30.11.2020 - 11:31 Uhr
SchönseeOberpfalz

Kolpingfamilie Schönsee pflegt das Andenken an den Gesellenvater

2000 Euro als Spende überreichte KF-Vorsitzender Hans Herrmann (Dritter von links) an Pfarrer Wolfgang Dietz für die Renovierung der Pfarrkirche. Bei der Übergabe dabei waren auch Mitglieder der Vorstandschaft, Gemeindereferent Christian Glaser (Zweiter von rechts) und KF-Bezirksvorsitzenden Willibald Nesner (links).
von Ludwig HöcherlProfil

Mit einem feierlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche gedachten die Mitglieder der Kolpingfamilie Schönsee am Freitag ihres Gründers Adolph Kolping. In seiner Predigt rückte Pfarrer und KF-Präses Wolfgang Dietz das "menschliche Gesicht Gottes" in den Mittelpunkt.

„Steht auf und gebt der Welt ein Lebenszeichen. In jedem von euch brennt dasselbe Licht. Noch ist es dunkel, doch die Nacht wird weichen. Schenkt der Welt ein menschliches Gesicht.“ Diese Zeilen zitierte der Prediger aus einem Lied des Musicals „Kolpings Traum“, die das Wirken Adolph Kolpings während der prekären Lebensverhältnisse im 19. Jahrhundert beschreiben. Die Sehnsucht der Menschen nach Freiheit und Gerechtigkeit, nach Hoffnung und Zuversicht, nach Sorglosigkeit und Perspektive sei groß gewesen. Adolph Kolping habe es durch sein Wirken als „Handwerker Gottes“ geschafft, der Sehnsucht der Menschen ein Zuhause zu geben.

Die Sehnsucht der Menschen sei heute nicht viel anders als damals. Auch sie lebten in ungewissen Zeiten und sehnten sich nach Freiheit und Gerechtigkeit, nach Hoffnung und Zuversicht, nach Sorglosigkeit und Perspektive. Doch der Blick in die Zukunft scheine momentan nichts Gutes zu verheißen. Da falle es schwer optimistisch und zuversichtlich zu sein. "Wie sollen wir denn der Welt ein menschliches Gesicht schenken, wenn wir es mit den sogenannten Alltagsmasken verhüllen müssen?" fragte der Präses in seiner Predigt. Das Einzige, was man momentan wahrnehme, wenn man in die Gesichter der Mitmenschen blicke, seien Sorgenfalten. Alle würden sich aber nach Sorglosigkeit und Unbeschwertheit sehnen. Denn vor allem das, was das Leben eigentlich so lebenswert mache, dürfe nicht sein: die Begegnung mit anderen und das Erleben von Gemeinschaft.

Es sei jedoch keine Alternative, sich in die eigenen vier Wände zurückziehen und sämtliche soziale Kontakte meiden. Als soziales Wesen brauche der Mensch Gemeinschaft, Geselligkeit, Begegnung, Kontakt. Gott wisse um den Wunsch nach einem "menschlichen Gesicht". Dies sei auch das Geheimnis der Heiligen Nacht, in der Gott der Welt ein menschliches Antlitz schenkt. Das bedeute auch: Ein Blick in ein menschliches Gesicht ermöglicht es, Gott zu begegnen. Das habe Adolph Kolping irgendwann verstanden und vor allem auch gespürt.

Heute hätten die Mitglieder der Kolping-Gemeinschaft allen Grund dazu, der Welt ein menschliches Gesicht zu schenken. Vom Vorbild Jesus, dessen Licht im Stall von Betlehem zu leuchten begann, habe seit jeher unzählige Menschen inspiriert. Und dieses Licht habe die Kraft, die Dunkelheit der Welt zu vertreiben, auch wenn es noch so finster sei. "Wir sollten nicht darüber diskutieren, warum etwas nicht geht, sondern mit Kreativität neue Wege gehen, die uns unter den jetzigen Umständen wieder zueinander führen”, appellierte der Geistliche abschließend.

Wegen der aktuellen Corona-Beschränkungen entfiel das nach dem Gottesdienst übliche gesellige Beisammensein. Die ursprünglich dort geplante Spendenübergabe für die Renovierung der Pfarrkirche nahmen Vorsitzender Hans Herrmann und weitere Vorstandsmitglieder im Gotteshaus vor. Sie überreichten Pfarrer Wolfgang Dietz einen symbolischen Scheck über 2000 Euro.

 

 

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