04.08.2020 - 12:23 Uhr
SchönseeOberpfalz

Vom Grünen Band bis zum Zäch-Haus in Schönsee

CeBB-Leiterin Veronika Hofinger (rechts) erläuterte MdL Jürgen Mistol (Zweiter von links) und seiner Mitarbeiterin Simone Maaß die Sommerausstellung zum Grünen Band. Bürgermeister Reinhard Kreuzer (links) hatten den Abgeordneten in Schönsee begrüßt.
von Hans EibauerProfil

Auf seiner Sommerreise machte MdL Jürgen Mistol (Bündnis 90/Die Grünen) Station im Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee. Dort informierte er sich zum Thema "Grünes Band". Zusätzlich rückte ein saniertes Gebäude in den Fokus.

CeBB-Leiterin Veronika Hofinger führte den Gast aus Regensburg, seit 2013 im Landtag und dort parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion, durch die Sommerausstellung zum Grünen Band. Der noch vor 30 Jahren unüberwindliche Grenzstreifen zwischen der Oberpfalz und Tschechien ist ein Abschnitt des "European Green Belt", der sich über 12 500 Kilometer durch 24 Länder zieht. Unter Federführung der Bezirksregierung begleitet das CeBB-Team Initiativen der Staatsregierung zur Verknüpfung mit der tschechischen Seite. Miteinander vernetzt werden dabei interessante Punkte und regionale Initiativen wie Biotopverbünde, verschwundene Siedlungen, Kunstwerke, Naturphänomene, Burgen sowie Wander- und Radwege.

Beim Rundgang beleuchtete Veronika Hofinger die verschiedenen Funktionen und vielfältigen Aufgaben des CeBB. Sie schilderte auch die Erschwernisse in der Programm-Umsetzung durch die Corona-Beschränkungen. Sehr bewährt habe sich die Trägerschaft durch den Verein Bavaria Bohemia. Jürgen Mistol, seit 2019 Koordinator für die Zusammenarbeit des Landtags mit der Abgeordnetenkammer des tschechischen Parlaments, betonte „die weit über die Region hinausgehende Ausstrahlung des CeBB". Er sah in der grenzüberschreitenden Vernetzung eine Daueraufgabe.

"Zu unkoordiniert" umgesetzt worden, so Mistol, sei im März die Grenzschließung nach Tschechien zur Corona-Abwehr. Für die Zukunft plädierte er für eine Absprache-Struktur zwischen der Bundesrepublik, Bayern und Tschechien, um bei ähnlich gelagerten Fällen besser gewappnet zu sein. Bürgermeister Reinhard Kreuzer sprach den Abgeordneten auf die tschechischen Pläne für ein Atommüll-Endlager an, bei denen auch ein Standort in der Nähe zur bayerischen Grenze zur Auswahl ist. Als Abgeordneter der Grünen liege ihm dieses Thema sehr am Herzen, so Mistol. Er versprach, in dieser Sache dranzubleiben.

Im Anschluss nahm der Gast noch eine durch Bürgermeister Kreuzer und seinen Stellvertreter Andreas Hopfner spontan ausgesprochene Einladung zur Besichtigung des ehemaligen Zäch-Hauses an. Dessen Sanierung geht gerade seiner Vollendung entgegen. Der Bürgermeister schilderte das große Interesse der Regierung, das Anwesen vor dem Abbruch zu bewahren und mit herausgehobener Städtebauförderung eine öffentliche Nutzung zu ermöglichen. Mit Subventionen von 80 Prozent sei das Vorhaben sehr gut gefördert, merkte Kreuzer an, als er auf die kontroverse Diskussion in der Öffentlichkeit vor und während der Maßnahme einging. Er ergänzte, dass sein Schreinereibetrieb mit der Fertigung und dem Einbau der Brandschutztüren beauftragt war.

Künftig soll das sanierte Anwesen Raum für Sitzungen, Besprechungen sowie Trauungen bieten. Vier Büroarbeitsplätze sollen durch CeBB-Mitarbeiter, den ILE-Manager und einen eventuellen "Stadtkümmerer" besetzt werden. Bei der Besichtigung sprachen der Landtagsabgeordnete und die Bürgermeister mehrfach Themen an, die im ländlichen Raum auf den Nägeln brennen – vom Kampf gegen Leerstände bis zum Ausbau alternativer Energieformen.

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