den freiwilligen Helfern für die Unterstützung. Dabei vergaß er auch nicht die Frauen: "Sie haben uns auf dem Bau mit leckeren Speisen versorgt und stehen auch heute beim Hebfest wieder am Herd."
Am 20. August diesen Jahres habe die Stadt Kemnath ihm telefonisch mitgeteilt, dass alle für den Bau notwendigen Genehmigungen erteilt worden seien, berichtete Heining. Am ersten September begannen die freiwilligen Helfer mit den Kanalarbeiten, dem Auskoffern der Baugrube, der Drainage und dem Bewehren der Bodenplatte. Am 28. September sei die Bodenplatte betoniert worden, am 8. Oktober hätten die Mauerer losgelegt, blickte der Redner zurück. Bereits zwei Wochen später sei der Dachstuhl auf der Fahrzeughalle errichtet worden. Dazu sei das erste Hebfest (Bauabschnitt 1) gefeiert worden. Das zweite folgte am 1. Dezember mit Abschluss des Bauabschnitts 2 (Nagelbinder auf dem Versammlungs- und Schulungsraum).
Nun sei - 15 Wochen nach Beginn der Arbeiten - der dritte Bauabschnitt 3 (Zwischenbau, Sanitärbereiche und Umkleideräume) ebenfalls beendet, verkündete Heining. "Das verdient wirklich große Anerkennung; denn wegen der früh einsetzenden Dunkelheit konnte an den Abenden, wenn die Helfer von der Arbeit heimkamen, nicht mehr lange gearbeitet werden." Über 40 Helfer wirkten auf dem Bau mit oder unterstützten die Arbeiten durch Spenden.
Zu einem Hebfest gehört natürlich auch ein Richtspruch. Dazu begab sich Heining in schwindelnde Höhen: "Die Schönreuther wünschten sich ein Dorfgemeinschaftshaus. Das Haus, es steht nun da und strahlt uns an, Wände und Balken sind schon dran. Darauf heben wir nun das Glas." Dazu zerschmetterte er das Sektglas, nachdem er es in einem Zug geleert hatte. "So wie es an der Wand zerschellt, wünschen wir uns, dass die Dorfgemeinschaft weiterhin so zusammenhält", rief Heining allen Anwesenden zu.
Er hatte nicht nur unermüdlich am Bau mitgearbeitet, sondern sich um die Anlieferung des Materials gekümmert, die Vorschriften studiert und Genehmigungen eingeholt. Alle waren sich einig: "Er ist die gute Seele unseres Dorfgemeinschaftshauses." Heining wehrte das Lob ab und verwies auf die anderen Helfer, die ihn immer unterstützt haben. "Bis hierher haben wir es geschafft, aber jetzt geht die Arbeit weiter", erklärte er. Im Namen der Dorfgemeinschaft dankte Ottmar Bothner dem fleißigen "Kapo". Zur Entspannung vom Arbeitsstress überreichte Bohner ihm und seiner Frau Katrin einen Gutschein für die Therme Weißenstadt.
44 Initiatoren
Im Januar 2017 gründeten 44 Bürger aus Schönreuth, Neusteinreuth und Anzenberg im Gasthaus Bauer den Verein „Dorfgemeinschaft Schönreuth/Neusteinreuth“. Zum Vorsitzenden bestimmten sie Thomas Heining, zu seiner Stellvertreterin Elfi Schwab, zur Kassenwartin Katrin Heining und zum Schriftführer Joseph Mauerer. Ziel war die Errichtung eines Feuerwehrgerätehauses nach den heutigen Vorschriften und eines Dorfgemeinschaftshauses mit einem Versammlungsraum mit 70 Plätzen für Vereine und für Versammlungen der Dorfgemeinschaft. Bürgermeister Werner Nickl unterstützte dieses Vorhaben von Anfang an. (jzk)













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