Schönsee
02.09.2019 - 11:29 Uhr

Bei Handwerkskunst keine Sprachbarriere

Beim Klöppel-Festival in der tschechischen Stadt Sedlice und an den Schönseer Klöppeltagen sind die Klöpplerinnen gegenseitig engagiert dabei. Da bleibt wenig Zeit zum Erfahrungsaustausch. Jetzt wird er aber nachgeholt.

Buben und Mädchen, denen auch Bürgermeisterin Birgit Höcherl über die Schulter schaute, lernten beim Ferienprogramm der Stadt unter fachkundiger Anleitung die ersten Handgriffe für dieses Kunsthandwerk. Bild: mmj
Buben und Mädchen, denen auch Bürgermeisterin Birgit Höcherl über die Schulter schaute, lernten beim Ferienprogramm der Stadt unter fachkundiger Anleitung die ersten Handgriffe für dieses Kunsthandwerk.

In der Aula der Schule empfingen am Samstagvormittag Frauen des Klöppelkreises Schönsee-Stadlern-Tiefenbach die Delegation aus Sedlice, die Birgit Höcherl namens der Stadt willkommen hieß. Bei dem Treffen, so die Bürgermeisterin, würde die bestehende Gemeinschaft durch das Interesse an dieser Handwerkskunst gestärkt. Im Blick auf das Miteinander zwischen der Stadt und dem Klöppelkreis sei Maria Hanauer von der Touristinfo das Bindeglied, damit nicht nur bei den Klöppeltagen, sondern auch bei anderen Gelegenheiten die Zusammenarbeit mit dem Klöppelkreis reibungslos abläuft.

Die Bürgermeisterin danke auch Mirka Vacková, die als Dolmetscherin seit 20 Jahren bei verschiedenen Anlässen für die Verständigung sorgt. Ohne das Engagement Vackovás wäre die Verbindung zwischen den Klöpplerinnen beider Länder bestimmt nicht so gewachsen. Klöppelkreis-Sprecherin Frieda Roith erwähnte in ihrer Begrüßung, dass nach den umfangreichen Vorbereitungen für die Klöppeltage und deren Durchführung wieder der Alltag eingekehrt sei. Bei dieser Veranstaltung sei wenig Zeit sich über die gemeinsamen Interessen für Klöppelspitzen auszutauschen. Dafür sollte der Tag genutzt werden, künftig könnten solche zwanglose Freundschaftstreffen öfter stattfinden.

Katerina Brabcova, stellvertretende Bürgermeisterin von Sedlice, freute sich darüber, in Schönsee dabei sein zu können. Sie überbrachte die Grüße ihrer Stadt und freute sich über die ausgezeichnete Verbindung, die über dieses Kunsthandwerk entstanden ist.

Frieda Roith führte die Gäste durch den Klöppelraum für die Kinder und die von den Frauen des Klöppelkreises genutzten Bereich in der Schule. Dabei kamen die Suse-Bernuth-Spitzen zur Sprache, wie auch die Oberpfälzer und Sedlicer Spitzen, deren Ähnlichkeit wohl in der Zeit der Kaiserlich-Königlichen Monarchie in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurzeln.

Auf die Angehörigen des Klöppelkreises wartete am Nachmittag ein Termin im städtischen Ferienprogramm. 23 Kinder zeigten dabei ihr Interesse für die Beschäftigung mit Nadel, Zwirn und Klöppel. Die Buben und Mädchen im Alter zwischen fünf und 16 Jahren lenkten gespannt ihre Aufmerksamkeit auf den Klöppelsack mit der Vorlage für ein Freundschaftsband. Anfangs gingen die meisten mit großem Respekt an die Arbeit, aber mit der Hilfe der älteren Profis waren die Hemmungen beim Umgang mit den bis zu diesen Stunden meist unbekannten Utensilien schnell vorbei. Umso größer war dann die Freude mit dem vollendeten Werk am Handgelenk. Und zum Schluss zeigte sich Frieda Roith darüber optimistisch, mittelfristig eine Gruppe mit Kindern in den Reihen des Klöppelkreises einbauen zu können.

 
Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.