Schönreuth bei Kemnath
14.11.2018 - 16:40 Uhr

Unerträgliches Säbelrasseln

In über 70 Jahren haben sich nicht nur die Deutschen an den Frieden gewöhnt. Darin sieht Kemnaths Bürgermeister Werner nicht auch eine Gefahr für dessen Fortbestand.

„Seitdem Millionen von Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten in Kleinasien und Afrika auf der Flucht sind, werden nun auch wir wieder mit aller Härte daran erinnert, was Krieg und Terror bedeutet“, sagt Bürgermeister Werner Nickl am Kriegerdenkmal in Schönreuth. Bild: jzk
„Seitdem Millionen von Menschen aus den Kriegs- und Krisengebieten in Kleinasien und Afrika auf der Flucht sind, werden nun auch wir wieder mit aller Härte daran erinnert, was Krieg und Terror bedeutet“, sagt Bürgermeister Werner Nickl am Kriegerdenkmal in Schönreuth.

"Wir müssen dankbar sein, dass wir in Deutschland seit dem letzten fürchterlichen Krieg nun schon über sieben Jahrzehnte Frieden haben", betonte Bürgermeister Werner Nickl bei seiner Gedenkrede am Kriegerdenkmal. "Wir haben uns an den Frieden gewöhnt, müssen aber immer wachsam bleiben und uns für die Erhaltung des Friedens engagieren."

Dies scheint laut Nickl in der internationalen Politik immer weniger selbstverständlich zu sein. Es seien wieder offene Drohungen zwischen großen Nationen und unerträgliches Säbelrasseln zu hören. "Der Volkstrauertag ist sehr wichtig, denn die Erinnerung an Millionen von Gefallenen, Ermordeten und Verhungerten wird in unserem kollektiven Gedächtnis immer blasser." Stadtpfarrer Konrad Amschl bat um Gottes Gnade für die gefallenen und vermissten Soldaten. Josef Zaglmann stimmte mit dem Kirchenchor das Lied "Von guten Mächten wunderbar geborgen" an. Den Text hatte der evangelische Theologe Friedrich Bonhoeffer kurz vor seiner Hinrichtung im Konzentrationslager Flossenbürg verfasst. Nach dem Lied vom "guten Kameraden" der Blaskapelle dankte Helmut Zehfuß von der Krieger- und Soldatenkameradschaft Schönreuth-Neusteinreuth allen Beteiligten für die würdige Gestaltung der Gedenkfeier.

Zuvor hatte der Geistliche in der Filialkirche einen feierlichen Gedenkgottesdienst zelebriert. "Wir brauchen die Erinnerung, denn im Vergessen liegt eine große Gefahr." Vergessen führe zu Vernichtung von Menschenleben, Gewalt, Vandalismus, Rassismus, Fremdenhass und Intoleranz. "Dagegen müssen wir ein Zeichen setzen", mahnte Amschl. Im Altarraum standen die Fahnenabordnungen der Feuerwehr sowie der Krieger- und Soldatenkameradschaft Schönreuth. Pfarrgemeinderatssprecherin Sigrid Reger-Scharf Sigrid Reger-Scharf trug die Lesung und die Fürbitten vor.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.