Sieben Jahre Planungszeit mit Suche nach einem Investor und einem Bauplatz sind vorbei. Schon im Herbst 2023 sollen die ersten Bewohner in die barrierefreien Bungalows am Stadtrand von Schönsee einziehen. Insgesamt entstehen mit dem Verwaltungstrakt und den Werkstätten sieben Häuser mit 36 Betreuungsplätzen die, sich um eine Grünfläche gruppieren. Jede Wohngruppe wird Platz für bis zu acht chronisch suchtkranke Menschen bieten, die hier im Durchschnitt ein Jahr bis zur Wiedereingliederung in die Gesellschaft bleiben. Die Einrichtung gibt es seit 1999 im Stadtgebiet.
„Es wird Wert auf die Selbstständigkeit der Bewohner gelegt, auf ein respektvolles Für- und Miteinander auf Augenhöhe“, betont Einrichtungsleiterin Ingeburg Hirschleb im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. Sie ist überglücklich, dass die Hochbauarbeiten auf dem ehemaligen Schulsportplatz nun starten. Der Tiefbau ist bereits abgeschlossen, die Hausanschlüsse sind gesetzt, die Kanalrohre verbuddelt. „Ein langer Weg ist zu Ende“, sagt auch Bürgermeister Reinhard Kreuzer, der die 40 Arbeitsplätze als wichtigen Wirtschaftsfaktor für Schönsee im Blick hat.
Refinanzierung über Pflegesatz
„Der Standard der Unterbringung muss passen. Wir gehen mit Menschen um, die es schwer haben und die Probleme mit sich herumtragen, die andere am liebsten verschweigen wollen“, stellte Bezirkstagspräsident Franz Löffler beim Spatenstich fest und bekräftigte: „Der Bezirk steht zur Seite.“ Die Investition für den Neubau in Höhe von rund acht Millionen Euro wird über den Pflegesatz refinanziert. Im Sinne eines ganzheitlichen Auftrags verwies Löffler auf das Bezirksklinikum Wöllershof mit Chefarzt Dr. Markus Wittmann, „wenn medizinische Betreuung nötig ist“.
Einrichtungsleiterin Ingeburg Hirschleb lenkt den Blick auf das „völlig neu entwickelte und spezifizierte Konzept“. So stehe nicht mehr die Sucht im Vordergrund, sondern der Fokus liege bei der Therapie darauf, „die Leute in eine positive Stimmung zu versetzen, damit sie eine andere Richtung einschlagen“.
Bundesgesetz als Vorgabe
„Der Neubau mit Einzelappartements und Terrassen wird diesen Entwicklungsprozess sehr positiv unterstützen“, ist sich Hirschleb sicher. Das Bundes-Teilhabegesetz werde in Schönsee künftig komplett umgesetzt und bereits jetzt im Altbau am Drechselberg erprobt. Der Neubau wird von der Investorenfirma R & K Projektbau Luhe gestemmt. Stadtpfarrer Wolfgang Dietz hat dem Baugrundstück und allen hier arbeitenden Menschen bereits den kirchlichen Segen für eine unfallfreie Zeit erteilt. „Eine Sucht kann Leben brechen“, sagte der Geistliche. Es sei deshalb gut, dass es eine Sozialtherapeutische Einrichtung wie hier in Schönsee gibt und kein Betroffener allein gelassen wird.

















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