03.03.2021 - 17:24 Uhr
SchönseeOberpfalz

Alleine in der Natur den Kreuzweg beten

Vorsitzender Hans Herrmann und seine Stellvertreteren Birgit Höcherl stellen die Gläser mit Texten von Aussagen Adolph Kolpings an die Kreuzwegstationen zwischen Moorbad und Magdalenakapelle.
von Ludwig HöcherlProfil

Seit dem Jahr 2006 hat die Kolpingfamilie jährlich in der Fastenzeit den Fackelkreuzweg zur Magdalenenkapelle in ihrem Programm. Auf diesem Meditationsweg – ausgehend beim Moorbad – wurde in den vergangenen Jahren an den einzelnen Stationen die Leidensgeschichte Jesu Christi in Erinnerung gerufen. Den Hygienevorschriften entsprechend gab es heuer keine Kreuzwegprozession. Stattdessen fand diesmal in der Pfarrkirche St. Wenzeslaus das Gedenken an die Verurteilung Jesu bis zu seiner Kreuzigung und der Grablegung statt – unter dem Motto “Mit Adolph Kolping den Kreuzweg beten“. Bei jeder Station wurde eine Kerze entzündet, eine kleine Gesanggruppe der Kolpingfamilie begleitete die Andacht musikalisch.

Adolph Kolping sagte einmal, dass der Christ unter dem Kreuz das finde, was ihm die Erde nicht bieten könne. Unter einem Kreuz werde man auf den ersten Blick nur Leid, Hass und Unmenschlichkeit sehen. Doch für Kolping bietet das Kreuz etwas anderes: Es sei ein Geschenk, das nur im Glauben und im Vertrauen auf einen lebensbejahenden Gott angenommen werden könne.

Dabei geht es um die Kernbotschaft des Glaubens: Adolph Kolping hat gespürt, erlebt und darauf vertraut, dass Gott in den dunkelsten Stunden dem Menschen ganz nahe ist. Aus dieser Zuversicht heraus konnte er all den Herausforderungen des Lebens und allen Unmenschlichkeiten zum Trotz etwas entgegensetzen: „So weit Gottes Arm reicht, ist der Mensch nie ganz fremd und verlassen. Und Gottes Arm reicht weiter, als Menschen denken können!“

Wer in diesen Tagen nicht nur coronabedingt einen Ausgleich beim Spaziergang entlang des Kreuzwegs sucht, sieht bei jeder Station, vom Moorbad bis zur Kapelle, Weckgläser stehen. KF-Vorsitzender Hans Herrmann und seine Stellvertreterin Birgit Höcherl haben diese mit Textzettel – bedruckt mit Aussagen von Adolph Kolping – gefüllt, die zum Innehalten und zum Nachdenken über das menschliche Leben animieren und durch die Fastenzeit begleiten sollen.

So könne auch jeder seinen eigenen Kreuzweg mit persönlichen Anliegen im Zwiegespräch mit Gott in freier Natur bringen. Die Aussage Kolpings „Die Familie ist das Erste, was der Mensch vorfindet im Leben, und das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, und das Kostbarste im Leben, was er besitzt“ findet sich bei der von der Kolpingfamilie Schönsee bei der Renovierung des Kreuzwegs gestifteten Station.

 

 

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