Blühwiesen in Schönsee nehmen Gestalt an

Schönsee
23.09.2022 - 12:02 Uhr

Die Blühwiese an der Schule in Schönsee nimmt langsam Form an. Nach wie vor gibt es vieles zu planen. Vor allem die Schüler stehen dabei im Vordergrund.

Bei der Schule in Schönsee soll eine Blühwiese entstehen, um die sich dann die Schüler kümmern dürfen.

Die Blühwiese an der Schönseer Schule im Rahmen des Blühpakts soll langsam Gestalt annehmen. Nachdem die Blühpakt-Beraterin der Bayerischen Regierung Isabella Hollweck eine Planungsskizze vorgelegt hatte, war es nun Zeit, sich Gedanken über die Umsetzung zu machen. Zu diesem Zweck trafen sich laut Pressemitteilung der Stadt Schönsee die Regierungsbeauftragte, Kreisfachberaterin Heidi Schmid und Markus Kurz (Verein Naturparkt Oberpfälzer Wald e. V.) mit Bürgermeister Reinhard Kreuzer, seiner rechten Hand Sandra Klein, 2. Bürgermeister Andreas Hopfner, Geschäftsstellenleiter Matthias Jeitner und Bauhofleiter Wolfgang Klein von der Stadt Schönsee. Auch Bjørn Rau, als Vertreter für Stadträtin Bärbel Placke und Jörg Wurm waren als Verfechter und Unterstützer der Schönseer Blühflächen mit anwesend. Als erstes wurden die bereits durchgeführten Maßnahmen besprochen. Das Insektenhotel und das installierte Blühpakt-Schild waren die offensichtlichsten Schritte. Auch Feldsteine für die Lesesteinmauer, Baumstämme und weiteres Totholz werden bereits organisiert.

Wichtig für eine Dauerblühwiese ist natürlich das Saatgut. Markus Kurz informiert Wolfgang Klein als Vertreter für seine Kollegen der Grüngutpflege, welche Blüher für das Areal geeignet sind. Eine endgültige Entscheidung fällt jedoch erst, wenn die Werte der Bodenproben, die der Bauhofleiter entnommen hat, vorliegen, um auch die Bodenbeschaffenheit bei der Saat zu berücksichtigen. Des Weiteren klären die Fachleute auf, wie der Artenreichtum auf der Wiese über die Zeit gesteigert werden kann. Sowohl die Blumen, als auch die diversen Nistmöglichkeiten sollen dann allerlei Insekten, insbesondere aber verschiedene Wildbienenarten anlocken, die sich dort ansiedeln.

Umgang mit Natur lernen

Da eines der Ziele der Blühwiese an der Schule ist, den Kindern die Natur und den Umgang damit nahezubringen, wurde beschlossen, einige Wege zu den markanten Stellen kurz zu halten, damit der „wilde Garten“ von den Schülern auch besichtigt, beobachtet, genutzt und bearbeitet werden kann. Entsprechend darf ein grünes Klassenzimmer natürlich nicht fehlen. Auch hier wurden verschiedene Sitzvariationen durchgesprochen, die ihren Platz unter einem Baum finden sollen, der im Sommer als Schattenspender fungiert.

Ebenfalls wichtig sind die geplanten Naschhecken. Hierfür schlägt Heidi Schmid Johannis-, Stachel- und Himbeersträucher vor. Erdbeeren in einem Hochbeet wären ebenso denkbar, wie Kulturheidelbeeren. Als Besonderheit sollen Wildobst wie Felsenbirne oder Kornellkirsche kultiviert werden. Die Fachfrau weiß, dass die Sträucher entweder im Herbst oder im Frühling gepflanzt werden können – je nachdem, wie es in den Lehrplan passt. In Zusammenarbeit mit der Schule sollen gewisse Aufgaben nämlich von den Kindern im Heimat- und Sachkundeunterricht übernommen werden. Auch Gießarbeiten gehören dann mit in den Verantwortungsbereich der Nachwuchsgärtner. Deshalb legen die Fachleute von den staatlichen Stellen auch ein besonderes Augenmerk darauf, dass das Areal pflegeleicht bleibt. Entsprechend wird auch die Platzierung der Obstbäume im hinteren Bereich der Blühwiese geplant.

Weitere Blühwiesen vorgesehen

Auch Schönsee soll mehr und mehr erblühen. Und so nutzt die Stadt das Wissen der drei Fachleute, um sich auch für die restliche Stadt Anregungen zu holen. Wichtig ist dabei vor allem, die Bevölkerung mit ins Boot zu holen – denn die Sinnhaftigkeit und Notwendigkeit ungemähter, „wilder“ Flächen erschließt sich nicht jedem. Etwa 90 Flächen stünden im Stadtgebiet zur Verfügung, die künftig naturnah bewirtschaftet werden können. Die Stadt selbst kann zum Gelingen des Vorhabens beitragen.

So kommt die Sprache auch auf das Volksbegehren „Artenvielfalt“ in Bayern – denn „Rettet die Bienen“ war das erfolgreichste Volksbegehren in der Geschichte des Freistaats. Wenn also bei einer relativ großen Bevölkerungsgruppe ein solches Verständnis existiert, bestünde die Möglichkeit, einen „Arbeitskreis Biodiversität“ ins Leben zu rufen. Bürgermeister Reinhard Kreuzer verspricht sofort, sich nach interessierten, engagierten Bürgern umzuhören, die sich einem solchen Kreis anschließen würden, außerdem wolle er diese Idee auch im Stadtrat vorstellen. Was allerdings gleich in die Tat umgesetzt werden soll, sind die Vorbereitungen für die „blühenden Inseln“ im Uferbereich des Hahnenweihers.

 
 

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