24.10.2021 - 09:57 Uhr
SchönseeOberpfalz

Ende einer Klöppel-Ära: Schönsee verabschiedet Monika Gebhard

In der Grundschule Schönsee ging eine Ära zu Ende: Monika Gebhard leitete ihren letzten Klöppel-Kurs. 40 Teilnehmer aus Deutschland und Österreich waren angemeldet und wollten sich die Abschiedsveranstaltung keinesfalls entgehen lassen.

Monika Gebhard (rechts) hat die Klöppel-Kunst mehr als 30 Jahre lang geprägt. Jetzt wurde sie von Bürgermeister Reinhard Kreuzer (links) und Sandra Klein verabschiedet.
von Externer BeitragProfil

Seit mehr als 30 Jahren ist der Name Monika Gebhard eng mit der Klöppel-Kunst im Schönseer Land verbunden. Alles begann laut einer Pressemitteilung im Jahr 1989 beim Kongress des Klöppelverbandes, an dem sie teilnahm. Danach sei sie von anderer Stelle einfach zu einer Ausbildung angemeldet und schlichtweg über diese Tatsache informiert worden. "Folgsam, aber mit mulmigem Gefühl trat sie die Reise ins Ungewisse und in die Fremde an", heißt es in der Mitteilung. Doch fernab der Heimat habe Monika Gebhard nach einigen Tagen schon beinahe aufgeben wollen. Ihr Mann habe ihr am Telefon Mut zugesprochen. Und so absolvierte sie ihre Ausbildung, um nach dem Abschluss ihr Wissen durch weitere Fortbildungen zu vertiefen. Was daraus werden sollte, davon träumte Monika Gebhard zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal.

Die Kurse: Ein Spektakel

Eines Tages erfuhr sie voller Schrecken, dass sie - abermals ohne ihr Wissen - am Volkbildungswerk in Oberviechtach angemeldet worden war. „So fing das Spektakel an, Kurse zu halten“, lacht Monika Gebhard heute. Ab dem Schuljahr 1992/93 startete sie dann mit dem Klöppelunterricht in der Schule und führte diesen bis 2018 fort. Die Ferien-, Wochen- und Wochenendkurse, die Monika Gebhard ab 1993 im Auftrag der Schönsee abhielt, fanden ebenfalls großen Anklang.

1992 war auch das Jahr, in dem der Klöppelkreis Schönsee, Stadlern, Tiefenbach ins Leben gerufen wurde. Noch heute pflegt Monika Gebhard die Freundschaften, die sich über all die Jahre gebildet haben. Natürlich freute sie sich immer, wenn sie Klöppelfreundinnen aus aller Herren Länder zu ihren „obligatorischen Ausstellungen“ begrüßen zu durfte, die anfangs noch in der Schule und später im Centrum Bavaria Bohemia abgehalten wurden. 2012 änderte sich dann einiges für Monika Gebhard und ihre Verbindung zum Klöppelkreis: „Manchmal ist einer zuviel“. Wie sie schon vorher bewiesen hatte, ist sie aber kein Typ, der die Flinte ins Korn wirft. Glücklich darüber, eine Bleibe für ihre Klöppelevents in Dietersdorf im „Waldblick“ gefunden zu haben, hielt sie ihre Klöppelevents eben dort ab: „Das war ideal“, schwärmt sie, „alles in einem, alles in einem Haus“. Christa Simon sei die perfekte „Jugendherbergsleiterin“ für Monikas Klöppeldamen gewesen.

Eine würdige Nachfolgerin

Nun ist es Zeit für Monika Gebhard, einen Schritt zurückzutreten, wie sie selbst sagt, den Jungen den Vortritt zu lassen. Mit Michaela Gleixner als „würdige Nachfolgerin“ kann sie nach 30 Jahren entspannt die Verantwortung abgeben. Bestimmt aber wird das Klöppeln weiterhin ein wichtiger Teil ihres Lebens bleiben. Ein solches Lebenswerk muss gewürdigt werden. Bürgermeister Reinhard Kreuzer hob in seiner Dankesrede die Bedeutung von Monika Gebhards Wirken für die Stadt und für die Region hervor. "Sie hat die regionale Klöppelstruktur mitgeprägt, hat die Freude an dem Kunsthandwerk weitergegeben und dafür gesorgt, dass Wissen und Können auch in den nachfolgenden Generationen erhalten bleiben", sagte Kreuzer.

Monika Gebhard bedankte sich bei den treuen Kursteilnehmern. Dabei falle eine Aktive besonders auf: "Frau Groß hat sage und schreibe 102 Kurse von Monika Gebhard besucht. 46 davon fanden in Perschen statt. Doch an die Schönseer Kurse wollte Frau Groß gar gerne eine Erinnerung behalten und besitzt noch heute alle 56 Kurkarten aus ihren Aufenthalten." Dankesworte gab es auch für Monika Gebhards Gatten, der sie stets in allen Belangen unterstützt und ihr den Rücken freigehalten habe. Bei den Teilnehmern bekannt als „Sekretär“, gehörte er immer mit dazu.

Monika Gebhard (links) und ihre Nachfolgerin Michaela Gleixner.

 

 

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