12.10.2020 - 14:57 Uhr
SchönseeOberpfalz

Berndt Fischer präsentiert Bilder über das Grüne Band

Mehr und mehr komme ins Bewusstsein, welch wertvollen Naturschatz das Grenzland zu bieten hat, man müsse nur Entdeckungstour gehen, animierte Berndt Fischer seine Zuhörer bei seiner Buchvorstellung im CeBB.

In vollen Zügen die Landschaft am Grünen Band genießen, wie hier bei Pleš (Plöß) mit extensiver Weidewirtschaft zwischen Lesesteinriegeln und Mauerresten der bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs von sudetendeutschen besiedelten Ortschaft - im Hintergrund die Wälder auf bayerischer Seite.
von Hans EibauerProfil

Der Oberpfälzer Autor und professionelle Tier- und Naturfotograf Berndt Fischer lebt in Franken, doch die Spurensuche nach den Naturgeheimnissen zwischen Bayern und Böhmen ist eine seiner Leidenschaften. In seinem neuesten Bildband „Wildfremd“, den er im Centrum Bavaria Bohemia (CeBB) vorstellte, nimmt er die Menschen mit auf seine Entdeckungstouren. „Böhmen ist mir fast wie eine zweite Heimat geworden.“ Dieses Bekenntnis steht am Beginn der Lesung, die er dem Schlusskapitel „Baumstark und steinreich“ seines Buchs widmet. „Eigentlich haben wir das Grüne Band einem politischen Defekt zu verdanken.“ Berndt Fischer meint damit die Wende mit dem Fall des Eisernen Vorhangs vor 30 Jahren, die eine zementiert erscheinende Weltordnung zwischen West und Ost friedlich aus den Angeln hob. Schon vorher, in den Zeiten offener Grenze jedoch viel intensiver, durchstreift der Autor den Böhmerwald mit wachen Augen und geschultem Kamerablick.

Im zweiten Teil des Abends präsentierte Berndt Fischer seine Mulitvision über Nationalparklandschaften in Europa. Immer wieder zog es ihn in rumänische, slowenische, italienische, spanische, polnische und nordeuropäische Nationalparks. Auch Aufnahmen vom Steigerwald sind darunter. Die Bilder stammten von Touren zu den letzten Urwäldern Europas, von Beobachtungen wilder und vor dem Aussterben bedrohter Tiere, von kahlgefressenen Fichtenwäldern und vom Raubbau am Holzreichtum. Längst sei der Wald keine Herzensangelegenheit mehr. Andererseits sollte man ihm nicht nur emotional begegnen und den Lernprozess bei Staatsforsten und vielen privaten Waldbesitzern anerkennen, wie ein Gast nach der Veranstaltung kommentierte. Die Zeiten des Pflanzens von Nadelholzmonokulturen sei inzwischen vorbei. Beindruckend waren aber auch die Bilder von harmonischen Wäldern, Moorflächen und freien Landschaften, die sich unbehelligt am Grenzstreifen des Grünen Bands entwickeln konnten. Zum Schluss gab es noch eine tiefe Verneigung von Berndt Fischer vor den Rumänen, die ihm in den dünnbesiedelten Nationalparkregionen der Karpaten den Weg zeigten. „Dort traf ich die gastfreundlichsten Menschen, die mir auf meinen vielen Reisen quer durch Europa begegnet sind“, resümierte er abschließend.

Kommendes Jahr entsteht ein Natur- und Umweltpädagogikbereich zum Grünen Band

Bärnau
Extensive Weidebewirtschaftung bei Pleš (Plöß) am Grünen Band Europas.
Der Autor und Fotograf Berndt Fischer bei seiner Buchpräsentation im CeBB.
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